Betriebsrat

    Elbkinder Kita Hamburg: Betriebsrat in der Praxis

    Betriebsrat/Personalrat

    Elbkinder Kita Hamburg: Betriebsrat in der Praxis

    Bundespräsident zeigt Wertschätzung für besondere Interessenvertretung in der Corona-Pandemie.
    Tag 01: Ankommen und Eröffnungsveranstaltung Matthias Klump Ein Bild aus Zeiten vor Corona: Bundespräsident Steinmeier zur Eröffnung des 5. ver.di-Bundeskongresses  –

    Der Betriebsrat der Elbkinder-Vereinigung Hamburger Kindertagesstätten gGmbH und der Elbkinder KITA Servicegesellschaft mbH (EKSG) erhielt zusammen mit weiteren Interessenvertretungen eine Einladung zur Videokonferenz mit Bundespräsident Steinmeier. Dieser bat die anwesenden Betriebs- und Personalräte, den Kolleginnen und Kollegen seinen aufrichtigen Dank auszurichten!

    Neben der Elbkinder-Betriebsratsvorsitzenden, Marina Jachenholz, nahmen an der Videokonferenz am 08. Februar 2021 sieben weitere Betriebs- und Personalräte teil. Sie vertreten die Beschäftigteninteressen in Betrieben der Bauwirtschaft, Schule, Medizintechnik, Polizei, Technik und Entwicklung, ÖPNV und Verkehr sowie der Lebensmittelbranche. Alles Betriebe, die in der Hauptsache in Präsenz arbeiten müssen und/oder systemrelevant sind. Ebenfalls an Bord war Reiner Hoffmann, Bundesvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

    O-Ton Frank-Walter Steinmeier: „Danke an alle Mitarbeiter*innen, die das Land in der schwierigen Zeit am Laufen gehalten haben!“

    In Vorbereitung auf das Gespräch teilte Reiner Hoffmann mit, welch große Wertschätzung und Anerkennung der Bundespräsident auch den Betriebs- und Personalräten entgegenbringt. Dies wolle Steinmeier u. a. mit dieser Videokonferenz zum Ausdruck bringen. Er sei sehr daran interessiert, ein Bild von der Basis zu bekommen, aus Berufen, die nur sehr bedingt ihre Arbeit im Homeoffice leisten können.

    Marina Jachenholz hat die Bedingungen, unter denen die Kolleg*innen der Elbkinder und EKSG seit Beginn der Pandemie arbeiten müssen, sehr deutlich beschrieben und machte u. a. auf den unzureichenden Gesundheitsschutz, gerade auch nach dem ersten Lockdown, aufmerksam.

    „Kitas und GBS hatten viele Kinder und einen Personaleinsatz von bis zu 80 Prozent. Auch die strikte Trennung der Kindergruppen, Kohortenbildung, führte zu einem erhöhten Personalbedarf. Die Kinderzahl hat sich erst jetzt, mit der erweiterten Notbetreuung, reduziert.“

    In der öffentlichen Wahrnehmung kommen Erzieherkräfte nicht mehr vor. Die ganze Nation hat immer davon gesprochen, die Kitas wären geschlossen. Für Hamburg trifft das nicht zu!

    Marina Jachenholz, Betriebsratsvorsitzenden der Elbkinder Vereinigung Hamburger Kitas gGmbH

    Die Behörde und der Hamburger Senat haben die Verantwortung auf die Träger und die Kitaleitungen abgewälzt. Diese haben klare Vorgaben vermisst, im Prinzip konnten alle Eltern ihre Kinder in die Betreuung geben, weil keine Nachweise z. B. von Arbeitgebern gefordert wurden.

    So mussten und müssen sich die Kitaleitungen vor Ort mit jedem Elternteil stetig auseinandersetzen.

    Sowohl die Träger als auch die Kolleg*innen vor Ort sind unter einen immensen moralischen Druck geraten. Denn sie sind sich der schwierigen Lage von Kindern und deren Eltern bewusst.

    Gefühlt mussten sie sich alles „erkämpfen“, Masken in den Kitas, Einschränkungen der Leistungen z. B. der Betreuungszeiten… Einen vorausschauenden Gesundheitsschutz für Kitas gibt es nicht.

    Zum Thema Homeoffice/mobiles Arbeiten wurden noch weitere Aspekte angesprochen: Abgrenzung von Arbeitszeiten, doppelte Belastung durch Kinderbetreuung und Homeoffice, doppelte Kosten bei Ausstattung von Arbeitsplätzen, leichte Sprache, Schulungen u. v. m.

    Zum Abschluss des Gesprächs diskutierte Bundespräsident Steinmeier Fragen zum Fachkräftemangel. Sowohl Reiner Hoffmann als auch die Betriebs- und Personalräte sprachen sich für Fachpersonal in den unterschiedlichen Branchen aus. Lebenslanges Lernen und Weiterqualifizierung muss auch betrieblich gegeben sein.

    In Bezug auf den Fachkräftemangel im Erzieher*innenbereich war es Marina Jachenholz noch ein Anliegen, die bezahlte Ausbildung zu thematisieren: Drei bis fünf Jahre Ausbildung ohne Bezahlung und nach Beendigung eine doch sehr niedrige Einstiegsbezahlung machen diese Ausbildung nicht attraktiv genug.

    Das Gespräch war für alle Eingeladenen natürlich sehr aufregend, schließlich ist es nicht alltäglich, mit dem Bundespräsidenten persönlich zu sprechen! Es war ein sehr schöner Ausdruck der Wertschätzung und Anerkennung, die er allen (virtuell) Anwesenden ausgesprochen hat – stellvertretend für die vielen Kolleginnen und Kollegen, die weiterhin "den Laden am Laufen halten".

    Der ver.di-Fachbereich für Gesundheit & Soziales liefert weitere Infos zur Elbkinder-Vereinigung Hamburger Kindertagesstätten gGmbH

    Und in jedem Fall gilt: Mitbestimmung ist ein elementarer Baustein der Demokratie und in jedem Betrieb!

    Deswegen: Mitmachen, mitreden, mitgestalten!
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    Dann aber los – gemeinsam für eine starke Mitbestimmung!


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