Jan - Gewerkschaftssekretär in der Rechtsberatung

01.07.2024

"Natürlich habe ich Vorgesetzte und Gehaltszettel, im Fokus stehen aber Solidarität und Gemeinschaft."

1. Was machst du bei ver.di? (Was ist deine Position & Aufgabe?)

Ich bin Sekretär vom Dienst im Team Beratung und Recht. Ich bin für die zeitnahe Beratung und Ersteinschätzung von Mitgliederanfragen zuständig. Diese Fragen drehen sich im Regelfall um das individuelle Arbeitsverhältnis des Mitglieds. Von Dienstplangestaltung, über Fragen zu Arbeitszeit und Urlaub bis hin zur Abmahnung ist alles dabei. Im besten Fall kann ich unseren Mitgliedern direkt weiterhelfen. Je nach Anliegen der Mitglieder ist die Bearbeitung allerdings nur mit konkreten Unterlagen und ggf. einer Recherche zu lösen. In diesem Fall übernehmen die Kolleg*innen in den Teams Beratung und Recht die weitere Beratung.

2. Was hast du gemacht, bevor du bei ver.di gearbeitet hast?

Ich habe eine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger abgeschlossen und war früh schon ehrenamtlich in der betrieblichen Interessenvertretung aktiv: als Jugend- und Auszubildendenvertreter und anschließend als Betriebsrat. Außerdem war ich ehrenamtlich in ver.di Gremien und in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit aktiv und habe an der Europäische Akademie der Arbeit (EAdA) studiert.

Im Anschluss an den Besuch der EAdA wurde ich Jugendsekretär*in in Einarbeitung im Landesbezirk Hessen. Nach meiner Einarbeitungszeit wurde ich Jugendsekretär im Bezirk Südhessen, anschließend Landesjugendsekretär. Danach war ich erst stellvertretender und dann Bezirksgeschäftsführer im Bezirk Wiesbaden. Wegen einem Umzug bin ich nun im Team Beratung und Recht in Hannover beschäftigt.

Ich fand es immer spannend, mich in neue Aufgaben einzuarbeiten, neue Prozesse kennenzulernen, zu organisieren und bestehende Prozesse zu verbessern. An jeder Stelle bin ich neuen Menschen begegnet, die mich weitergebracht haben.

3. Wieso hast du dich entschieden, bei ver.di zu arbeiten?

Ich hatte immer das Bedürfnis, mich aktiv für bessere Arbeitsbedingungen und die Rechte der Arbeitnehmer*innen einzusetzen. Als Krankenpfleger habe ich oft gesehen, wie wichtig gute Arbeitsbedingungen sind und wie stark sich diese auf die Qualität der Patientenversorgung auswirken. Dafür habe ich mich lange Zeit ehrenamtlich stark gemacht. Als hauptamtlicher Gewerkschafter habe ich das Privileg, dass ich mein Ehrenamt zu meinem Beruf machen konnte. Mich erfüllt es, andere Kolleg*innen dabei zu unterstützen, ihre Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern.

4. Was unterscheidet ver.di von anderen Arbeitgebern, die du schon erlebt hast?

Ehrlich gesagt nehme ich ver.di nicht als meine Arbeitgeberin wahr, sondern als meine Gewerkschaft. Natürlich habe ich hier Vorgesetzte und einen Gehaltszettel. Im Vordergrund steht aber der gemeinsame Fokus auf Solidarität und Gemeinschaft. Ich erlebe die Stimmung hier hierarchieärmer als in anderen Betrieben und die tariflichen Arbeitsbedingungen sind attraktiver als in der Krankenpflege. Die Arbeit bei ver.di ist vielfältig und abwechslungsreich. Meine gesammelten Erfahrungen aus meinen vorherigen Arbeitsstationen kann ich gut einbringen. Die Arbeit fordert und fördert meine Weiterentwicklung.

5. Was braucht es als Gewerkschafter*in?

Als Gewerkschafter*in braucht es vor allem starkes Engagement und Leidenschaft für die Sache. Es braucht eine solidarische Perspektive und gute kommunikative Fähigkeiten, egal an welcher Stelle in der Organisation. Man begegnet hier immer Menschen, es ist also wichtig, sich gut ausdrücken zu können. Dazu gehören auch Teamfähigkeit und die Fähigkeit sich selbst und Gruppen zu organisieren. Hilfreich ist auch eine gewisse Konfliktgelassenheit, da Gewerkschaftsarbeit auch bedeutet im Konflikt zu arbeiten, zum Beispiel in Tarifauseinandersetzungen oder aber auch bei der Durchsetzung der Interessen einzelner Beschäftigter gegenüber ihrem Arbeitgeber.

6. Wie lässt sich die Arbeit bei ver.di mit deinem Privatleben vereinbaren?

Als SvD bin ich Teil eines gut strukturierten Teams: Ich bin zu festen Zeiten hier oder im mobilen Arbeiten erreichbar und bearbeite eingehende Anfragen. Wir können das Aufkommen gut im Team Beratung und Recht verteilen, daher ist die Arbeit gut mit dem Privatleben vereinbar. Je nachdem in welchem Bereich man bei ver.di arbeitet, können die Arbeitszeiten auch mal von den üblichen Arbeitszeiten abweichen. Wir arbeiten eng zusammen mit Kolleg*innen, die ihre Gewerkschaftsarbeit ehrenamtlich, nach ihrer Erwerbsarbeit, machen. So kann es auch schon mal vorkommen am Abend zu arbeiten oder auch am Wochenende. Allerdings lassen die flexiblen Arbeitszeiten es zu, sich seine Arbeitstage selbst zu strukturieren und für Ausgleich zu sorgen.