Gründungsgewerkschaften

    Dieter Schneider: Gewerkschaftshistoriker aus Leidenschaft

    Dieter Schneider: Gewerkschaftshistoriker aus Leidenschaft

    Dieter Schneider Foto: ötv-magazin 1/1990 Dieter Schneider

    Am 12. Juni 2008 verstarb der ehemalige Chefredakteur der Gewerkschaft ÖTV Dieter Schneider im Alter von 77 Jahren. Im Nachruf würdigt ver.di Arbeit und Verdienste des Gewerkschafters und Historikers.

    Am 12. Juni 2008 verstarb der ehemalige Chefredakteur der Gewerkschaft ÖTV Dieter Schneider im Alter von 77 Jahren.

    Dieter Schneider wurde am 4. Februar 1931 in Cottbus geboren. Nach dem Krieg erlernte er in Oldenburg das Tischlerhandwerk, engagierte sich in der Jugendarbeit von SPD und Gewerkschaft und begann eine journalistische Laufbahn als Sportberichterstatter - mit besonderem Interesse für den Fußball.

    Hauptamtlich tätig für die Gewerkschaften wurde er im Februar 1957, zunächst als Redakteur der Zeitschrift "Das Mitbestimmungsgespräch" bei der Hans-Böckler-Gesellschaft. 1961 holte ihn der Vorsitzende der IG Metall, Otto Brenner, als engen Mitarbeiter in sein Büro nach Frankfurt am Main. Von 1971 bis Anfang 1973 leitete Dieter Schneider dann die Pressestelle der IG Bau, Steine, Erden.

    Als Chefredakteur von 1973 bis 1989 gehörte er beratend dem geschäftsführenden Hauptvorstand der Gewerkschaft ÖTV an und war einer der Geschäftsführer des gewerkschaftseigenen Courier-Verlags. Die Mitgliederzeitschrift "ötv-magazin" prägte er mit fundierten und sprachlich geschliffenen Beiträgen und wurde auf dem Gebiet der Gewerkschaftsgeschichte ein bis heute anerkannter Experte.

    Dieter Schneider machte sich auch einen Namen als Herausgeber und Autor zahlreicher historischer Bücher, wie zum Beispiel "Sie waren die ersten" über bedeutende Frauen der Arbeiterbewegung oder die "Anfänge" zur Geschichte des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter, einer Vorläuferorganisation der Gewerkschaft ÖTV.

    Als er 1989 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Berufsleben ausschied, dankte ihm die ÖTV-Vorsitzende  Monika Wulf-Mathies für "viele kluge Ratschläge, geistreiche Texte und seinen Mut, auch in widrigen Zeiten stets die Fahne der Freiheit und der ungeschminkten Wahrheit hochgehalten zu haben".