Gründungsgewerkschaften

    Edo Fimmen: Ein glühender Antimilitarist

    Edo Fimmen: Ein glühender Antimilitarist

    Am 14. Dezember 1942 ist Edo Fimmen, von 1919 an Generalsekretär der Internationen Transportarbeitergewerkschaft (ITF), in Mexiko gestorben. Der ver.di-Fachbereich Verkehr gedachte am 11. Dezember 2002 im Internationalen Seemannsheim Duckdalben in Hamburg des Niederländers, der wie kaum ein anderer die internationale Gewerkschaftsarbeit zwischen den beiden Weltkriegen geprägt hat.

    Edo Fimmen ver.di-Archiv Edo Fimmen  – ITF-Generalsekretär 1919-1942

    "Ich konnte bis vor drei Wochen mit dem Namen Edo Fimmen nichts anfangen." So wie Dietmar Stretz, Fachbereichsleiter Verkehr des ver.di-Landesbezirks Hamburg, geht es vielen. Wer war Edo Fimmen? Er war, wie Jan Kahmann, Leiter des Bundesfachbereichs, betonte, "ein glühender Antimilitarist", ein Kämpfer für die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen sowie dafür, dass Angestellte Mitglieder von Gewerkschaften werden konnten. Und er war Antifaschist, der darunter gelitten hat, dass seine frühen Warnungen vor Faschismus und Nationalsozialismus oft ungehört geblieben sind.

    Jan Kahmann erinnerte daran, dass Fimmen - vergebens - der Globalisierung der Konzerne die Internationalität der Gewerkschaften entgegenstellen wollte.

    "Das fängt bei der Tarifpolitik an", sagte Hans Koschnick, der ehemalige Bremer Bürgermeister, Bosnienbeauftragte der Bundesregierung und Schlichter in der aktuellen Tarifrunde für den öffentlichen Dienst.

    Alida de Jager, die Tochter Edo Fimmens, warnte vor einem neuen Krieg, der die Welt in Flammen setzen könnte. "Die Gewerkschaften müssen international zusammenarbeiten, um unseren Kindern keine Asche zu hinterlassen."

    David Cockroft, der ITF-Generalsekretär, sieht die internationale Zusammenarbeit in zahlreichen Aktionen der ITF realisiert. Möglichkeiten wie das Internet "hätte Edo Fimmen sehr zu schätzen gewußt".

    Text: Dietmar Rothwange