Solidarität

    Solidaritätserklärung Thomas Cook

    Für die Fortsetzung des Geschäftsbetriebes

    Leipzig, 27. September 2019 – Die britische Thomas Cook Group plc hat Insolvenz angemeldet. Die Rettungsbemühungen konnten die Geldgeber nicht davon überzeugen, einen Plan für die Zukunft zu finanzieren. Erstes Ziel ist es nun, die Reisegäste sicher zurückzubringen. Die Dimension dieser historischen Pleite ist noch nicht absehbar. Weltweit bangen 22.000 Beschäftigte um ihren Arbeitsplatz. Allein in Großbritannien betrifft das 9.000 Menschen und ihre Familien.

    Nun hat auch in Deutschland die Geschäftsführung von Thomas Cook ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Hier stehen insgesamt weit über 2.000 Kolleg*innen im Risiko. Dabei geht es um die Thomas Cook GmbH, aber auch um die Kolleg*innen in den Tochtergesellschaften, bei den Veranstaltern, beim Airport Service, unsere Expedient*innen in den Reisebüros der Vertriebsgesellschaft TCV und die Agents in der Gesellschaft für Reisevertriebssysteme (GfR). Vergessen wir nicht die rund 4.900 Kolleg*innen bei der Condor, am Boden oder beim fliegenden Personal. Zwar sind die Flugzeuge noch in der Luft, aber die finanzielle Decke ist dünn. Das alles trotz operativer Gewinne, die auch für das laufende Geschäftsjahr avisiert sind.

    Inzwischen ist klargeworden, dass nicht nur die Beschäftigten der mit Thomas Cook verbundenen Unternehmen von der Krise betroffen sind. Die gesamte Branche weist bereits öffentlich auf die Verwerfungen hin. Auch für die kleinen Reisebüros in der Nachbarschaft wird es bedrohlich, wenn noch für ausstehende Provisionen auf den Verkauf der Produkte von Thomas Cook kein Geld mehr fließt.

    Darüber hinaus erhalten wir stündlich Meldungen aus den Urlaubsorten, die belegen, welche Krise hier ausgelöst worden ist. Das betrifft unzählige unserer Kolleg*innen, von der Reiseleiterin auf den Kanaren über den Rezeptionist*innen in Kreta bis zum Zimmermädchen in Tunesien. Das sind ganz häufig sehr junge Kolleg*innen, und das in Reisezielen mit ohnehin schon besonders hoher Jugendarbeitslosigkeit. Wie in einem weltweiten Domino wird auf vielen Ebenen Schaden angerichtet, nicht nur für die Kund*innen oder für die Beschäftigten, sondern für viele Gesellschaften, in Deutschland und anderswo. Vertreter*innen von ver.di stehen im direkten Kontakt mit der Bundesregierung und mit der hessischen Landesregierung, um eine finanzielle Überbrückung zu ermöglichen.

    Parallel beraten unsere ver.di-Sekretär*innen aus dem Fachbereich und vom Rechtsschutz die Betriebsräte und die Unternehmensleitung bei den Verhandlungen und bei der Suche nach Lösungen, die auch im Sinne der Kolleg*innen sind.

    In dieser Woche treffen sich 1.000 Delegierte zum ver.di-Bundeskongress in Leipzig, um die Zukunft ihrer Gewerkschaft zu diskutieren. ver.di steht an der Seite der Kolleg*innen und will die Ansprüche der Beschäftigten absichern. ver.di fordert für die Kolleg*innen eine gemeinsame Anstrengung, bei der Thomas Cook, die Regierungen in Hessen und im Bund und die Gewerkschaft ver.di gemeinsam sinnvolle Maßnahmen auf den Weg bringen. Ziel ist es, weitere Beschäftigung für die Kolleg*innen zu ermöglichen. Jetzt werden wir die berechtigten Ansprüche der Beschäftigten ganz oben auf die Tagesordnung setzen und für eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebes kämpfen. Dabei könnt ihr mithelfen. Senden wir ein kraftvolles Signal der Unterstützung und Solidarität von diesem Bundeskongress zu den Kolleg*innen bei Thomas Cook und in der Reisebranche!

    Wir stehen an Eurer Seite! Wir unterstützen Euch!

    Die Condor hebt noch ab, nur nicht mehr für Thomas Cook Foto: Pell/dpa-Bildfunk Die Condor hebt noch ab, nur nicht mehr für Thomas Cook