Reden und Grußworte

    Fridays und Students for Future auf dem Bundeskongress

    Wir streiken weiter

    Leipzig, 27. September 2019 – Für den Klimaschutz schwenkte die ver.di-Jugend am 6. Kongresstag ihre Fahnen. Die 16-jährige Schülerin Freya Matilda Schlabes, die seit 2018 bei Fridays for Future aktiv ist, äußerte sich vor den Delegierten des 5. ver.di-Bundeskongresses empört angesichts des am letzten Freitag beschlossenen Klimapakets, das ein Schlag ins Gesicht sei. „Wie können sie es wagen, uns etwas als Klimapolitik zu verkaufen, das rein gar nichts verändert?“ Die Erde brenne, doch die Verantwortlichen verschieben es auf später. „Wir haben aber keine zweite Erde in Reserve.“

    ver.di Jugend for Future Kay Herschelmann ver.di Jugend for Future


    1,4 Millionen Menschen gingen in ganz Deutschland am Fridays for Future am 20. September für den Klimastreik auf die Straße. Freya Matilda Schlabes kündigte an, weiterzumachen: „Wir geben unsere Erde nicht auf. Wir streiken weiter, bis sie endlich handeln, und dafür müssen wir viel mehr werden.“

    Bei ver.di stößt Fridays for Future auf viel Zuspruch. So erläuterte Katharina Stierl, die Geschichte studiert, seit März bei den Students for Future aktiv ist und dort die Gewerkschaftskontakte koordiniert, die Studentinnen und Studenten seien überall auf offene Ohren bei den Gewerkschaften gestoßen. Stierl, die seit 2012 ver.di-Mitglied ist, sagte, sie sei stolz, dass ihre Gewerkschaft die Zeichen der Zeit erkenne. Sie lud ein, in die Hörsäle zu kommen, um gemeinsam für „unsere Zukunft“ zu streiten, auch wenn es nicht immer leicht werde mit den bevorstehenden Veränderungen wie dem Kohleausstieg.

    Die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle sagte am Dienstag bei ihrer Bewerbungsrede auf dem 5. ver.di-Bundeskongress mit Blick auf die bevorstehende Tarifrunde im Nahverkehr, „pumpt schon mal eure Fahrräder auf“. Katharina Stierl brachte deshalb zwei Fahrradpumpen mit zum Kongress – eine für Christine Behle und eine weitere für Frank Werneke.

    Der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke versprach, ver.di werde gemeinsam für eine ökologische Wende kämpfen, die gerecht gestaltet werde. Der Klimaschutz gehe vor allem nur mit einem starken öffentlichen Nahverkehr. Außerdem werde ver.di die Klimastreikwoche an den Hochschulen vom 2. bis 6. Dezember überall dort unterstützen, wo es möglich ist.

    Text: Marion Lühring