Bundeskongress 2019

    Gib’ mir 5! Die Kongresskolumne. Tag 6

    Mitternachtsspitzen

    Leipzig, 27. September 2019 – Die Messer in der Bürostadt sind schon gewetzt. Nicht, weil die Luft zum Schneiden wäre. Auch nicht, weil die Nerven Blank liegen, weil die Kolleg*innen etwa auf selbige gingen und einem immer wieder auf die Pelle rückten. Nein, nein. Das ist es alles nicht. Hier werden die Kühlschränke mit Bier und Mate und anderem Essbaren aufgefüllt, auch die kleinen nachhaltigen Pressholzschälchen mit schokoladigen Snacks auf den Arbeitstischen. Die Christine, die eine neue Spitzenfrau, hat es heute auf der großen Bühne bereits angesagt: „Ich kann euch versichern, wir haben schon jetzt den Arsch voll Arbeit.“ So sieht’s mal aus. Die Delegierten diskutieren gefühlt den lieben langen Tag über die Satzungsanträge, 52 von 1.091. Unter anderem auch wieder über den Antrag, ob die Wahlperiode von vier auf fünf Jahre verlängert wird. Das diskutieren die alle vier Jahre. Das ist fast schon so wie Silvester mit Miss Sophie und der „same procedure as every year“ in „Dinner for one“. Alle vier Jahre dieselbe Prozedur. Deshalb richtet sich die Bürostadt auch wieder aufs Mitternachtsdinner ein, vorher kommt hier jetzt nämlich niemand raus. Weil die Delegierten echt richtig Sitzfleisch entwickeln können. Wie Miss Sophie. Ein Antrag geht noch. Und dann noch einer... Inzwischen haben die Delegierten immerhin über die Wahlperiode abgestimmt. Ist nix mit fünf. Wir sitzen das aus und machen mit dem Messer eine Schnitte.  Petra Welzel

    Was vom Mitternachtsdinner übrig bleibt Foto: Petra Welzel Was vom Mitternachtsdinner übrig bleibt