Berichte

    Handelspolitik, Flüchtlinge, Jugend

    Der siebte Tag: Kongress beendet

    Nach sieben Tagen wurde heute Mittag der ver.di-Bundeskongress beendet. Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske und die Vorsitzende des ver.di-Gewerkschaftsrats, Monika Brandl, dankten der Kongressorganisation und den Delegierten für ihre Arbeit und betonten die Stärke von ver.di. Sie betonten auch, dass klare Akzente gesetzt wurden in den Themen Gute Arbeit, Digitalisierung, Freihandelsabkommen, Tarifpolitik. ver.di wolle auch weiterhin nah am Mitglied sein und sich organisieren. Alleine auf dem Kongress wurden unter den Messebeschäftigten 51 neue Mitglieder gewonnen. 

    Fit mit ver.di Kay Herschelmann Fit mit ver.di

     

    Doch vor Beendigung des Kongresses hatten die Delegierten noch viel Arbeit. Zuerst befassten sie sich mit Initiativanträgen zur Flüchtlingspolitik. Sie sprachen sich dafür aus, Fremdenhass entgegenzutreten, die Willkommenskultur zu stärken und Willkommensstrukturen auszubauen. „Menschen, die aus politischen Gründen oder wegen ihrer Religion, Nationalität oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe verfolgt werden, oder denen Gefahr für Leib und Leben droht, haben ein Recht auf Schutz und Asyl", heißt es in dem Initiativantrag. Dafür müsse der Bund für eine ausreichende finanzielle Ausstattung sorgen. Auch die Bedingungen für die Menschen, die in der Flüchtlingshilfe arbeiten, müssten verbessert werden.

    Resolution an die Landesregierung

    Gleichzeitig wurde bekanntgegeben, dass bei verschiedenen Aktionen während des Kongresses mehr als 7.000 Euro für die Unterstützung von Geflüchteten gesammelt wurden. Dieser Betrag wurde vom ver.di-Bundesvorstand auf 9.000 Euro aufgestockt. Während des Kongresses hatten zwei Flüchtlinge, die gemeinsam mit knapp 2.000 weiteren in einer weiteren Halle auf dem Leipziger Messegelände untergebracht worden sind, den Delegierten von ihrer Situation berichtet. Am letzten Kongresstag hat der ver.di-Bundeskongress eine Resolution verabschiedet, mit der die sächsische Landesregierung aufgefordert wird, die Unterbringung zu verbessern und den Geflüchteten zu sagen, wie es mit ihrer Registrierung weitergeht.

    Delegierter beim 4. ver.di-Bundeskongress Karsten Thielker Delegierter beim 4. ver.di-Bundeskongress

    Vor dem Hintergrund einer Großdemonstration gegen das geplante Freihandelsabkommen TTIP am 10. Oktober in Berlin sprach sich der ver.di-Bundeskongress dafür aus, die Globalisierung sozial und demokratisch zu gestalten. Dazu brauche es aber einen Kurswechsel in der EU-Handelspolitik. 

    Mehr Jugendliche organisieren

    Auch die Jugend stand heute noch einmal im Zentrum der Antragsberatung, vor allem ihr Antrag N081, für dessen Annahme sie die ganze Woche lang geworben hatte. 800 Delegierte klatschten ihre Hände ab bei der Aktion „High five“, da musste der ehrenamtliche Jugendvorsitzende André Zeitler heute gar nicht mehr groß für die Antragsannahme werben. Er ging glatt durch. Jetzt muss ver.di nur noch das in dem Antrag festgelegte Ziel erreichen: bis 2020 soll der Anteil jugendlicher Mitglieder von 5,6 Prozent im ver.di-Kosmos auf mindestens 8,5 Prozent wachsen. Bei der Telekom wurden seit dem Ausbildungsstart am 1. September immerhin schon 85 Prozent der 568 Auszubildenden als ver.di-Mitglieder dazugewonnen, was Frank Bsirske in seinen Abschlussworten anerkennend und lautstark verkündete.

    Ein Teil der Anträge, die aus Zeitgründen nicht beraten werden konnten, wurde an den ver.di-Gewerkschaftsrat überwiesen. Er ist das höchste Gremium zwischen den Kongressen und wird sich in einer seiner beiden nächsten Sitzungen mit den Anträgen befassen. Dabei ist sichergestellt, dass die Delegierten zu den Anträgen ihre Stellungnahmen im Vorfeld schriftlich einreichen können.