Berichte

    Die Mauern niederreißen

    Generalsekretär der ITF spricht vor dem Kongress

    Stephen Cotton, der Generalsekretär der Internationalen Transportarbeiter-Föderation, dankte am Dienstag vor dem ver.di-Bundeskongress zuerst der deutschen Bevölkerung für ihre mitfühlende Reaktion auf die dramatische Flüchtlingskrise in Europa. In seiner Rede, der ersten, die er vor einem ver.di-Bundeskongress hielt, würdigte er ver.di als „überaus wichtige Gewerkschaft – nicht nur wegen eurer Größe, sondern auch deshalb, weil ihr stark, fleißig und der internationalen Solidarität verpflichtet seid“. Er nannte Bereiche, in denen ver.di engagiert ist, und Beschäftigte, für die ver.di sich engagiert: die Zivilluftfahrt, den Straßenverkehr, die Billigflaggenkampagne und die Lieferketten, die Hafenarbeiter und Seeleute, die Frauen und die Jugend.

    „Die Themen, die eure Mitglieder bewegen, sind dieselben Themen überall in der Welt für die Werktätigen“, betonte er. „Wir als Arbeiterbewegung dürfen es nicht erlauben, dass man uns bedrängt. Wir müssen die Mauern, die uns spalten, niederreißen.“ Er stellte fest, „dass wir uns vereinen müssen im Kampf gegen die Versuche seitens der Regierungen, seitens der Unternehmen und der Institutionen, uns unserer Rechte zu berauben.“ Die Koalitionsfreiheit und das Recht, sich zu organisieren „müssen unantastbar bleiben“. Die Kongressteilnehmer/innen applaudierten lautstark.

    Cotton bezog sich bei seinem Schwerpunkt-Thema Solidarität als Beispiel auf das Unternehmen DHL: DHL versuche nicht nur, die Löhne zu drücken, sonderen auch gegen Festanstellungen vorzugehen. „Während wir hier sprechen, werden indische Arbeiter vor Gericht gezerrt und Arbeiter in Kolumbien bedroht durch die Versuche von DHL, gelbe Gewerkschaften einzusetzen. Somit ist der Kampf hier in Deutschland auch ein globaler Kampf. Unternehmen wie DHL müssen wissen, dass wir es ernst meinen! Wir müssen diesen Kampf fortsetzen. Zusammen mit unseren Kollegen von DHL vereinen wir uns in diesem Kampf.“ Cotton versprach den Delegierten, „dass wir für euch eine starke internationale Föderation sein wollen“.