Deutliches Mitgliederplus

Noch nie hat ver.di so viele Mitglieder gewinnen können wie im zurückliegenden Jahr. Vor allem in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und unter den jungen Mitgliedern sind wir gewachsen
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ver.di Mitglieder
10.01.2024

ver.di blickt auf ihr bislang erfolgreichstes Jahr seit ihrer Gründung 2001 zurück. Im zurückliegenden Jahr 2023 sind unserer Gewerkschaft mehr als 193.000 neue Mitglieder beigetreten. Dem stehen knapp unter 153.000 Abgänge gegenüber. So verbleibt ein Nettozuwachs an Mitgliedern von rund 40.000 neuen Kolleginnen und Kollegen. Insgesamt hat ver.di damit aktuell nahezu 1,9 Millionen Mitglieder.

 

„ver.di kommt bei jungen Menschen überdurchschnittlich gut an. Das ist eine gute Nachricht für die kommenden Jahre.“

Frank Werneke, ver.di-Vorsitzender

Besonders groß war im letzten Jahr mit gut 50.500 Menschen der Zulauf unter unseren Jugendmitgliedern, zu ihnen zählen alle Mitglieder, die jünger als 28 Jahre sind. „ver.di kommt bei jungen Menschen überdurchschnittlich gut an. Das ist eine gute Nachricht für die kommenden Jahre“, sagt der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke. Der Anteil der Jugend an der Gesamtmitgliedschaft beträgt erstmals knapp 6,5 Prozent.

Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen setzen Maßstäbe

Unter den ver.di-Landesbezirken konnte der Landesbezirk Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen die beste Mitgliederentwicklung verzeichnen. Mit einem Plus von 3,23 Prozent habe der Landesbezirk Maßstäbe gesetzt. „Das zeigt, dass allen Unkenrufen zum Trotz gewerkschaftliches Engagement und Solidarität im Osten quicklebendig sind, das ist die notwendige Antwort auf das Anwachsen antidemokratischer Kräfte“, betont Werneke.

Eine vergleichbar positive Mitgliederentwicklung hat es zuletzt Mitte der Achtzigerjahre gegeben, als die Gewerkschaften für die 35-Stunden-Woche stritten. Eine entscheidende Rolle bei der jetzigen Mitgliedergewinnung haben die großen und vor allem erfolgreichen Tarifrunden wie etwa bei der Deutschen Post, im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen oder bei den Ländern gespielt. „Mit intensiver Mobilisierungsarbeit ist es in einem von hohen Inflationsraten geprägten Umfeld gelungen, die Beschäftigten zu motivieren, für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Dabei konnten Abschlüsse durchgesetzt werden, mit denen die Preissteigerungen für Energie und Lebensmittel insbesondere durch überdurchschnittliche Lohnerhöhungen in unteren Entgeltgruppen erfolgreich aufgefangen werden konnten“, betonte Werneke.

Es sind die wirtschaftliche Situation und der wachsende Fach- und Arbeitskräftemangel, die dafür sorgen, dass die Beschäftigten zunehmend ihre Zurückhaltung aufgeben und bereit sind, für ihre Forderungen einzutreten. Das zeigt sich aktuell auch in der großen Zahl von Eintritten in der seit Monaten laufenden Tarifrunde im Einzel-, Groß- und Außenhandel. Das heißt auch, ver.di wächst weiter.