Du verdienst mehr als das Minimum – und zwar so:

    Wer nach Tarif bezahlt wird, verdient in aller Regel deutlich mehr Geld als Beschäftigte, die sich lediglich auf gesetzliche Minimalregelungen verlassen. Beschäftigte mit einem Branchentarifvertrag erhalten im Schnitt 5,6 Prozent mehr Lohn als Beschäftigte ohne gültigen Tarifvertrag. Und im Geltungsbereich eines Firmentarifvertrags werden sogar rund 8 Prozent mehr verdient als ohne Tarif. Aber das ist nur ein Vorteil. Ein Tarifvertrag schafft auch Sicherheit, denn er schützt dich vor willkürlichen Änderungen durch deinen Arbeitgeber. Sind Arbeitszeit, Urlaub und Gehalt durch Tarifverträge geregelt, kann der Arbeitgeber dir nicht einfach per Änderungskündigung neue Bedingungen aufzwingen.

    5,6%

    mehr Lohn

    als Beschäftigte ohne

    gültigen Tarifvertrag

    Tarif-
    verträge

    schützen dich

    vor Benachteiligungen

    Noch ein Vorteil: Transparenz.

    Ein Blick in den Tarifvertrag und du weißt, was dir zusteht. Nur so wird Bezahlung nicht nach Gutdünken, Geschlecht, Sympathie oder bloß durch dein Verhandlungsgeschick entschieden. Aber selbst, wenn du gut verhandelst und Gehalt und Urlaub stimmen, sind noch viele weitere Dinge wichtig für einen guten Arbeitsplatz, auf die du als Einzelne/r im Betrieb keinen Einfluss hast. Tarifverträge schützen dich also vor Benachteiligungen und sorgen für Arbeitsbedingungen, die über die Regelungen deines Arbeitsvertrags weit hinausgehen.

    Tarifverträge machen deine Zukunft planbar,

    weil Gehälter, Lohnsteigerungen, aber auch Standards bei den Arbeitsbedingungen für die Tariflaufzeit festgeschrieben sind. Und dazu kannst du dich darauf verlassen, dass am Ende der Tariflaufzeit auf dieser Basis neu verhandelt wird. Auch in Zeiten betrieblicher Krisen kannst du darauf zählen, dass Deine Gewerkschaft dich schützt und deine Rechte und Interessen wirkungsvoll vertritt.

    Tarif-
    verträge

    machen deine

    Zukunft planbar

    Tarif-
    verträge

    sind rechtlich

    bindend

    Tarifverträge sind ebenso wie dein Arbeitsvertrag rechtlich bindend.

    Verstößt der Arbeitgeber gegen seine tarifvertraglichen Verpflichtungen, können diese vor Gericht eingeklagt werden – genauso wie bei Verletzung deines individuellen Arbeitsvertrags.

    Deine Arbeit ist mehr wert, als es der Tarifvertrag vorsieht? Kein Problem! Du kannst auch mit Tarifvertrag jederzeit noch bessere Bedingungen für dich raushandeln. Aber wo immer dich dein Arbeitsvertrag schlechter stellen würde, gelten automatisch die besseren Bedingungen des Tarifvertrags.

    Kurz gesagt: Das regelt ein Tarifvertrag …

    01

    Arbeitsbedingungen und -zeiten:

    mehr Urlaub, keine Willkür des Arbeitgebers, klare Regelungen bei Probezeiten und Kündigungsfristen, altersgerechtes Arbeiten, betrieblicher Gesundheitsschutz, Sicherheit, Heimarbeitsmöglichkeiten

    02

    Löhne und Gehälter:

    im Vergleich ein höheres Gehalt, dazu Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Überstundenaufschläge, vermögenswirksame Leistungen, betriebliche Altersversorgung

    03

    Aus- und Weiterbildung:

    Qualität der Ausbildung, Ausbildungsvergütung, Übernahme nach der Ausbildung, verbriefter Anspruch auf Weiterbildung

    04

    Digitalisierung, Automatisierung und Einsatz von KI:

    Absicherung der Beschäftigten, Beteiligung am Automatisierungsprozess (Informationspflicht), Ausgleichszahlung für Versetzung

    Drei Beispiele für gute Tarifverträge

    Bei Ryanair wird gestreikt
    © Foto: Maule/Fotogramma/ROPI

    Ryanair

    Ryanair - Fluggesellschaft (2019)

    Ein Monatsgehalt von 1.000 Euro brutto für eine Vollzeit-Tätigkeit? Für manche Flugbegleiter*innen des irischen Billiganbieters Ryanair in Deutschland war wegen saisonaler Schwankungen und fehlender Flugstundengarantie bittere Realität. Deutschen Kündigungsschutz gab es für sie nicht, und im Krankheitsfall drohte ihnen Entgeltabzug statt Lohnfortzahlung. All das änderte sich, als ver.di nach langwierigen Verhandlungen erstmals Tarifverträge und deutsches Arbeitsrecht bei Ryanair durchsetzte. Erreicht wurden unter anderem eine Anhebung des Grundgehalts um 600 Euro sowie weitere Entgeltsteigerungen von bis zu 250 Euro. Außerdem ist nun die Anwendung des deutschen Kündigungsschutzes sichergestellt, genauso wie die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

    Deutsche Post – Logistik (2019)

    Unterschiedliche Bezahlung bei gleicher Arbeit – gelebter Alltag bei der Deutschen Post AG, seit 2015 die Regionalgesellschaften für die Paketzustellung gegründet wurden. Auch wenn die Gründung dieser DHL Delivery GmbHs damals nicht verhindert werden konnte, ist es ver.di in der Zwischenzeit gelungen, viele neue Mitglieder in den Gesellschaften zu gewinnen und zum 1. Juli 2019 die Überleitung der rund 13.000 Beschäftigten in die Haustarifverträge der Deutschen Post AG zu erreichen. Die Spaltung der Belegschaft in zwei Klassen ist damit beendet, das Tarifentgelt für Beschäftigte der Regionalgesellschaften gesichert. Überdies wurden die Fremdvergabe von Zustellbezirken bis Ende 2020 und betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2022 ausgeschlossen.

    Drei von der DHL
    © Foto: dpa Bildfunk

    Deutsche Post AG
    Containerhafen
    © Tobias A. Müller/unsplash.com

    Containerterminal

    Eurogate – Containerumschlag (2018)

    Stell dir vor, du kommst zur Arbeit und erfährst, dass dein Job ab sofort von einer aus Indien ferngesteuerten Maschine gemacht wird – ein Schreckensszenario, das in manchen Branchen nicht mehr Science Fiction, sondern Realität ist. In Containerhäfen etwa sind viele Arbeitsplätze durch Automatisierungsprozesse bedroht. Damit die Beschäftigten dennoch nicht von abrupten Neuerungen überrumpelt werden können, hat ver.di mit Europas führender Containerterminal-Gruppe Eurogate den „Tarifvertrag Zukunft“ abgeschlossen. Er stellt sicher, dass die Belegschaft frühzeitig über entsprechende Planungen informiert wird und dass die Digitalisierung der Arbeitsplätze sozialverträglich abläuft. Außerdem verbietet er das Outsourcing der Fernsteuerung von Containerbrücken ins Ausland, wie es zum Beispiel in Australien praktiziert wird.

    Gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen –
    warum ver.di mit dir noch stärker wird

    Das Prinzip ist so einfach wie schlüssig: Je mehr Mitglieder eine Gewerkschaft hat, desto wirkungsvoller kann sie die Interessen der Beschäftigten vertreten. Wäre niemand in der Gewerkschaft, könnten die Arbeitgeber wieder einseitig bestimmen. Deswegen kommt es auf jedes einzelne Mitglied an, auch auf dich! Übrigens: Inzwischen können die Gewerkschaften auch immer öfter gesonderte Vorteile für ihre Mitglieder im Tarifvertrag verankern, denn die Gewerkschaftsmitglieder sind es, die Tarifverträge ermöglichen und durchsetzen.

    Und wenn du noch mehr machen willst, kannst du dich aktiv beteiligen. Sei dabei, wenn es darum geht, weitere Kolleginnen und Kollegen für unsere Ziele zu gewinnen, stelle dich Diskussionen in Betrieben und Dienststellen – oder mach dich mit unseren Seminaren fit für die Interessenvertretung. Hier findest Du weiteres Infomaterial.

    Du bestimmst von Anfang an mit: Was bei Tarifverhandlungen gefordert werden soll, diskutieren die in ver.di organisierten Kolleg*innen in den Betrieben und Dienststellen. Danach geht ver.di für euch in die Verhandlung – auf Augenhöhe mit den Arbeitgebern. Kommt es bei den Verhandlungen zu keiner Einigung und daher zum Arbeitskampf, kümmert sich ver.di um das Rechtliche – und zahlt ihren Mitgliedern aus der Streikkasse eine Unterstützung. Und natürlich bieten wir Informationen und Beratung zu allen weiteren Themen der Arbeitswelt. Seminare zu Tarifpolitik und Tarifrecht gibt’s übrigens auch schon für die ver.di Jugend.

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