Rente stärken

    Migranten erwerben oft nur geringe Rentenansprüche

    Migranten haben hohes Armutsrisiko im Alter

    Migrantinnen und Migranten sind vom Risiko der Altersarmut besonders hart betroffen. Denn wer aus einem anderen Land eingereist ist, kommt im Alter meist kaum über die Runden. Häufig arbeiten Migrantinnen und Migranten der ersten Generation in schlecht bezahlten Jobs. Sie haben durch fehlende Arbeitsgenehmigungen, Wartezeiten und Umschulungen meist Lücken in ihrem beruflichen Lebenslauf. Und können so nur geringe Rentenansprüche erwerben. Hinzu kommt, dass Menschen mit Migrationshintergrund oft Netzwerke fehlen, dass Sprachbarrieren sich ungünstig auswirken, Berufsabschlüsse nicht anerkannt werden – auch das schlägt sich in den Renten nieder.

    Wie viele Menschen mit Migrationshintergrund unter dem Risiko der Altersarmut leiden, ist nicht leicht in Zahlen zu fassen. In der Statistik gilt jeder, der keinen deutschen Pass hat, als Migrant. Eine einfache Methode, an Zahlen zu gelangen – und dabei fehlerhaft. Denn eigentlich sind viel mehr Menschen „Migranten“.

    Erwerbsbiografien sind zunehmend unstet

    Für alle Rentner/innen gilt: Die Höhe der eigenen Rente hängt vor allem davon ab, wie lange man gearbeitet und wie viel man in dieser Zeit verdient hat. Auch allgemeine gesellschaftliche Entwicklungen wirken sich auf die Rentenbiografien aus: Immer mehr Menschen in Deutschland arbeiten unter prekären Bedingungen, der Niedriglohnsektor ist seit den 90er Jahren gewachsen, die Erwerbsbiografien sind zunehmend unstet. Aber auch die Politik entscheidet darüber, wie viel Geld man im Alter bekommt. Weil die Rente „dynamisiert“ ist. Steigen die Löhne, sollten eigentlich auch die Renten üppiger ausfallen – den genauen Umfang legt die Regierung fest. Doch die Politik will, dass die Renten hinter den Löhnen zurückbleiben. So hat beispielsweise Rot-Grün vor fünfzehn Jahren beschlossen, die Renten abzusenken. Auch darum gibt es Altersarmut.

    Mit ihrer Rentenkampagne vor der Bundestagswahl 2017 wollten die Gewerkschaften im DGB die gesetzliche Rente stärken. Ein Stück weit ist das gelungen. Doch weiterhin muss der Niedriglohnsektor bekämpft, Arbeitslosigkeit eingedämmt werden. Außerdem muss aus Sicht der Gewerkschaften eine Erwerbstätigenversicherung eingeführt werden, damit auch Solo-Selbständige gesetzlich rentenversichert sind – ein entscheidender Punkt gerade für Migranten, die besonders häufig in die Selbständigkeit gehen.

    Text: Monika Goetsch