Recht & Datenschutz

    Solidarität ist die Antwort

    Eilt! SOS für Irfan

    Mohammad Irfan Foto: privat Mohammad Irfan

    Berlin, 16. August 2019 | Mohammad Irfan hat in seinem 22-jährigen Leben schon einiges erlebt, was für ein langes Leben bereits mehr als genug ist. Eine Familienfehde mit bisher mindestens drei Toten, darunter sein Bruder und Onkel, haben den jungen Pakistani vor mehr als vier Jahren zur Flucht nach Deutschland veranlasst. Er ist der Nächste auf der Abschussliste der blutigen Fehde, bis heute. Und er ist nicht ohne Grund bis heute deswegen beängstigt. Denn in Deutschland, das Land, das ihn vor vier Jahren aufgenommen hat, in das er sich bestens integriert hat – er spricht mittlerweile fließend Deutsch, absolviert gerade erfolgreich eine Krankenpflegehelfer-Ausbildung am Uniklinikum Marburg mit Übernahmegarantie und finanziert sich vollständig aus eigenen Mitteln –, steht er nun auf der Abschiebeliste. Schon kommende Woche droht ihm der Abschiebegewahrsam im hessischen Wetzlar.

    Petition gestartet

    Damit es soweit gar nicht erst kommt, hat sich ein breites Unterstützungsbündnis gegründet. Initiiert von Mark Müller, Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung am Marburger Uniklinum und ver.di-Mitglied, sowie dem ver.di-Sekretär Fabian Dzewas-Rehm, soll die Abschiebung Irfans verhindert werden. Dafür haben sie unter anderem eine Online-Petition gestartet. Solange sich der Petitionsausschuss des Hessischen Landtags mit ihr noch nicht beschäftigt hat, ist der Krankenpflegehelfer-Azubi Irfan formal vor einer Abschiebung geschützt. In großer Sorge ist er trotzdem, er ist so sehr darüber besorgt, dass es ihn selbst krank macht.

    Pakistan ist kein sicheres Land

    Das beste Argument für Irfans Verbleib in Deutschland samt Aufenthaltsgenehmigung liefert ein Kommentar zur Petition: „Jens Spahn wirbt um Pflegekräfte von den Philippinen und ein fähiger Krankenpfleger soll abgeschoben werden?“ Tatsächlich reist der Bundesgesundheitsminister von der CDU um die halbe Welt, um Pflegekräfte anzuwerben, während Fachkräfte wie Irfan, die hierzulande ausgebildet werden, abgeschoben werden sollen. Vor allem in Länder, die keineswegs sicher sind.

    In seinem Petitionsaufruf schreibt Mark Müller: „Pakistan ist kein sicheres Land, Islamisten und Militär bedrohen die Zivilgesellschaft, GewerkschafterInnen landen regelmäßig im Gefängnis, Textilfabriken, die unsere Kleidung produzieren, stürzen in sich zusammen und begraben hunderte ArbeiterInnen. Solange die Welt so ist und die Bundesregierung und deutsche Unternehmen ihren Anteil daran haben, hat Irfan jedes Recht hier zu sein und einer Arbeit nachzugehen. Toll, wie viele Menschen ihn unterstützen, Solidarität ist die richtige Antwort!“

    Irfan rennt die Zeit davon, deshalb: Die Petition unterschreiben, am besten gleich!

    Mehr erfahren

    Vor Ort

    Sie wollen mal mit ver.di-Leuten reden? Fragen stellen oder reinschnuppern? Finden Sie Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in Ihrer Nähe.

    Interaktive Karte Ansprechpartner finden

    Newsletter

    Sie wollen informiert bleiben? Dann registrieren Sie sich und erhalten Sie Ihren persönlichen Newsletter mit allen News und Infos zu unseren Aktionen und Kampagnen.

    Informiert sein Jetzt abonnieren

    Ihr Recht auf Mitbestimmung

    Betriebs- und Personalräte machen den Unterschied!

    Infos für Interessensvertreter Fachseiten Mitbestimmung