Politik & Wirtschaft

    Breites Bündnis fordert sozial- und klimaverträgliche Mobilitätswende

    Mobilitätswende ins Rollen bringen

    Berlin, 15. April 2021 – „Die Mobilitätswende geht alle an und sie kann nur gelingen, wenn die Politik handelt“, sagte Christine Behle, stellvertretende ver.di-Vorsitzende mit Verweis auf die Handlungsempfehlungen für eine sozial gerechte und ökologische Mobilitätswende, die ver.di heute im Zusammenschluss mit einem breiten Bündnis aus Gewerkschaften, Umwelt- und Sozialverbänden und der Evangelischen Kirche vorgestellt hat. Bei einem Blick in die Betriebe werde deutlich, so Behle, wie groß der politische Handlungsdruck im ÖPNV, dem Öffentlichen Personennahverkehr, sei.

    „Mit dem Ausbau des ÖPNV und Investitionen ins Personal kann die Wende ins Rollen gebracht werden.“

    Christine Behle, stellvertretende ver.di-Vorsitzende

    „Bis 2030 werden 100.000 neue Beschäftigte benötigt, zugleich schrecken die Arbeitsbedingungen viele Bewerber*innen ab. Mit dem Ausbau des ÖPNV und Investitionen ins Personal kann die Wende ins Rollen gebracht werden, so dass die Umwelt, die Beschäftigten und die Nutzer*innen am Ende profitieren“, betonte Behle. Gute Arbeitsbedingungen seien dafür eine wichtige Voraussetzung.

    Klima schützen und Lebensqualität verbessern

    Zusammen vertreten die Bündnispartner – neben ver.di sind das der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die IG Metall, der Sozialverband Deutschland (SoVD), der Sozialverband VdK Deutschland, die Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Verkehrsclub (VCD), der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ­– viele Millionen Menschen und signalisieren damit, dass weite Teile der Bevölkerung dringenden Handlungsbedarf im Bereich der Mobilitätspolitik sehen. Entsprechend fordert das Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende die Bundesregierung zu entschlossenerem Handeln auf: Aus der Sicht des Bündnisses ist es möglich, gleichzeitig das Klima zu schützen und die Lebensqualität von Millionen Bürgerinnen und Bürgern spürbar zu verbessern.

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    Der Beitrag des Verkehrssektors zum Klimaschutz sei längst überfällig. Gleichzeitig biete der Umbau des Mobilitätssystems die Chance, den unterschiedlichen Bedürfnissen aller Menschen im Land gerecht zu werden: ob Menschen in der Stadt oder auf dem Land, Beschäftigte mit hohem oder niedrigen Einkommensniveau, jung oder alt, gesund oder mit körperlichen Einschränkungen. Außerdem gehe es um die Beschäftigten in der Mobilitätswirtschaft, heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung.

    Durch seine Arbeit strebt das Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende an, die fortwährenden Auseinandersetzungen über die Zukunft der Mobilität zu entschärfen. Die Vorschläge des Bündnisses sollen dazu dienen, eine gemeinsame Vorstellung der künftigen Mobilitätswelt zu entwickeln und daraus Handlungsschritte abzuleiten. Die vorgelegte 55-seitige Broschüre mit dem Titel „Wie wir das Klima schützen und eine sozial gerechte Mobilitätswende umsetzen können“ erhebt dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern dient als Debattenanstoß.

    „Die Mobilitätswende hat das Zeug, als Gewinnergeschichte in die gesellschaftlichen Umbrüche des 21. Jahrhunderts einzugehen.“

    Jörg-Andreas Krüger, NABU-Präsident

    NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger sagt: „Die Mobilitätswende hat das Zeug, als Gewinnergeschichte in die gesellschaftlichen Umbrüche des 21. Jahrhunderts einzugehen.“ Das Bündnis benennt insgesamt vier Bereiche, in denen gehandelt werden muss: in der sogenannten öffentlichen Daseinsvorsorge, bei Lebensqualität und Ge­sundheit, in der Mobilitätswirtschaft , aber auch hinsichtlich eines Kultur­wandels in Sachen Mobilität. Darüber hinaus wurde auch die Finanzie­rung der Transformation intensiv diskutiert. Ziel ist, die formulierten Ideen in den kommenden Monaten im öffentlichen Austausch mit den Menschen und Bündnispartnern vor Ort weiter auszugestalten.

    „Die Transformation unseres Mobilitätssystems muss untrennbar mit sozialer Sicherheit und guter Arbeit verknüpft werden: Mitbestimmt, tariflich bezahlt und sozial abgesichert“, sagte Stefan Körzell, DGB-Bundesvorstandsmitglied, anlässlich der Vorstellung der Handlungsempfehlungen. Dort, wo Arbeitsplätze verloren gingen, müsse es neue Perspektiven für die Beschäftigten geben: im Fahrzeugbau, bei der Bahn, im ÖPNV, in den Planungsverwaltungen oder in der Softwareentwicklung. Dabei gehe es auch um gleichwertige Lebensverhältnisse: Viele ländliche Räume seien inzwischen vom öffentlichen Verkehr abgekoppelt. Das müsse sich ändern, denn: „Der ÖPNV ist das Rückgrat einer Mobilitätswende für alle.“

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