Dienstleistungspolitik

    Auch in Deutschland macht der Dienstleistungssektor über 2/3 des Anteils an Wertschöpfung und Beschäftigung aus. Dienstleistungen und Dienstleistungsarbeit sind von zentraler Bedeutung, ob für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, soziale Integration oder die Befriedigung individueller Bedürfnisse. Allerdings fehlt Dienstleistungen und Dienstleistungsarbeit bisher häufig die Anerkennung, die sie verdienen. Eine gewerkschaftliche Dienstleistungspolitik soll helfen, dies zu verändern. Ihr allgemeines Ziel besteht darin, gute Arbeit und hochwertige Dienstleistungen gemeinsam zu ermöglichen. Dabei bewegt sie sich innerhalb eines Interessendreiecks aus Arbeitgeber-, Beschäftigten- und Nutzerinteressen.  

    Um Dienstleistungsarbeit human zu gestalten, muss die wachsende Bedeutung der Dienstleistungen und der Dienstleistungsarbeit herausgestellt werden. Die fachlichen, sozialen und kommunikativen Kompetenzen der Beschäftigten müssen anerkannt und Dienstleistungsarbeit auch materiell aufgewertet werden. Innovationen zur Humanisierung der Dienstleistungsarbeit sind zu fördern und zu verbreiten.

    Eine solche Dienstleistungspolitik hat verschiedene Facetten. Sie erfolgt als Betriebs-  und Branchenpolitik im Sinne einer Interessensvertretung für Gute Arbeit der Beschäftigten und gute Dienstleistungen für die Menschen. Als Fach- und Tarifpolitik zielt sie auf die gesellschaftliche und materielle Aufwertung der Dienstleistungsarbeit. Sichere und eine gut bezahlte Arbeit sind Gegenstand einer Arbeitspolitik. Wirtschaftspolitisch müssen mehr öffentliche Investitionen insbesondere in gesellschaftlich notwendige Dienstleistungen fließen. Gesellschaftspolitische Aufgabe der Dienstleistungspolitik ist es, die Bedeutung der Dienstleistungen für Wachstum, Beschäftigung und eine nachhaltige Entwicklung zu verdeutlichen. Forschungs- und Innovationspolitik schließlich bedeutet hier, gute Dienstleistungen durch Innovationen und deren systematische Entwicklung zu fördern und dies mit dem Aspekt einer guten Arbeit zu verbinden.

    Dienstleistungstagung 2019

    Vom 10.-11. Januar 2019 fand die gemeinsame Tagung "Dienstleistungen im Umbruch: Spannungsfelder zwischen Service, Gemeinwohl, Arbeit und Technik" der Hans-Böckler-Stiftung und ver.di in Berlin statt. Zur Veranstaltungsdokumentation geht es hier.

     

    Gestaltung der Arbeitsbeziehungen in einem digitalisierten Dienstleistungssektor

    Herausforderungen und Chancen für die Sozialpartner. Ein Projekt von UNI Europa

    Gemeinsam mit dem „ZSI - Zentrum für Soziale Innovation in Wien“ hat UNI Europa 2017-2018 das von der Europäischen Kommission geförderte Projekt „Gestaltung der Arbeitsbeziehungen in einem digitalisierten Dienstleistungssektor – Herausforderungen und Chancen für die Sozialpartner“ durchgeführt.

    Link zur Dokumentation