Tarifnews

    Zustellungen massiv beeinträchtigt

    Streiks bei Amazon vorläufig beendet – Tarifkonflikt geht weiter

    Berlin, 7. April 2015 | ver.di zieht eine positive Bilanz der Streiks beim Versandhändler Amazon, die mit dem Ende der Spätschicht am vergangenen Donnerstag auch an den Standorten Leipzig, Bad Hersfeld, Rheinberg und Werne vorläufig ausgesetzt werden. Erstmals streikten in der letzten Woche auch Mitarbeiter/innen der Amazon Instant Prime Video GmbH in Elmshorn, des kleinsten Amazon-Standorts weltweit.


    Wieder haben sich viele Hundert Beschäftigte in den zurückliegenden Tagen an den Arbeitsniederlegungen beteiligt und klar gemacht, dass sie in ihrem Kampf für sichere und gute Arbeitsbedingungen nicht nachlassen. „Amazon bemüht sich um das Image eines arbeitnehmerfreundlichen Arbeitgebers, missachtet aber das grundsätzliche Recht der Beschäftigten auf einen Tarifvertrag und übt in den Versandzentren ein rigides Kontrollregime aus. Wenn Amazon angeblich so viel Respekt für seine Mitarbeiter hat, dann soll das Unternehmen dieser Behauptung endlich Taten folgen lassen, sich mit der Gewerkschaft an einen Tisch setzen und einen Tarifvertrag aushandeln, der existenzsichernde Löhne und gute Arbeitsbedingungen verbindlich garantiert“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

    In der Woche vor Ostern hatten Beschäftigte der Versandzentren Leipzig, Bad Hersfeld, Rheinberg, Werne, und Koblenz sowie Beschäftigte der Amazon Instant Prime Video GmbH in Elmshorn (Schleswig-Holstein) die Arbeit niedergelegt. In den Versandzentren ist deswegen einiges liegen geblieben. Die Zustellung von Sendungen wurde zudem durch die bundesweiten Warnstreiks bei der Deutschen Post AG massiv beeinträchtigt. Die Beschäftigten bei Amazon und der Deutschen Post wehren sich gegen die Tarifverweigerung bzw. Tarifflucht ihrer Arbeitgeber.