Tarifnews

    Beschäftigte erhöhen Druck

    Amazon: Sechster Standort zum Streik aufgerufen

    Berlin, 15. Dezember 2014 | Die Streiks beim Versandhändler Amazon werden ausgeweitet: Ab Dienstag (16. Dezember 2014), fünf Uhr, sind auch die Beschäftigten am Standort Koblenz dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Damit wird der Versandhändler zum ersten Mal zeitgleich an sechs Standorten bestreikt, nämlich in Bad Hersfeld (Hessen), Leipzig (Sachsen), Graben (Bayern), Koblenz (Rheinland-Pfalz), Rheinberg und Werne (beide NRW). Die Streiks an allen sechs Standorten dauern bis Mittwochabend (17. Dezember) bis zum Ende der Spätschicht an.

    Die Beschäftigten erhöhen damit den Druck auf Amazon. „Das Unternehmen stößt mit seiner Blockadehaltung, überhaupt über einen Tarifvertrag zu verhandeln, auf immer mehr Widerstand. Das Unternehmen versucht mit dem Hinweis, es orientiere sich am Logistiktarifvertrag, nur davon abzulenken, dass es die Rechte von Beschäftigten grundsätzlich missachtet und weiterhin willkürlich alleine über die Arbeitsbedingungen entscheiden will“, sagt Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied und zuständig für den Handel.

    An den fünf Standorten Bad Hersfeld, Leipzig, Graben, Rheinberg und Werne hatten bis Montagnachmittag insgesamt fast 2.300 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. „Das ist ein großer Erfolg. Die Beschäftigten zeigen Mut und Entschlossenheit“, so Nutzenberger.

    Amazon-Beschäftigte fordern Respekt und einen Tarifvertrag DPA Bildfunk Amazon-Beschäftigte fordern Respekt und einen Tarifvertrag