MHH: Halbzeit des 100-Tage-Ultimatums

Bessere Pflege, Entlastung, Nachwuchs - die Forderungen nach einem Tarifvertrag Entlastung der Krankenhausbeschäftigten stoßen bisher auf taube Ohren
27.06.2024
Auch an der MHH brauchen sie Entlastung

Mit einer Kundgebung am Donnerstagnachmittag auf dem Kröpcke in Hannovers Innenstadt haben die Beschäftigten der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) erneut auf ihre Forderungen nach einem Tarifvertrag Entlastung aufmerksam gemacht. Am 08. Mai 2024 hatten Pfleger*innen der MHH ihre Forderungen an ihren Arbeitgeber übergeben und ein 100-Tage-Ultimatum gestellt. Sollte es im Rahmen der Frist keine tarifvertragliche Lösung geben, sind Streiks angekündigt.

Die Forderungen der Krankenhausbewegung MHH lauten:

Bessere Pflege: Ein neuer „Tarifvertrag Entlastung“ für bedarfsgerechte Personalschlüssel zur Versorgung der Patient*innen
Entlastung: Belastungsausgleich durch freie Tage bei Unterschreitung der vereinbarten Personalschlüssel
Nachwuchs: Verbesserungen bei der Ausbildungsqualität

 

„Die MHH-Beschäftigten fordern lediglich ein, was in der Mehrzahl der Universitätskliniken bereits gelebt wird.“

ver.di-Landesbezirksleiterin Andrea Wemheuer

Bislang lehnt das Präsidium der MHH Tarifverhandlungen ab und verweist auf eine Zuständigkeit der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL). Die wiederum zögert mit der Aufnahme von Verhandlungen, obwohl es bundesweit mittlerweile in der Mehrzahl der Universitätskliniken ähnliche Tarifverträge gibt. ver.di fordert nun vom Land Niedersachsen, initiativ zu werden, um einen solchen Tarifvertrag zu ermöglichen.

 

„Es ist höchste Zeit für konstruktive Tarifverhandlungen, anstatt mit einem Zuständigkeits-Ping-Pong wertvolle Zeit zu verlieren“, sagt Wemheuer weiter. Die Beschäftigten hätten mit ihrem Ultimatum dokumentiert, dass ihre Geduld endlich sei. „Die Landesregierung sollte nun initiativ werden und einen landesweiten Leuchtturm guter Arbeit in der Spitzenmedizin ermöglichen.“

Mehr dazu in der ver.di publik: Ein Akt der Notwehr