Tarifnews

    „Inspirierendes Vorbild“

    Ausgezeichnet

    Film: Der Deutsche Fairnesspreis 2020 geht an Maryam Zaree und ihren Dokumentarfilm „Born in Evin“

    Berlin, 3. August 2020 – Wer wird schon im Gefängnis geboren? Die deutsch-iranische Filmemacherin und Schauspielerin Maryam Zaree ist einer dieser Menschen, allerdings wusste sie lange nichts davon. Mit Mitte Dreißig hat sie sich auf den Weg gemacht, die Leerstellen über ihren und den Lebensweg ihrer Eltern zu füllen. Das Schweigen über die Umbrüche im Iran vor 40 Jahren zu brechen, das Schweigen über die Inhaftierung ihrer Eltern unter dem Religionsführer Ayatollah Khomeini, das Schweigen über ihre Geburt im berüchtigten Teheraner Gefängnis Evin. Ihr Dokumentarfilm „Born in Evin“ wird jetzt mit dem Deutschen Fairnesspreis Film und Fernsehen ausgezeichnet. Der Preis wurde im vergangenen Jahr gemeinsam von ver.di und dem Bundesverband Schauspiel (BFFS) erstmalig ausgelobt. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Streitkultur“ und wird am 11. September 2020 im Rahmen der Preisverleihung zum Deutschen Schauspielpreis im Berliner Club Spindler & Klatt an Maryam Zaree überreicht werden. Zaree wurde bereits beim Deutschen Filmpreis 2020 in der Kategorie Dokumentarfilm mit der goldenen Lola ausgezeichnet.

    Maryam Zaree stellt die Welt auf den Kopf auf der Suche nach ihrer Geschichte promo Maryam Zaree stellt die Welt auf den Kopf auf der Suche nach ihrer Geschichte


    „Konstruktiv geführte Auseinandersetzungen sind eine wesentliche Voraussetzung einer freiheitlichen und mit Leben erfüllten Demokratie. Wie solche Auseinandersetzungen auch zu schmerzhaften Themen und bei großer persönlicher Betroffenheit gelingen können, das zeigt Maryam Zaree auf eindrucksvolle und tief berührende Weise“, sagt ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz. „In Zeiten, in denen wir eine positive Streitkultur, die Unterschiede anerkennt und nach Gemeinsamkeiten sucht, immer häufiger vermissen, sollte uns Zarees Film als inspirierendes Vorbild dienen.“

    Das Motto für den Deutschen Fairnesspreis wird in jedem Jahr neu ausgerufen. Eine fünfköpfige Jury wählt aus den Einreichungen der Berufsverbände der Filmbranche die Preisträgerproduktion aus. Der Jury gehören in diesem Jahr Ursula Höf (ver.di), Christine Urspruch (BFFS), Robin Pohle (bvft - Bundesvereinigung Filmton), Jens Bertram (BVM - Bundesvereinigung Maskenbild) sowie Christian Lex (VDD – Verband Deutscher Drehbuchautoren) an.