Tarifnews

    Zu Halloween raus zum Streik

    Monsterstreik bei Amazon

    Berlin, 31. Oktober 2016 – Die Beschäftigten des US-amerikanischen Versandhändlers Amazon sind heute am Halloween erneut im Streik. Arbeitsniederlegungen finden in Rheinberg und Werne (NRW), Graben (Bayern), Bad Hersfeld (Hessen) sowie Koblenz (Rheinland-Pfalz) statt. Die Arbeitsniederlegungen umfassen die Früh- und Spätschicht. In Bad Hersfeld und Koblenz haben die Streiks bereits Sonntagnacht begonnen. Wegen des Feiertags Allerheiligen in einigen Bundesländern am 1. November ist in den Versandzentren ein hohes Bestellvolumen aufgelaufen. Die Streiks werden erneut deutliche Wirkung zeigen.

    „Es ist nicht nur an Halloween zum Gruseln, dass Amazon die Arbeitsbedingungen weiterhin willkürlich diktieren und den Beschäftigten rechtlich verbindliche Absicherungen vorenthalten will.“

    Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied

    Die Beschäftigten verlangen, dass Amazon mit ver.di Verhandlungen über einen Tarifvertrag aufnimmt und seinen gewerkschaftsfeindlichen Kurs aufgibt. Es ist nicht nur an Halloween zum Gruseln, dass Amazon die Arbeitsbedingungen weiterhin willkürlich diktieren und den Beschäftigten rechtlich verbindliche Absicherungen vorenthalten will“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Als ein Ergebnis davon seien die Krankenstände bei Amazon extrem hoch. Die Beschäftigten verlangten existenzsichernde Löhne und gute Arbeitsbedingungen per Tarifvertrag. Die Lohnerhöhungen, die Amazon vorgenommen habe, seien ein Ergebnis der Streiks. Ohne Druck würde sich Amazon nicht bewegen. Die Beschäftigten würden weiter Druck machen für einen Tarifvertrag, sagte Nutzenberger.

    Wer hat Angst vor Amazon? Uwe Zucchi/dpa Bildfunk Planet Amazon: monstermäßige Streiks