Tarifnews

    Mindestens 350 Euro im Monat für jeden Beschäftigten

    Lufthansa: ver.di fordert Lohnsteigerung von 9,5 Prozent

    Berlin, 22.06.2022 – Für 20.000 Beschäftigte der Lufthansa stehen Tarifverhandlungen an. „Nach drei Jahren Lohnverzicht sind die Beschäftigten besonders hart von der hohen Inflationsrate getroffen. Deshalb gilt es jetzt mit deutlichen Lohnsteigerungen die Beschäftigten bei der Lufthansa zu halten und neue Beschäftigte mit attraktiven Gehältern zu gewinnen“, so die stellvertretende ver.di-Vorsitzende und Verhandlungsführerin Christine Behle. 9,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 350 Euro monatlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten – das sind die ver.di-Forderungen für die Lufthansa-Beschäftigten, die die ver.di-Konzerntarifkommission heute auf der Grundlage einer Beschäftigtenbefragung beschlossen hat.

    ver.di verhandelt für die Beschäftigten bei der Lufthansa AG Boden, Lufthansa Technik, Lufthansa Systems, Lufthansa Technik Logistik Dienstleistungen (LTLS), Lufthansa Cargo und der Lufthansa Service Gesellschaft (LSG). „Die enorme Arbeitslast im Betrieb, weiter steigende Preise und ihre Beiträge in der Krise rechtfertigen eine deutliche Lohnerhöhung. Damit kann auch eine Suche nach dringend notwendigem zusätzlichen Personal erleichtert und bessere Perspektiven für die Beschäftigten erzielt werden“, sagt Behle.

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    Personalmangel entgegenwirken

    Der Personalmangel bei den Fluggesellschaften ist extrem (siehe Bericht in der Mitgliederzeitung ver.di publik). So auch bei der Lufthansa. Mehr als ein Drittel des Personals ist hier in der Krise abgebaut worden. Diese Arbeit muss nun zum großen Teil von den verbliebenen Beschäftigten übernommen werden. Die Lufthansa habe mit diesem drastischen Personalabbau am Boden dafür gesorgt, dass der Verkehr beim Hochfahren des Luftverkehrs jetzt nicht mehr ordentlich aufrechterhalten werden kann, betont Behle. „Die Zeche dafür zahlen die Passagiere, vor allen Dingen aber die Beschäftigten, die täglich dem Ärger der Passagiere ausgesetzt sind. Die Belastungen sind extrem hoch und viele denken darüber nach, den Luftverkehr dauerhaft zu verlassen.“ Das müsse verhindert und die Situation deutlich verbessert werden.

    Neben der Forderung der Konzerntarifkommission nach einer Erhöhung der Vergütungen um 9,5 Prozent, mindestens aber um 350 Euro, soll der Stundenlohn für die jeweiligen Beschäftigtengruppen mindestens 13 Euro betragen. Zurzeit gibt es bei der LTLS und der Lufthansa Cargo noch Stundenlöhne unter 12 Euro. Es gilt zudem, auch nach der Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro, einen tariflichen Abstand zum Mindestlohn zu vereinbaren.

    Die erste Verhandlungsrunde mit der Lufthansa findet am 30. Juni 2022 in Frankfurt/Main statt.

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