Tarifnews

    Kündigungsschutz nur bis Mitte 2019 nicht akzeptabel

    Postbank: Tarifverhandlungen ohne Ergebnis abgebrochen

    Berlin, 26. September 2017 | Die Verhandlungen zwischen ver.di und der Postbank sind in der Nacht zum Dienstag (26. September 2017) ohne Ergebnis abgebrochen worden. Die Postbank hatte zuvor ein Angebot vorgelegt, das auch eine Regelung für einen tariflichen Kündigungsschutz bis 2019 vorsah. „Der Kündigungsschutz bis Mitte 2019 ist für uns nicht akzeptabel, da dieser in einer Phase auslaufen würde, in der wir ein hohes Risiko für Arbeitsplatzabbau sehen. Wir wollen die Beschäftigten für die Phase der Integration in die Deutsche Bank schützen“, sagt ver.di-Verhandlungsführer Jan Duscheck. Auch beim Thema Gehalt habe es keine Annäherung gegeben, da die Arbeitgeberseite nicht bereit war, über die angebotenen 1,5 Prozent zum 1. November 2017 und 1,0 Prozent zum 1. Februar 2019 hinauszugehen. Bei einer Inflation von 1,5 bis 2,0 Prozent komme dies einem Reallohnverlust gleich. Ein weiterer Verhandlungstermin wurde nicht vereinbart.

    22. September 2017: Warnstreik der Postbank-Beschäftigten in Berlin Foto: Christian Jungeblodt 22. September 2017: Warnstreik der Postbank-Beschäftigten in Berlin


    Erzwingungsstreik nicht ausgeschlossen

    ver.di kündigte an, die Arbeitskampfmaßnahmen in den kommenden Wochen zu intensivieren und in diesem Zusammenhang in eine Urabstimmung zu einem Erzwingungsstreik einzutreten. „Die Arbeitgeberseite hat mit diesem Verhandlungstermin eine wichtige Chance für eine Einigung im Sinne der Beschäftigten und der Kunden verstreichen lassen. Wir werden für die Sicherheit der Arbeitsplätze kämpfen“, so Duscheck.

    ver.di fordert eine Verlängerung des Kündigungsschutzes bis Ende 2022, die Erhöhung der Gehälter um fünf Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, eine deutliche Anhebung der Ausbildungsvergütungen sowie weitere unternehmensspezifische Forderungen. ver.di will zudem über Zukunftstarifvertrag, der auch Regelungen zur Digitalisierung beinhalten soll, verhandeln. Verhandelt wird für rund 18.000 Beschäftigte bei der Postbank, Postbank Filialvertrieb sowie der BHW-Gruppe und weiterer Tochterunternehmen.

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