Tarifnews

    Beschäftigte fordern 7 Prozent mehr Lohn

    Eisenbahn-Tarifvertrag: Warnstreiks im Schienenverkehr

    Berlin, 30.03.2022 – Nach drei ergebnislosen Verhandlungsrunden mit dem Arbeitgeberverband Deutsche Eisenbahnen e.V. (AGVDE) für die rund 6.000 Beschäftigten, die unter den Eisenbahn-Tarifvertrag (ETV) fallen, ruft ver.di die Beschäftigten mehrerer Verkehrsunternehmen in vier Bundesländern am 1. April 2022 zum Warnstreik auf. ver.di fordert für die Beschäftigten eine Lohnerhöhung von 7 Prozent. Die Arbeitgeberseite hatte zuletzt eine Erhöhung von lediglich 3 Prozent angeboten.

    „Wir werden mit den Warnstreiks ein erstes Zeichen setzen, dass unsere Forderungen ernst gemeint sind und die Arbeitgeber ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen müssen. Falls nötig, wird es auch zu weiteren Aktionen kommen“, betont ver.di-Verhandlungsführer Volker Nüsse. Die Beschäftigten und ihre Familien seien von den Preiserhöhungen der letzten Monate hart getroffen. „Es braucht eine Zeitenwende bei der Lohnentwicklung, um die steigenden Kosten aufzufangen und die Arbeitsbedingungen soweit zu verbessern, dass dem Personalmangel in vielen Betrieben etwas entgegengesetzt werden kann“, so der Gewerkschafter.

    „Die Beschäftigten, die unter den Eisenbahn-Tarifvertrag fallen, verrichten die Arbeit der Zukunft, auf die es jetzt in der Energie- und Klimakrise besonders ankommt.“

    Volker Nüsse, ver.di-Verhandlungsführer

    Nüsse verwies zudem auf den besonderen Stellenwert der Branche. Unter den Eisenbahn-Tarifvertrag fallen bundesweit etwa 40 Betriebe, die mehrheitlich ÖPNV auf Straße und Schiene sowie Schienengüterverkehr betreiben. Auch Hafenbetriebe und Werkstätten finden sich in dem Tarifbereich. „Die Beschäftigten, die unter den Eisenbahn-Tarifvertrag fallen, verrichten die Arbeit der Zukunft, auf die es jetzt in der Energie- und Klimakrise besonders ankommt.“ In den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten drücke sich die Wichtigkeit ihrer Tätigkeit allerdings nicht aus.

    Der Tarifvertrag läuft noch bis Ende März 2022. Ab dem 1. April sind Warnstreiks in den Betrieben möglich. Gestreikt wird in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Da regional mit Beeinträchtigungen im Öffentlichen Nahverkehr zu rechnen ist, wird ver.di vor Ort rechtzeitig über die konkreten Planungen informieren. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 26. April statt.

    Von den Warnstreiks sind auch Nahverkehrsbahnen betroffen dpa Von den Warnstreiks sind auch Nahverkehrsbahnen betroffen