Tarifnews

    Weiterer Weckruf für Amazon

    Amazon: Spätschicht in Leipzig kurzfristig zum Streik aufgerufen

    BERLIN, 18. Oktober 2014 | ver.di ruft am heutigen Samstag kurzfristig die Beschäftigten der Spätschicht bei Amazon in Leipzig zum Streik auf. Damit will ver.di im Rahmen der flexiblen Streikstrategie bei Amazon ein Zeichen setzen und besonders auf die Notwendigkeit aufmerksam machen, dass an den deutschen Standorten des weltgrößten Versandhandelsunternehmens tarifliche Regelungen unter anderem für Arbeiten zu ungünstigen Zeiten notwendig sind.

    „Gerade Arbeiten am Wochenende und in Abend- und Nachtstunden verursachen bei den Beschäftigten erhebliche gesundheitliche und familiäre Belastungen. Ein Tarifvertrag ist ein wirksames Mittel, um die Häufigkeit solcher Arbeiten zu begrenzen und durch Zuschläge einen Ausgleich für die Zusatzbelastung zu vereinbaren“, sagt ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

    Nur ein Tarifvertrag garantiere den Beschäftigten existenzsichernde Einkommen und Arbeitsbedingungen mit Schutzregeln zu Arbeitszeiten, Urlaub oder Pausen, so Nutzenberger. Amazon weigert sich weiterhin, das in Deutschland gesetzlich garantierte Recht der Beschäftigten auf einen Tarifvertrag anzuerkennen und will Einkommen und Arbeitsbedingungen dauerhaft willkürlich und einseitig festlegen. Die Beschäftigten erwarteten aber zu Recht, dass Amazon ihrer Arbeit mit Respekt begegne – und das drücke sich auch in einem Tarifvertrag aus. Der kurzfristige Samstags-Streik in Leipzig sei ein weiterer „Weckruf für Amazon“, so Nutzenberger.