Tarifnews

    Kein Einzelfall

    Bochumer Rewe-Markt muss Praktikantin über 17.000 Euro nachzahlen

    27. März 2014 | Mit der Hoffnung auf eine Lehrstelle hatte eine Praktikantin acht Monate lang in einem Bochumer Rewe-Markt unbezahlt gearbeitet. Sie klagte auf Lohn und hat nun vor dem Arbeitsgericht Bochum (Aktenzeichen 2 Ca 1482/13) gewonnen. Jetzt bekommt sie 17.281,50 Euro zuzüglich Zinsen und der Markt muss die Kosten des Rechtsstreits zahlen.

    Immer wieder hatte der Supermarkt die Praktikantin auf eine spätere Ausbildung vertröstet und das unbezahlte Praktikum verlängert. Das jedoch schien nur dazu zu dienen, Arbeitskosten zu sparen. Schließlich nahm sich die Dauerpraktikantin einen Anwalt. Sie sah zu diesem Zeitpunkt keine Perspektive mehr für eine Ausbildung in dem Rewe-Markt. Ihr Vorteil war, dass sie über ihre Dienstzeiten Buch geführt hatte und somit genaue Angaben zu ihren unbezahlten Arbeitsstunden machen konnte. Das Arbeitsgericht sprach ihr den verdienten Lohn zu.

    Damit ist sie nun doch noch zu ihrem Recht gekommen, doch viele wagen den Schritt zu klagen erst gar nicht. Sie haben einfach Angst, später keinen Arbeitsplatz mehr zu bekommen, weiß Helmut Süllwold, bei ver.di in Bochum für den Handel zuständig. Praktikanten hinzuhalten und nicht zu bezahlen, das sei leider kein Einzelfall. Märkte, Tankstellen, es gebe viele Unternehmen, die mit der Hoffnung auf Arbeit kalkulieren.

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