Tarifnews

    Rückkehr in die Tarifbindung bis 2018

    Real: Einigung über Eckpunkte für einen Zukunftstarifvertrag

    Berlin, 6. Juni 2016 | ver.di hat mit den Arbeitgebern für die rund 38.000 Beschäftigten der SB-Warenhauskette Real ein Eckpunktepapier für einen Zukunftstarifvertrag ausgehandelt. Mit dem zeitnahen Inkrafttreten eines Zukunftstarifvertrags soll eine weitgehende Standort- und Beschäftigungssicherung sowie die Rückkehr in die Tarifbindung im Jahre 2018 durchgesetzt werden, sagte Stefanie Nutzenberger vom ver.di-Bundesvorstand.
    Der Tochterkonzern der Metro Group hatte im Juni 2015 in der laufenden Tarifrunde im Einzelhandel den geltenden Flächentarifvertrag verlassen. In der Folge kam es zu Streikaktionen der Beschäftigten.

    „Für uns zählt das demokratische Votum der Mitglieder, die in dieser Auseinandersetzung engagiert um ihre Rechte gekämpft haben.“

    Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstand

    Mit den jetzt ausgehandelten Eckpunkten wurde aus Sicht von ver.di ein wichtiger Schritt zur Beilegung des Konflikts vollzogen. Real verpflichtet sich zur Rückkehr in die Tarifbindung. Allerdings erhalten die Beschäftigten bis einschließlich 2017 keine Gehaltserhöhung aus den Tarifrunden im Einzelhandel. Im Herbst 2016 soll über eine neue Entgeltstruktur bei Real verhandelt werden. Sollte es keine Einigung geben, gelten ab 2018 wieder die regionalen Tarifverträge.

    Das Unternehmen will 265 seiner insgesamt 283 bestehenden Märkte, die unter den Zukunftstarifvertrag fallen sollen, erhalten. Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen. Die vom Konzern geplanten Dumpinglöhne für neu eingestelltes Verkaufspersonal sowie die Streichung von Nachtzuschlägen konnten abgewehrt werden. Weiterhin soll für ungelernte Mitarbeiter die Möglichkeit erhalten bleiben, in Gehaltsstufen gelernter Kolleginnen und Kollegen aufzusteigen.  

    Die Eckpunkte beinhalten des Weiteren eine schrittweise Reduzierung des Weihnachtsgeldes von 2016 bis 2018 auf 40 Prozent, im Jahre 2019 auf 70 Prozent des bisher geltenden Satzes. Das Urlaubsgeld soll von 2017 bis 2019 ebenfalls um 40 Prozent gekürzt werden. Allerdings verpflichtet sich Real im Gegenzug ab dem Geschäftsjahr 2016/17 über fünf Jahre zu Investitionen von insgesamt 1 Milliarde Euro in seine Märkte. ver.di-Mitglieder erhalten zudem eine ausgleichende Sonderzahlung für die Kürzung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes.

    Über die Einigung wird ver.di in den nächsten Wochen eine Mitgliederbefragung durchführen. „Für uns zählt das demokratische Votum der Mitglieder, die in dieser Auseinandersetzung engagiert um ihre Rechte gekämpft haben“, so Nutzenberger.

    Bei real,- soll nichts mehr drin sein für die Beschäftigten Foto: Bernd Thissen/dpa Bildfunk Die Streiks der Real-Beschäftigten haben die Arbeitgeber zu Zugeständnissen bewegt