Tarifnews

    Schluss mit Gewerkschaftsverbot

    Ikea-Fabrik in den USA

    Schluss mit Gewerkschaftsverbot

    29.07.2011 | Beschäftigte setzen sich gegen Firmenzentrale in Schweden durch.

    Drei Jahre lang haben sie gekämpft, jetzt haben sie gegen den schwedischen Möbelhersteller Ikea gewonnen: die Beschäftigten einer US-amerikanischen Fabrik in Danville, Virginia. 77 Prozent der 300 Beschäftigten sprachen sich am Mittwoch (27.07.) für eine gewerkschaftliche Organisierung und damit für die Geltung eines Tarifvertrags aus.

    Der Leitung dieser von der Ikea-Tochter Swedwood betriebenen Fabrik war vorgeworfen worden, Gewerkschaftsaktivitäten der Angestellten zu behindern. Auch Niedriglöhne, angeordnete Überstunden und ethnische Diskriminierung werden der Fabrikleitung zugeschrieben. Erst nach drei Jahren wiederholter Beschwerden und internationaler Berichterstattung über die Zustände in Danville setzte Ikea eine Untersuchungskommission ein. Nun konnte die Gewerkschaft ihre Abstimmung organisieren.

    Eigentlich hat sich Ikea dem eigenen Verhaltenskodex "Iway" unterworfen, in dem die Behinderung gewerkschaftlicher Arbeit verboten ist. Dieser soll auch für alle Tochtergesellschaften und Lieferanten gelten. Doch schon seit langem haben schwedische Gewerkschaften Ikea vorgeworfen, in der Fabrik in Danville gegen die eigenen Regeln zu verstoßen. Sie fordern, dass Ikea sich zur Geltung eines Mindeststandards gewerkschaftlicher Rechte verpflichtet, die weltweit gelten sollen.