Tarifnews

    Nachhaltige Reform der Arbeitsbedingungen notwendig

    Ryanair: ver.di beginnt Tarifverhandlungen für Kabinenbeschäftigte

    13. August 2018 | ver.di nimmt am 15. August 2018 in Dublin Tarifverhandlungen für die rund 1.000 Kabinenbeschäftigten bei Ryanair in Deutschland auf. Nach einer Reihe von Sondierungsgesprächen seit Dezember 2017 war es im Juni 2018 zu einer Anerkennungsvereinbarung zwischen dem irischen Unternehmen und ver.di gekommen.

    Abbildung eines Ryanair Flugzeugs auf einem Rollfeld Anastasia Dulgier/unsplash.com Ryanair

    Zu den zentralen Forderungen von ver.di für die Kabinenbeschäftigten gehört eine substantielle Entgeltsteigerung. „Das Einkommen muss endlich existenzsichernd und planbar werden. Durch saisonale Schwankungen und fehlende Flugstundengarantie erhalten einige Vollzeit-Beschäftigte monatlich lediglich rund 1.000 Euro brutto. Das ist völlig inakzeptabel“, sagt ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle.

    Hinzu käme, dass Ryanair bisher deutsches Recht nicht anerkenne und Leistungen für die deutsche Sozialversicherung ablehne. Die Folge sei, dass es keine Sicherung der Entgeltfortzahlungen im Krankheitsfall gebe und es teilweise sogar zu Entgeltabzügen im Krankheitsfall komme. Die Gewerkschafterin kritisierte zudem, dass viele Beschäftigte bei Ryanair dauerhaft befristet arbeiten und kurzfristig an verschiedene europäische Stationen zwangsversetzt werden. „Wir erwarten, dass Ryanair umgehend die hiesigen Sozialstandards anerkennt“, so Behle. Die Gewerkschafterin wies darauf hin, dass die Tarifvereinbarungen für alle in Deutschland stationierten Kabinenbeschäftigten bei Ryanair gelten müssen. Das betreffe auch Beschäftigte, die für unternehmensnahe Leiharbeitsfirmen zu noch schlechteren Bedingungen arbeiten. Diese Beschäftigten machen nach Schätzungen von ver.di etwa 50 Prozent des Kabinenpersonals aus.

    Das irische Unternehmen täte gut daran, bei den nun einsetzenden Verhandlungen das gesetzlich geschützte Grundrecht auf gewerkschaftliche Organisierung zu respektieren, sagte Behle. Auch aus diesem Grund werde die Gründung der ver.di-Tarifkommission durch eine Patenaktion begleitet und unterstützt. Die Gewerkschaft habe dazu Politiker/innen und andere gesellschaftliche Vertreter/innen als Paten gewinnen können, die sich dafür einsetzen, dass die Kommission ohne Nachteile und Einschüchterungen handeln könne.

    Die Verhandlungen, die am 15. August aufgenommen werden, finden im Rahmen der internationalen Kampagne „CabinCrewUnited“ der Internationalen Transportarbeiter Föderation (ITF) statt. Gemeinsam mit Gewerkschaften in mehr als dreizehn Ländern fordert ver.di von Ryanair eine nachhaltige Reform der Arbeitsbedingungen für alle Kabinenbeschäftigten unter Anerkennung von jeweils nationalem Recht.

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