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    Dänisches Bettenlager setzt Betriebsrat unter Druck

    Dänisches Bettenlager setzt Betriebsrat unter Druck

    12. Juni 2012┃Der Betriebsrat beim Dänischen Bettenlager steht stark unter Druck. Für den Arbeitgeber hat der Prokurist der Firma, Ole N. Nielsen, beim Arbeitsgericht Flensburg einen Antrag auf Amtsenthebung gestellt. Drei Betriebsratsmitglieder sollen fristlos entlassen werden, ein weiteres ist unmittelbar davon bedroht. Der Grund ist ein Strategiepapier, das ein Teil des Betriebsrats in dessen Auftrag entwickelt hat. Das Papier war vom Betriebsrat beschlossen, aber noch nicht umgesetzt worden. „Somit handelt es sich um ganz normale Betriebsratsarbeit“, erläutert der für das Unternehmen zuständige ver.di-Sekretär Rainer Reichenstetter.

    "Seit vielen Jahren hat es Konflikte mit dem Arbeitgeber gegeben, allerdings nicht in der jetzigen Dimension."

    Rainer Reichenstetter, ver.di-Sekretär

    Beim Anhörungstermin am 11. Juni 2012 sprachen sich beide Seiten dafür aus, die bereits eingeleiteten Neuwahlen des Betriebsrats zügig umzusetzen. Damit bleibt der besondere Kündigungsschutz für alle Betriebsratsmitglieder erhalten. Das Gericht forderte beide Seiten zur Kommunikation und Kooperation zum Wohle der Beschäftigten auf.

    Das Dänische Bettenlager beschäftigt rund 6.500 Arbeitnehmer/innen und hat bundesweit 800 Filialen. Seit vielen Jahren hat es Konflikte mit dem Arbeitgeber gegeben, auch bei der zur Unternehmensgruppe gehörenden Großhandelsgesellschaft Bettenwelt, allerdings nicht in der jetzigen Dimension, so Reichenstetter.

    Weitere Infos auf den ver.di-Seiten des Fachbereichs Einzelhandel

    Text: Heike Langenberg