Tarifnews

    Internationale Wettbewerbsfähigkeit sichern

    ver.di und Reederei NSB wollen Ausflaggung stoppen

    Berlin, 13. Juni 2014 | ver.di hat im Rahmen von Gesprächen zur Beschäftigungssicherung mit der Reederei NSB (Niederelbe Schifffahrtsgesellschaft mbH) eine Vereinbarung getroffen, gemeinsam Möglichkeiten zur Weiterbeschäftigung von deutschen und europäischen Seeleuten zu prüfen und einen Rahmen zu schaffen, mit dem die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens dauerhaft gesichert werden kann.

    „Die Arbeitsplätze in der deutschen und europäischen Seeschifffahrt müssen erhalten bleiben und möglichst ausgebaut werden.“

    Torben Seebold, bei ver.di für die Schifffahrt zuständig

    „Die Arbeitsplätze in der deutschen und europäischen Seeschifffahrt müssen erhalten bleiben und möglichst ausgebaut werden“, fordert Torben Seebold, bei ver.di für die Schifffahrt zuständig. „Dazu brauchen die deutschen Reedereien und Seeleute Unterstützung aus der Politik, um Sofortmaßnahmen einer Förderung für die deutsche Flagge voranzubringen.“ Nur so könne internationale Wettbewerbsfähigkeit erreicht und weiteren Ausflaggungen, die mit Dumpinglöhnen einhergingen, entgegengewirkt werden.

    Mit der NSB wurde vereinbart, dass ein von ver.di vorgeschlagener externer Wirtschaftsprüfer mit der Überprüfung der von der NSB dargestellten Unternehmenslage beauftragt wird. Das Ziel ist, konkrete Maßnahmen zur langfristigen Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation der NSB aufzuzeigen.

    NSB ist die Reederei mit der größten Anzahl von Schiffen unter deutscher Flagge und hat auf derzeit 42 unter deutscher Flagge fahrenden Containerschiffen rund 500 deutsche und europäische Seeleute beschäftigt. Die Reederei hatte zuvor ihre schwierige wirtschaftliche Situation verdeutlicht und darauf hingewiesen, dass sie gezwungen sei, Schiffe zu verkaufen oder die Ausflaggung vorzunehmen, wenn keine Lösungen gefunden würden, um die Beschäftigung europäischer und deutscher Seeleute am maritimen Standort Deutschland zu sichern.

    Die Seeleutegewerkschaft ver.di und die NSB beschlossen als zentrale Maßnahme die Einbindung von Politik und Verbänden, um das Ziel der Sicherung des maritimen Standortes Deutschland durchzusetzen und damit Arbeitsplätze, Tariflöhne und maritimes Know-how zu erhalten. Der Förderrahmen für die deutsche Flagge soll auf ein Niveau gebracht werden, welches langfristig eine internationale Wettbewerbsfähigkeit
    europäischer Beschäftigter auf See sicherstellt. Jetzt seien Politik und Verbände gefragt.

    ver.di-Protest gegen Ausflaggung Büttner/dpa Bildfunk ver.di-Protest gegen Ausflaggung