Tarifnews

    Erneut Arbeitskampf in Hessen

    Keine Ruhe für Amazon: Streik in Bad Hersfeld

    Bad Hersfeld, 22. Juli 2013 | Seit Freitag, dem 19. Juli, wird bei Amazon in Bad Hersfeld gestreikt. Mehrere hundert Beschäftigte sind dem Streikaufruf von ver.di gefolgt. Noch immer kämpfen sie um ein Tarifentgelt auf dem Niveau der Einzel- und Versandhandelsbranche.

    Amazon bezahlt die Beschäftigten bislang nach einem eigenen Amazon-Vergütungssystem, das – je nach Standort – unterschiedlich ist. Allerdings liegt es überall deutlich unter dem Tarifentgelt, das für den Einzel- und Versandhandel in den einzelnen Bundesländern gilt. An keinem der deutschen Amazon-Standorte gibt es bislang einen Tarifvertrag.

    Streikende vor dem Amazon-Logistikzentrum in Bad Hersfeld DPA Bildfunk Streikende bei Amazon in Bad Hersfeld im Mai

      

    Streikleiterin Mechthild Middecke sagt zum Amazon-Streik in Bad Hersfeld: „Die Geschäftsführung sollte endlich begreifen, dass es den Beschäftigten von Amazon ernst ist mit der Forderung nach Abschluss eines Tarifvertrages für den Einzel- und Versandhandel in Hessen.“

    ver.di-Verhandlungsführer Bernhard Schiederig erklärt: „Der heutige 9. Streiktag in Bad Hersfeld macht noch einmal deutlich, dass es erst dann Ruhe bei Amazon geben wird, wenn auch für die Amazon-Beschäftigten die Tarifbindung hergestellt ist.“ Es könne nicht hingenommen werden, dass sich der Versandhändler Wettbewerbsvorteile erschleiche, indem er keine Tarifverträge anwende. Eine branchenübliche Bezahlung sei das Mindeste, was die Beschäftigten erwarten, dies müsse tarifvertraglich vereinbart werden.