Tarifnews

    Bundesweit im Streik

    Karstadt-Beschäftigte kämpfen für tariflichen Schutz

    25. Oktober 2013 | Bundesweit streiken heute und teilweise auch morgen die Beschäftigten in den Karstadt-Filialen, denn bislang weigert sich die Geschäftsführung, die im Mai aufgekündigte Tarifbindung zu erneuern und darüber hinaus einen Tarifvertrag zur Sicherung der Standorte und Beschäftigung zu vereinbaren. Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen feiert den Verkauf der Premium- und Sporthäuser an die österreichische SIGNA-Gruppe als seinen Beitrag zur Gesundung des Unternehmens  anstatt – wie anfänglich versprochen – in die Modernisierung zu investieren.

    Die nächste Verhandlungsrunde mit der Karstadt-Geschäftsführung findet Mitte November statt. Um ihren Forderungen nach einem Tarifvertrag zur Standort- und Beschäftigungssicherung und die Rückkehr in die Tarifbindung Nachdruck zu verleihen, hat ver.di zu Streiks und Aktionen aufgerufen. Zahlreiche Betriebe werden am heutigen Freitag und zum Teil auch am Samstag streiken. Zeitgleich finden in vielen Filialen Betriebsversammlungen bis deutlich in die Öffnungszeiten hinein statt.

    „Die Eigentümer Nicolas Berggruen und René Benko müssen endlich deutlich machen, wohin die Reise gehen soll."

    Arno Peukes, ver.di-Verhandlungsführer

    „Die Eigentümer Nicolas Berggruen und René Benko müssen endlich deutlich machen, wohin die Reise gehen soll. Die Verunsicherung der Beschäftigten, noch angeheizt durch die Berichterstattung über eine angebliche Schließung des Stuttgarter Hauses, muss ein Ende haben – die Menschen brauchen endlich Klarheit darüber, dass Karstadt nicht nur als Markenname, sondern auch als zuverlässiger Arbeitgeber erhalten bleibt. Wer nach der Tarifflucht von Karstadt im Mai jetzt auch noch das Unternehmen und die bisher erfolgreiche Mitbestimmung zerschlägt, spielt unverantwortlich mit den Ängsten der Beschäftigten", sagte Arno Peukes, ver.di-Verhandlungsführer der Karstadt-Bundestarifkommission.

    „Nach langen Jahren der Unsicherheit brauchen die Karstädterinnen und Karstädter eine planbare und verlässliche Zukunftsperspektive – die gibt es nur mit einem Tarifvertrag über eine Standort- und Beschäftigungssicherung und die Rückkehr in die Tarifbindung“, betonte Rüdiger Wolff, ebenfalls ver.di-Verhandlungsführer.

    Ihre Forderungen haben zahlreiche Beschäftigte bereits in den vergangenen Tagen durch Streiks unterstrichen. Nun sollen die Aktionen ausgeweitet werden. Zeitgleich finden heute und morgen und in der kommenden Woche Betriebsversammlungen statt. Die Kundinnen und Kunden müssen am Freitag und zum Teil auch am Samstag mit erheblichen Beeinträchtigungen bis hin zur Schließung von Häusern rechnen.

    Hier wird gestreikt

    Ein besonderer Streik-Schwerpunkt liegt im Norden und Westen des Landes. Beteiligt sind unter anderem:

    Berlin/Brandenburg: nahezu alle Karstadt-Häuser in Berlin und Brandenburg (Kundgebung bei Karstadt am KuDamm)

    Nord: die Karstadt-Häuser in Flensburg, Lübeck, Kiel, Neumünster, Norderstedt und Wismar

    Hamburg: nahezu alle Hamburger Karstadt-Häuser (gemeinsame Kundgebung mit den Beschäftigten aus dem Norden am Karstadt-Haus in der Mönckebergstraße)

    NRW: die Karstadt-Häuser in Gütersloh, Mühlheim/Ruhr, Duisburg, Essen, Bonn und Dortmund (gemeinsame Kundgebung in Dortmund am Karstadt-Haus)

    Hessen: die Karstadt-Häuser aus Darmstadt, Frankfurt Zeil und Viernheim (gemeinsame Kundgebung vor der Karstadt-Filiale in Darmstadt)

    Niedersachsen/Bremen: die Karstadt-Häuser Bremerhaven, Bremen, Lüneburg, Göttingen, Hannover, Braunschweig, Goslar, Celle (gemeinsame Kundgebungen in Bremen und Hannover)

    Bayern, Baden-Württemberg, NRW, Hessen: Betriebsversammlungen in zahlreichen Häusern. 

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