Seehäfen: Kräftige Lohnsteigerungen und Inflationsausgleich

    08.06.2022

    +++ Update +++

    Berlin 05.09.2022 – Nach eingehender Diskussionen und Befragungen hat heute die ver.di-Bundestarifkommission Seehäfen dem mit dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) am 23. August 2022 erzielten Tarifergebnis für rund 12.000 Beschäftigte in den Nordseehäfen Deutschlands endgültig zugestimmt. Somit tritt der Tarifvertrag jetzt in Kraft, die Details zum Vertrag siehe unten. „Unser Ziel war ein echter Inflationsausgleich, um die Beschäftigten nicht mit den Folgen der galoppierenden Preissteigerungen allein zu lassen. Das ist uns für die allermeisten Betriebe gelungen“, so ver.di-Verhandlungsführerin Maya Schwiegershausen-Güth. Ohne den außerordentlichen Einsatz der Kolleginnen und Kollegen, die mit Warnstreiks und Demonstrationen für ihre Ziele eingetreten seien, wäre der Tarifabschluss nicht durchsetzbar gewesen.

     

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    Berlin, 23.08.2022 – ver.di und die Beschäftigten an den Seehäfen in Deutschland haben nach vielen Wochen und einigen Streiks in der 10. Tarifverhandlungsrunde mit dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) für die rund 12.000 Beschäftigten in den Nordseehäfen ein Tarifergebnis erzielt. Es sieht deutliche Entgelterhöhungen vor und gleicht darüber hinaus die Preissteigerungsrate aus. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis. Unser wichtigstes Ziel war ein echter Inflationsausgleich, um die Beschäftigten nicht mit den Folgen der galoppierenden Preissteigerung allein zu lassen. Das ist uns gelungen“, sagte ver.di-Verhandlungsführerin Maya Schwiegershausen-Güth im Anschluss der Tarifrunde.

    Das Tarifergebnis im Detail

    Im Einzelnen sieht das Tarifergebnis folgende Regelungen vor: Ab 1. Juli 2022 steigen die Entgelte in Vollcontainerbetrieben in der Ecklohngruppe 6 (inklusive Sonderzahlung und Pauschale) um 9,4 Prozent; in den konventionellen und Stückgut-Hafenbetrieben steigen sie in derselben Referenzlohngruppe (inklusive Sonderzahlung und Pauschale) um 7,9 Prozent. Ab 1. Juni 2023 erhöhen sich die Entgelte in den genannten Betriebsarten um jeweils weitere 4,4 Prozent. Sollte die Preissteigerungsrate darüber liegen, tritt eine Inflationsklausel in Kraft, die eine Preissteigerungsrate bis 5,5 Prozent ausgleicht. Für den Fall einer höheren Inflationsrate haben die Tarifparteien eine Verhandlungsverpflichtung, inklusive eines Sonderkündigungsrechtes, vereinbart. Ansonsten hat der Tarifvertrag eine Laufzeit von zwei Jahren, er endet am 31. Mai 2024. In diesem Jahr ist das bundesweit das beste Tarifergebnis, das bisher in einer Branche erzielt wurde.

     
    Mehr Geld und Inflationsausgleich – der Einsatz der Beschäftigten an den Seehäfen hat sich gelohnt
    © Daniel Nide
    Mehr Geld und Inflationsausgleich – der Einsatz der Beschäftigten an den Seehäfen hat sich gelohnt


    Die ver.di-Bundestarifkommission hat bereits eine Beschlussempfehlung für das Ergebnis ausgesprochen. ver.di wird nun einen Diskussionsprozess mit den Mitgliedern in den Betrieben einleiten; am 5. September 2022 wird dann die ver.di-Bundestarifkommission final über das Tarifergebnis entscheiden.

    Mehr Infos, Tabellen und Zahlen zum Tarifergebnis

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    19.07.2022 – Nach sieben ergebnislosen Verhandlungsrunden haben die Arbeitgeber des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe ZDS auf den 48-stündigen Warnstreik am 14. Juli mit einem Gang vor das Arbeitsgericht Hamburg reagiert. Die Tarifparteien einigten sich auf einen Vergleich, der die Arbeitgeber zurück an den Verhandlungstisch holt. Insgesamt drei weitere Verhandlungstermine zwischen ver.di und dem ZDS sollen bis zum Ende dieser Woche vereinbart werden. Die Verhandlungen müssen bis zum 26. August erfolgt sein. Bis zum Abschluss dieser Verhandlungen herrscht zwischen den Tarifparteien Friedenspflicht, das heißt, es wird vorerst nicht gestreikt.

    Tausende Beschäftigte hatten am 14. und 15. Juli in Hamburg, Bremerhaven, Bremen, Emden, Wilhelmshaven und Brake die Arbeit im Rahmen eines Warnstreiks niedergelegt und so den Druck auf die Arbeitgeber erneut erhöht. Die Verhandlungen betreffen rund 12.000 Beschäftigte in den 58 tarifgebundenen Unternehmen in Niedersachsen, Bremen und Hamburg.

     
    Spaziergänger blicken auf den Containerhafen von Bremerhaven
    © dpa
    Die sich stau­en­den Schif­fe und Con­tai­ner in Bre­mer­ha­ven waren nicht zu über­se­hen

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    14.07.2022 – Die Verhandlungen im anhaltenden Tarifkonflikt mit ver.di und dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) sind aktuell unterbrochen – noch immer ist keine Einigung mit dem ZDS gelungen. ver.di hat daher mehrere tausend Beschäftigte in verschiedenen Seehäfen ab heute, dem 14. Juli 2022, zu einem 48-stündigen Warnstreik aufgerufen. „Wir sind nach wie vor bereit, eine Lösung auf dem Verhandlungsweg zu finden“, betont ver.di-Verhandlungsführerin Maya Schwiegershausen-Güth. 

    „Insbesondere vor dem Hintergrund der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung haben wir eine Reallohnerhöhung für alle Beschäftigten auf zwölf Monate gefordert. Auch das jetzt vorliegende Angebot wird dem nur ansatzweise gerecht und ist in der Betrachtung aller Komponenten noch immer ungenügend. Es verteilt das Risiko der Preisentwicklung insbesondere im zweiten Jahr einseitig auf die Schultern der Beschäftigten“, erklärt die ver.di-Verhandlungsführerin. 

    ver.di fordert für die rund 12.000 Beschäftigten in den 58 tarifgebundenen Betrieben in Niedersachsen, Bremen und Hamburg eine Erhöhung der Entgelte um 1,20 Euro pro Stunde sowie einen tatsächlichen Inflationsausgleich in Höhe von 7,4 Prozent bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von zwölf Monaten. Zudem fordert ver.di die Erhöhung der jährlichen Zulage für Vollcontainerbetriebe um 1.200 Euro.  

     

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    06.07.2022 – Im Tarifkonflikt zwischen ver.di und dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) konnte auch in der gestrigen Verhandlungsrunde am 5. Juli 2022 keine Einigung erzielt werden. Nach einer vermeintlichen Annäherung in der vorangegangenen Verhandlungsrunde am 27. Juni 2022 sind die Verhandlungen am gestrigen Tag ins Stocken geraten. „Unserer Forderung nach einem echten Inflationsausgleich kommen die Arbeitgeber mit dem jetzt vorliegenden Angebot nicht in ausreichendem Maße nach“, kritisiert ver.di-Verhandlungsführerin Maya Schwiegershausen-Güth. „Wir brauchen einen echten Inflationsausgleich, um die Beschäftigten in allen Betrieben nicht mit den Folgen der galoppierenden Preissteigerung allein zu lassen.“ Wichtig sei eine echte Reallohnsicherung über die gesamte Laufzeit des Tarifvertrages. Die ver.di-Tarifkommission habe das Angebot am heutigen Mittwoch abgelehnt und fordert die Arbeitgeber zu Nachverhandlungen auf. Schwiegershausen-Güth betonte, dass ver.di ein Ergebnis am Verhandlungstisch erzielen wolle und im Gegensatz zur Arbeitgeberseite aktuell keine Notwendigkeit für einen Schlichter sehe.

    Das Arbeitgeberangebot umfasst eine dauerhafte Erhöhung der Entgelte ab dem 1. Juni 2022 zwischen 5,18 Prozent für die Beschäftigten im Automobilumschlag und 8 Prozent für die Beschäftigten in Vollcontainerbetrieben sowie 3,5 Prozent für die beschäftigungsgesicherten Betriebe. Ab dem 1. Juni 2023 sollen die Löhne dann dauerhaft um weitere 3,1 Prozent steigen, bzw. 2 Prozent für die beschäftigungsgesicherten Betriebe, bei einer Gesamtlaufzeit von 24 Monaten.

    „Zu begrüßen ist das Angebot einer dauerhaften Erhöhung der Löhne um 8 Prozent für die Beschäftigten der Vollcontainerbetriebe, das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Sehr problematisch ist jedoch die von den Arbeitgebern geforderte lange Laufzeit mit einer niedrigen Erhöhungsstufe im zweiten Jahr ohne die Möglichkeit der Nachverhandlung“, betont die ver.di-Verhandlungsführerin. „Wichtig wäre eine Reallohnsicherung auch in 2023, um für die Beschäftigten einen tatsächlichen Inflationsausgleich zu schaffen.“ Weitere Streiks könne sie zum aktuellen Zeitpunkt nicht ausschließen, so Schwiegershausen-Güth.

    Die Verhandlungen betreffen rund 12.000 Beschäftigte in den 58 tarifgebundenen Unternehmen in Niedersachsen, Bremen und Hamburg.

     

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    Berlin, 24.06.2022 – „Das von den Arbeitgebern in der vierten Verhandlungsrunde vorgelegte Angebot hat sich als klassische Mogelpackung entpuppt“, so ver.di-Verhandlungsführerin Maya Schwiegershausen-Güth. Es sei völlig unzureichend und hätte keine substanzielle Verbesserung zum vorherigen Angebot gebracht. „Nach der Annäherung in der dritten Runde haben wir jetzt einen Rückschritt gemacht. Während die Beschäftigten der konventionellen Betriebe eine leichte Aufwertung erfahren, beinhaltet das nun vorliegende, letzte Angebot der Arbeitgeber einen Verlust für die Kolleginnen und Kollegen der Vollcontainerbetriebe. Gerade diese Betriebe profitieren aber mit hohen Lagergelderlösen von den aktuellen Lieferkettenstörungen.“

    ver.di hat deshalb die mehreren tausend Beschäftigten in den Seehäfen Emden, Bremerhaven, Bremen, Brake, Wilhelmshaven und Hamburg zu 24-stündigen Warnstreiks aufgerufen. „Wir hätten einen weiteren Warnstreik gern vermieden, aber das jetzt vorliegende, mehrheitlich verschlechterte Angebot ist für uns nicht annehmbar. Wir werden den Druck erhöhen und fordern die Arbeitgeber zu weiteren Verhandlungen auf. Ihr Angebot kann nicht das letzte Wort bleiben.“ Insgesamt haben sich rund 8.000 Kolleginnen und Kollegen an den Warnstreiks vom 23. auf den 24. Juni beteiligt. Das sei ein starkes Signal an die Arbeitgeber, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und ein deutlich verbessertes Angebot vorzulegen, so Maya Schwiegershausen-Güth.

    ver.di fordert für die rund 12.000 Beschäftigten in den 58 tarifgebundenen Betrieben in Hamburg, Bremen und Niedersachsen eine Erhöhung der Entgelte um 1,20 Euro pro Stunde sowie einen tatsächlichen Inflationsausgleich. Zudem fordert ver.di die Erhöhung der jährlichen Zulage für Beschäftigte der Vollcontainerbetriebe um 1.200 Euro sowie eine Laufzeit des Tarifvertrags von 12 Monaten. Der ZDS hatte zuletzt zwei Erhöhungsschritte in diesem und im nächsten Jahr von 3,2 und 2,8 Prozent und Einmalzahlungen von insgesamt 600 Euro angeboten. Angesichts der hohen Belastungssituation und kontinuierlich steigender Preise sowie einer aktuellen Inflation von knapp 8 Prozent erwarten die Beschäftigten nach wie vor ein deutlich besseres Angebot.

     


    Berlin, 11.06.2022 –
    In den Verhandlungen mit dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) über einen Lohntarifvertrag für die rund 12.000 Beschäftigten an den deutschen Seehäfen soll eine weitere Verhandlungsrunde vereinbart werden. Das hat die zuständige ver.di-Tarifkommission am Samstag, 11. Juni, in Hamburg nach mehrstündigen Beratungen beschlossen. Zudem sollen die Beschäftigten in den betroffenen Betrieben über den erreichten Stand diskutieren. Erstmals seit Jahrhehnten hatten sie kurz zuvor am 8. Juni gestreikt. Am Freitagabend waren die Verhandlungen nach zehnstündigen Beratungen ohne Ergebnis unterbrochen worden. Zuvor hatte der ZDS nach mehrfachen Sondierungen ein unzureichendes Angebot vorgelegt, das eine Erhöhung der Stundenlöhne um 0,90 Euro sowie unterschiedliche Pauschalzahlungen vorsah, die im Gesamtvolumen eine dauerhafte Erhöhung der Einkommen von 4,95 Prozent in den Containerbetrieben und 3,75 Prozent in den konventionellen Betrieben, teilweise noch darunter, ausgemacht hätten. „Dieses Angebot liegt weit unter der von ver.di geforderten Reallohnsicherung angesichts der aktuellen Preissteigerungsrate von 7,9 Prozent und ist für die Beschäftigten so nicht akzeptabel“, betonte ver.di-Verhandlungsführerin Maya Schwiegershausen-Güth am Samstag. Deswegen müsse weiterverhandelt werden. Ein neuer Verhandlungstermin mit dem ZDS soll in den nächsten Tagen vereinbart werden.

    Berlin, 08.06.2022 – Die ersten Warnstreiks von Hafenbeschäftigten seit Jahrzehnten erhöhen den Druck auf die laufende Tarifauseinandersetzung mit dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS). ver.di ruft in dem Tarifkonflikt mehrere tausend Beschäftigte in verschiedenen Seehäfen, darunter Hamburg, für Donnerstag, den 9. Juni 2022, zu mehrstündigen Warnstreiks in der Spätschicht auf.

     

    „Als Teil der kritischen Infrastruktur haben die Beschäftigten in den letzten Jahren durchgehend gearbeitet, sind an Belastungsgrenzen gegangen und haben als Keyworker der Lieferketten mit ihrer Hände Arbeit den Laden am Laufen gehalten.“

    Maya Schwiegershausen-Güth, ver.di-Verhandlungsführerin

    Das von den Arbeitgebern bislang vorgelegte Angebot sei völlig unzureichend, so Maya Schwiegershausen-Güth, die ver.di-Verhandlungsführerin. „Als Teil der kritischen Infrastruktur haben die Beschäftigten in den letzten Jahren durchgehend gearbeitet, sind an Belastungsgrenzen gegangen und haben als Keyworker der Lieferketten mit ihrer Hände Arbeit den Laden am Laufen gehalten. Sie haben Anerkennung und ihren gerechten Anteil verdient“, betont die Gewerkschafterin.

     


    Insbesondere der Hamburger Hafenlogistiker HHLA rechnet mit weiteren Problemen in der Schiffsabfertigung durch die angekündigten Streiks. Die HHLA betreibt im größten deutschen Seehafen drei Containerterminals und damit die wichtigste Drehscheibe für Im- und Export von Waren nach und von Deutschland. Und bereits jetzt stauen sich vor allen Seehäfen an der Nordseeküste zunehmend Containerschiffe, die auf Abfertigung warten. Dazu kommen die Container mit Ware, die sich in den Häfen und bei Speditionen stapeln. Aus Sicht der HHLA kämen die Streiks daher eher zur Unzeit, wie es ein Sprecher des Hafenlogistikers der Nordsee-Zeitung sagte.

    Der Stau von Schiffen und Containern ist allerdings kein Hamburger Problem allein. Mit Beginn der Corona-Pandemie vor zwei Jahren sind die globalen Lieferketten durcheinandergeraten. In Europa warten derzeit die meisten Schiffe vor Europas größtem Seehafen in Rotterdam auf ihre Ent- und Beladung. Zu Staus kommt es immer wieder auch in den großen Häfen an der Westküste der USA ebenso wie in den Häfen Chinas.

    Der Druck der Arbeitgeber, sich mit ver.di und den Beschäftigten schnell zu einigen, dürfte deshalb groß sein. Die Tarifverhandlungen werden am Freitag, 10. Juni 2022, um 10 Uhr in Hamburg fortgesetzt.

     

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