Tarifnews

    ver.di leitet Urabstimmung ein

    Privates Omnibusgewerbe: Unbefristete Streiks möglich

    19. Februar 2019 | Die Tarifverhandlungen im privaten Omnibusgewerbe Baden-Württemberg sind am 18. Februar nach drei Verhandlungsrunden und trotz zweier Warnstreikwellen ergebnislos beendet worden. Der Arbeitgeberverband WBO war nicht bereit, sein Angebot ausreichend zu verbessern. Angeboten hat er 3,0 und 2,3 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 26 Monaten. Das aber würde die Lohnschere zum kommunalen Nahverkehr weiter öffnen. Die ver.di-Tarifkommission hat nach einem letzten Einigungsversuch noch am Abend das Scheitern der Verhandlungen erklärt. Die Gewerkschaft wird ab nächster Woche die Einleitung der Urabstimmung in den Betrieben vorbereiten. Damit wären auch unbefristete Arbeitsniederlegungen im Busverkehr möglich.

    „Was heute auf dem Tisch lag, war so nicht abschlussfähig. Denn: mit diesem Angebot würde sich die Lücke zum kommunalen Nahverkehr weiter vergrößern statt verkleinern.“

    Andreas Schackert, ver.di-Verhandlungsführer

    Andreas Schackert, ver.di Verhandlungsführer: „Wir hatten gehofft, dass das Signal aus den Betrieben in der letzten Woche deutlich genug war. Offensichtlich kam die Botschaft aber noch nicht bei allen Arbeitgebern an. Was heute auf dem Tisch lag, war so nicht abschlussfähig. Denn: mit diesem Angebot würde sich die Lücke zum kommunalen Nahverkehr weiter vergrößern statt verkleinern.“ Der WBO sei noch nicht bereit gewesen, gemeinsam mit ver.di für konkurrenzfähige Löhne in der Branche zu sorgen. So aber würden die Arbeitgeber die fehlenden 800 Fahrerinnen und Fahrer nicht gewinnen können. ver.di bleibe selbstverständlich gesprächsbereit und lasse den Arbeitgebern nochmals eine Woche Zeit zum Nachdenken. „Sollte der WBO sein Angebot nachbessern, setzen wir uns jederzeit wieder an den Verhandlungstisch“, kündigte Schackert an.

    In der Lohnrunde für das private Omnibusgewerbe zwischen ver.di und dem Arbeitgeberverband von Baden-Württemberg WBO fordert die Gewerkschaft 5,8 Prozent bei zwölf Monaten Laufzeit, der Abstand zum Tarifvertrag des kommunalen Nahverkehrs (TV-N) soll spürbar verringert werden. Betroffen sind von den Verhandlungen rund 9.000 Beschäftigte der privaten Omnibusunternehmen in ganz Baden-Württemberg. Die dritte Verhandlungsrunde wurde für den 18. Februar vereinbart.

    Reutlingen: Warnstreik am Zentralen Omnibus-Bahnhof Foto: Fabian Sommer/dpa Reutlingen: Warnstreik am Zentralen Omnibus-Bahnhof