Tarifnews

    10.000 Beschäftigte von Umorganisation betroffen

    Telekom-Technikservice: ver.di kritisiert Standortschließungen

    Berlin, 18. Juni 2015 | ver.di weist die Pläne zur Umorganisation der Standorte des Deutschen Telekom-Technikservice (DTTS) als „vollkommen unverantwortlich“ zurück und fordert das Unternehmen auf, erneut in Verhandlungen über ein sozialverträgliches Konzept einzusteigen. „Die geplanten Standortmaßnahmen bedeuten für die Beschäftigten und ihre Familien einen unzumutbaren Kahlschlag, der im Ergebnis zu einem nicht nachvollziehbaren Rückzug von Arbeitsplätzen aus der Fläche führen würde“, sagte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von DTTS und Arbeitnehmervertreter, Frank Sauerland, am Donnerstag. „Die geplanten Standortmaßnahmen gefährden die Qualität des technischen Kundenservices und stellen das Erreichen wichtiger Unternehmensziele, wie zum Beispiel den geplanten Netzausbau der Telekom, in Frage.“

    DTTS ist der Technikdienstleister der Deutschen Telekom. Dort befassen sich bundesweit rund 19.000 Beschäftigte mit technischen Serviceleistungen. Vom drohenden Kahlschlag, nach dem die Standorte bis Ende 2017 von 153 auf bis zu 18 zusammengestrichen werden sollen, wären direkt und indirekt bis zu 10.000 Mitarbeiter/innen des Innendienstes erfasst. Den Betroffenen drohen künftig deutlich längere Wegezeiten zur Arbeit, die für mehrere Tausend Beschäftigte auch mehr als ein bis zwei Stunden für eine Fahrtstrecke betragen können.

    ver.di fordert stattdessen eine deutlich höhere Anzahl von Standorten, ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Abmilderung der Folgen des Umbaus sowie Standortgarantien und Schutzregelungen, so Sauerland. „Wir werden es nicht kampflos hinnehmen, wenn der Konzern Tausende von Beschäftigte infolge eines untauglichen Standortkonzepts gleichsam ‚auf die Straße‘ schickt und damit ihrer Freizeit und Erholungszeit beraubt“, sagte Sauerland. Erste Protestmaßnahmen gegen die Verlagerungen sind kommende Woche geplant.