Tarifnews

    Angriff auf die Pressefreiheit durch türkischen Staat

    ver.di fordert sofortige Freilassung des Journalisten Deniz Yücel und politische Konsequenzen

    28. Februar 2017 | ver.di fordert die sofortige Freilassung des Welt-Korrespondenten Deniz Yücel. „Die Untersuchungshaft für Deniz Yücel ist absolut inakzeptabel und ein weiterer Angriff auf die Pressefreiheit durch den türkischen Staat unter Präsident Recep Tayyep Erdogan. Das ist eine neue Qualität in der Verfolgung seriöser Journalisten, von denen bereits 150 inhaftiert sind. Wir fordern die sofortige Freilassung von Deniz Yücel. Die Bundesregierung ist dazu aufgefordert, sämtliche Möglichkeiten zu ergreifen, um Druck auf die türkische Regierung auszuüben. Dazu kann auch gehören, türkische Regierungsvertreter nur noch im Ausnahmefall einreisen zu lassen“, forderte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke.

    „Das ist eine neue Qualität in der Verfolgung seriöser Journalisten, von denen bereits 150 inhaftiert sind.“

    Frank Werneke, stellvertretender ver.di-Vorsitzender

    Gegen den deutschen Journalisten Yücel, der auch die türkische Staatsbürgerschaft besitzt, war gestern in der Türkei Untersuchungshaft verhängt worden. Ihm werden laut Medienberichten Propaganda für eine terroristische Vereinigung sowie Aufwiegelung der Bevölkerung vorgeworfen. Yücel hatte sich Mitte Februar der Polizei in Istanbul gestellt, die nach ihm fahndete. Der Welt-Korrespondent hatte in der Vergangenheit immer wieder kritisch über die Politik der türkischen Regierung sowie in jüngster Zeit über gehackte Emails berichtet, die vom Schwiegersohn des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan stammen sollen. 

    ver.di beteiligt sich an den Protestaktionen zur Freilassung von Deniz Yücel und kooperiert mit türkischen Journalistengewerkschaften, um verfolgte Journalisten zu schützen.

    Freiheit für Deniz Yüzel gefordert Foto: Arnold/dpa-Bildfunk Freiheit für Deniz Yücel und alle inhaftierten Journalist/innen in der Türkei gefordert