Tarifnews

    ver.di fordert Zukunft für Karstadt-Beschäftigte

    Benko übernimmt Karstadt

     15. August 2014 | ver.di und der Gesamtbetriebsrat von Karstadt erwarten von René Benko, dem neuen Eigentümer der Karstadt-Warenhäuser, eine Strategie für das Unternehmen, die die Zukunft des Warenhauses, die Arbeitsplätze und damit die Existenz der Beschäftigten sichert. 

    „Nicolas Berggruen und seine Beauftragten sind an einer Rettung von Karstadt in den letzten Jahren willentlich gescheitert", sagte Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied und zuständig für den Handel. Statt in Karstadt zu investieren, habe Berggruen über 2.000 Arbeitsplätze vernichtet und Kapital aus dem Unternehmen gezogen. „Es war Geld, das unter anderem über die Aufkündigung der Tarifbindung direkt aus den Taschen der Beschäftigten zu ihm floss. Die Beschäftigten sind von dem angeblich sozialen Investor Berggruen bitter getäuscht worden. Herr Berggruen hat den Beschäftigten mehr als deutlich zu verstehen gegeben, dass es mit ihm für Karstadt und die dortigen Beschäftigten keine Zukunft gibt.“

    ver.di und die Beschäftigten erwarten nun, dass René Benko anders handelt und Karstadt und den Tausenden Beschäftigten eine wirkliche Chance gibt. „Im Vergleich zu Herrn Berggruen hat die Signa-Holding in den letzten Monaten über die Garantie für die Warenkreditversicherer ein klares Signal gesetzt“, sagte Nutzenberger. Jetzt müsse René Benko umgehend zeigen, wie sein Zukunftskonzept für Karstadt aussieht, und dass er gewillt sei, umgehend und ausreichend in Karstadt zu investieren. Das Hin und Her bei den Managementkonzepten müsse endlich ein Ende finden. Es gehe darum, die Standorte und die Arbeitsplätze zu sichern und die Innenstädte durch die Karstadt-Häuser attraktiv zu halten.  

    „Die Beschäftigten haben lange genug verzichtet. Sie haben es mehr als verdient, dass man mit ihnen verantwortungsbewusst umgeht.“

    Hellmut Patzelt, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats von Karstadt

    Die Beschäftigten von Karstadt erleben seit Jahren eine Hängepartie. Für eine erfolgreiche Neuaufstellung von Karstadt ist wertvolle Zeit verspielt worden. „Das muss ein Ende haben. Die Beschäftigten haben lange genug verzichtet. Es liegt jetzt am neuen Eigentümer, die nötigen Mittel bereitzustellen, damit die Karstadt-Häuser überleben können“, sagte Hellmut Patzelt, der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von Karstadt. „Die Beschäftigten arbeiten Tag für Tag mit hohem Engagement für Karstadt. Sie werden das auch weiterhin tun und haben es mehr als verdient, dass man mit ihnen verantwortungsbewusst umgeht.“ Mit dem richtigen Konzept könne und werde Karstadt eine Zukunft haben. 

    ver.di und der Gesamtbetriebsrat fordern, dass die Beschäftigten in die Erarbeitung eines tragfähigen und nachhaltigen Zukunftskonzepts eingebunden werden, denn sie erleben jeden Tag, welche Kundengruppen in die Karstadt-Häuser kommen und was diese Kunden wünschen. „Das Wissen der Beschäftigten, die Tag für Tag in den Filialen stehen, ist unverzichtbar, um Karstadt voranzubringen“, sagte Nutzenberger. „Ebenso ist es notwendig, dass sich die einzelnen Filialen mit einem großen Maß an Eigenständigkeit auf die regional unterschiedlichen Kundenwünsche einstellen können. Auf dieser Grundlage und vor allem unter der Voraussetzung, dass die dringend notwendigen Investitionen erfolgen, stehen wir jederzeit für eine konstruktive Zusammenarbeit zur Verfügung.“ Dabei stehe aus Sicht der Beschäftigten, der Gewerkschaft und des Gesamtbetriebsrats die tarifliche Standort- und Beschäftigungssicherung sowie die Garantie existenzsichernder Einkommen durch eine Tarifbindung an den Einzelhandel im Mittelpunkt. 

    Karstadt-Warenhaus Carstensen/dpa Karstadt-Warenhaus