Tarifnews

    Was ist los bei H&M?

    Unterschriftensammlung für gekündigten Betriebsrat von H&M

    23. Mai 2013 | ver.di sammelt Unterschriften für Damiano Quinto, der von der Modekette Hennes & Mauritz in Trier gekündigt wurde, weil er als Betriebsrat eine andere Meinung vertreten hat.

    Die schwedische Modekette begründet ihr Vorgehen damit, dass Damiano Quinto als Beisitzer einer Einigungsstelle nicht die wirtschaftlichen Interessen von H&M vertreten habe. Deshalb wurde ihm nun zum dritten Mal von H&M gekündigt. In Deutschland aber genießen Betriebsratsmitglieder besonderen Kündigungsschutz. Das heißt eine ordentliche Kündigung ist nur wirksam, wenn der Betriebsrat zustimmt. Wenn die Zustimmung verweigert wird, kann ein Arbeitsgericht eine sogenannte „Zustimmungsersetzung“ aussprechen. Der H&M-Betriebsrat hat auch der dritten Kündigung nicht zugestimmt, am 18. Juni wird nun das Arbeitsgericht Trier verhandeln.

    Trier, Stuttgart, Hamburg … die schwedische Modekette macht immer wieder Schlagzeilen, weil sie die Arbeit von Betriebsräten bei der Betriebsratsarbeit behindert. Nun sind die Kunden gefordert. Sie können Damiano Quinto und allen anderen Betriebsräten helfen, indem sie ihren Unmut gegen das Vorgehen von H&M zeigen. Sie können in jedem H&M-Geschäft nach der Filialleitung verlangen, sich als Kunden vorstellen und sagen, dass sie sich wünschen, dass H&M sich an das deutsche Recht und den gesetzlich verankerten Schutz aktiver Betriebsräte hält. Wer als Kunde von H&M auf diese Weise Fairness gegenüber dem Personal und den Betriebsräten fordert, kann sich sicher sein, dass dies Wirkung hat und an die Filialleitung weitergegeben wird.

    Auch mit einer Unterschrift ist den Betriebsräten geholfen. ver.di hat dazu ein Flugblatt vorbereitet. Die Unterzeichner fordern darin die Geschäftsleitung von H&M auf, die Meinung von Betriebsräten und Einigungsstellenbeisitzern zu akzeptieren. Je mehr Unterschriften gesammelt werden, umso wirkungsvoller ist die Aktion. Deshalb sollten die Listen an so viele Menschen wie möglich weitergereicht werden. Die unterschriebenen Listen müssen bis 18. Juni um 10 Uhr bei ver.di in Trier eingegangen sein, egal ob per Post oder FAX, Hauptsache rechtzeitig vor der Verhandlung. Und gleich noch online die Petition unterzeichnen.

    Hier gibt es das Flugblatt mit der Unterschriftenliste