Tarifnews

    Azubis protestieren bundesweit für mehr Lohn

    Friseurauszubildende: ver.di fordert zwischen 10 und 20 Prozent mehr Lohn

    30. August 2017 |  ver.di zieht eine positive Bilanz der Protestaktionen „Das Friseurhandwerk geht baden“ vom 29. August 2017, die bundesweit stattfanden. „In rund 20 Städten wurde mit kreativen Aktionen über die schlechte Bezahlung von Friseurauszubildenden aufgeklärt und Druck gemacht für Tariferhöhungen. Das ist ein eindrucksvolles Zeichen für bessere Ausbildungsbedingungen“, sagte ver.di-Sekretär Marvin Reschinsky.

    ver.di will in elf Bundesländern (Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Berlin, Hamburg, Hessen, NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein) ab Herbst Tarifverhandlungen führen und fordert Erhöhungen zwischen 10 und 20 Prozent. Im ersten Ausbildungsjahr soll die Vergütung mindestens 325 Euro betragen. Angestrebt wird perspektivisch eine bundesweite Angleichung der Vergütungen. „Wir waren und sind jederzeit zu bundesweiten Tarifverhandlungen bereit. Leider haben wir bisher keine entsprechenden Signale seitens der Arbeitgeber erhalten“, sagte Reschinsky.

    Im Friseurhandwerk gibt es rund 23.000 Auszubildende. Laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) lag die durchschnittliche Ausbildungsvergütung im Friseurhandwerk 2015 im Osten bei gerade einmal 269 Euro, im Westen bei 494 Euro monatlich. Der bundesweite Gesamtdurchschnitt der tariflichen Ausbildungsvergütungen lag über sämtliche Branchen hinweg hingegen bei 826 Euro monatlich.

    Weitere Informationen zur bundesweiten Tarifkampagne „Besser abschneiden“

    Azubis aus dem Friseurhandwerk machen es vor: Wer was verändern will, muss was tun. Worauf wartest Du? Susann Prautsch/dpa Yes we kämm!  – Azubis aus dem Friseurhandwerk machen es vor: Wer was verändern will, muss was tun. Worauf wartest Du?