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    Alarmierend – 75 Millionen Jugendliche arbeitslos

    Alarmierend – 75 Millionen Jugendliche arbeitslos

    Weltweit sind derzeit fast 75 Millionen Jugendliche arbeitslos. Vierzehn Prozent der 14- bis 25-Jährigen in Europa und den entwickelten Industrieländern sind sogenannte „neet“ –„not in education, employment or training“. Das bedeutet, dass sich junge Menschen weder in einem Job, noch in einem Ausbildungsverhältnis befinden und sie keine Chance haben, sich zu qualifizieren. In der EU sind etwa 3,3 Millionen Jugendliche „neet“. Besonders hart hat es die jungen Spanier und Griechen getroffen – hier ist jede/r Zweite arbeitslos.

    Die Zahlen, die die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in der Studie „Global Employment Trends for Youth 2012“ vorlegt, sind alarmierend und erschreckend hoch.

    Jugendarbeitslosigkeit Foto: dpa - Bildfunk Motiv Arbeitsamt und Jugendlicher

    Seit 2007 sei die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen weltweit um weitere vier Millionen gestiegen. Seit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 sei kein nennenswerter Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit zu verzeichnen und für 2012 sei mit 12,7 Prozent arbeitslosen jungen Menschen auf der ganzen Welt zu rechnen.

    Besserung? Nicht in Sicht. Bis 2016 werde die Jugendarbeitslosigkeit in Europa auf „dramatisch hohen Niveaus“ bleiben, so der Bericht. Die ILO warnt vor einer „verlorenen Generation“. Erfolglos würden die Jugendlichen nach ordentlicher Arbeit suchen; zurück bleibe das Gefühl sozialer Ausgrenzung, Hoffnungslosigkeit und Nutzlosigkeit.

    Anstatt immer weiter zu sparen, sollte eine aktive Beschäftigungspolitik absoluten Vorrang haben in den Regierungen, um die Perspektiven für Jugendliche zu verbessern. Sie sollten, so die Verfasser der ILO-Studie, mehr Ausbildungszuschüsse bereitstellen. Oder auch Steuervorteile als Anreiz für Unternehmen anbieten, junge Leute einzustellen. Die Studie verlangt darüber hinaus nach Arbeitsmarktreformen, die auf die spezifischen Bedürfnisse der jungen Menschen zugeschnitten sind. Denn es ginge nicht allein darum, irgendwelche Jobs zu schaffen, sondern auch die Qualität der Arbeitsverhältnisse zu verbessern. Und langfristig Perspektiven zu schaffen.