Erste Tarifverhandlungsrunde für private Banken ohne Ergebnis

06.06.2024
Stärketst in Hannover: Aktive bei der Commerzbank in Hannover sind bereit für die Tarifrunde!

Die erste Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der privaten Banken endete am 6.6. ohne ein Resultat. Die Arbeitgeber hätten die Forderungen von ver.di als überzogen abgelehnt und keine konkreten Gegenvorschläge unterbreitet.

ver.di-Verhandlungsführer Jan Duscheck zeigt sich ernüchtert. Auch die Beschäftigten in den privaten Banken hätten in den letzten Jahren deutliche Einkommensverluste hinnehmen müssen. Er betont: „Diese Tarifrunde betrifft nicht die Großverdiener, sondern über 140.000 Beschäftigte, die in Filialen, im Risikomanagement und im Backoffice dafür sorgen, dass die deutsche Wirtschaft funktioniert und Privatpersonen gut beraten werden." Ihre Erwartung sei eindeutig: Der Kaufkraftverlust muss ausgeglichen werden.

Eine schwere Geburt

Bereits vor zwei Jahren bei den letzten Verhandlungen kam es zu einem langen Hin und Her. Nach neun Monaten ohne Ergebnis und mehreren Monaten ohne jegliche Reaktion der Arbeitgeberseite kam schließlich ein Tarifabschluss mit dem Arbeitgeberverband für das private Bankgewerbe (AGV) zustande. Allerdings gelang es nicht, die Tarifverträge weiterzuentwickeln oder wichtige Regelungen zu mobiler Arbeit oder einem speziellen Tarifvertrag für Nachwuchskräfte abzuschließen.

ver.di fordert eine Gehaltserhöhung von 12,5 Prozent, mindestens jedoch 500 Euro pro Monat, sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 250 Euro monatlich. Zudem möchte ver.di Verhandlungen über eine Modernisierung der Arbeitszeitregelungen anstoßen.

Um Druck aufzubauen, wird ver.di bis zur nächsten Verhandlungsrunde zu Aktionen und ersten Warnstreiks aufrufen. „Für uns ist wichtig, dass die Beschäftigten der privaten Banken zügig mehr Geld bekommen. Sie wollen angesichts des Wertverlustes ihrer Gehälter keine lange Hängepartie wie in der letzten Tarifrunde. Die wirtschaftlichen Spielräume für einen guten Tarifabschluss sind in den Unternehmen da“, betonte Duscheck.

Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 17. Juni 2024 in Berlin angesetzt.