Tarifnews

    300 IKEA-Betriebsräte rissen „Blockademauer“ ein

    Möbelhauskette IKEA verweigert Digitalisierungs-Tarifvertrag

    30.06.2022 – Bei IKEA wird im schnellen Tempo modernisiert, doch die schwedische Möbelhauskette verweigert mit ver.di einen Digitalisierungs-Tarifvertrag für die Beschäftigten abzuschließen. Mehr als 300 Betriebsräte der 54 deutschen IKEA-Niederlassungen haben deshalb am 29. Juni in Düsseldorf die Blockademauer der Unternehmensleitung symbolisch eingerissen. Die Betriebsräte waren anlässlich einer bundesweiten Tagung der Interessenvertretungen in Düsseldorf. „Die Aktion war ein voller Erfolg“, sagte ver.di-Verhandlungsführerin Maren Ulbrich. „Nun gilt es weiter aktiv zu bleiben und Druck zu machen, um die Blockadehaltung der IKEA-Unternehmensleitung auch real zu durchbrechen und einen Digitalisierungs-Tarifvertrag abzuschließen.“

    Eine Mauer aus Kartons wurde symbolisch gegen die Blockadehaltung der IKEA-Unternehmensleitung eingerissen Foto: ver.di Eine Mauer aus Kartons wurde symbolisch gegen die Blockadehaltung der IKEA-Unternehmensleitung eingerissen


    Bei IKEA werden zurzeit Möbelhäuser und interne Abläufe in schnellem Tempo umstrukturiert und modernisiert. Doch bisher hat die schwedische Möbelhauskette jede Verhandlung mit ver.di zu tariflichen Regelungen der Arbeitsbedingungen im Digitalisierungsprozess des Unternehmens verweigert. Den Versuch, das Unternehmen auf die aktuellen Herausforderungen einzustellen, unterstütze ver.di, doch das dürfe nicht auf dem Rücken und ohne Beteiligung der Beschäftigten passieren, sagte Maren Ulbrich. „Die Kolleginnen und Kollegen machen den Erfolg des Unternehmens IKEA aus. Deshalb haben sie ein Recht auf einen Tarifvertrag, der gute und gesunde Arbeitsbedingungen im Prozess der Digitalisierung sicherstellt“, so die Gewerkschafterin. Digitalisierungs-Tarifverträge böten eine sichere und rechtlich einklagbare Grundlage für Modernisierungsprozesse, die nicht auf Kosten der Gesundheit der Beschäftigten gehen dürften. „Die Kolleginnen und Kollegen kennen ihre Unternehmen in der Regel besser als hochbezahlte Manager. Deshalb sollte IKEA schon aus eigenem Interesse auf die Kompetenz der Beschäftigten setzen.“

    Düsseldorf, bundesweite IKEA-Betriebsräteaktion für einen Digitalisierungs-Tarifvertrag Foto: ver.di Düsseldorf, bundesweite IKEA-Betriebsräteaktion für einen Digitalisierungs-Tarifvertrag