Tarifnews

    Postbank: ver.di befragt die Mitglieder zum Ergebnis ab 28. März

    Gutes Ergebnis in unsicherem Umfeld

    23.03.2022 | Für die Postbank-Beschäftigten hat ver.di in der dritten Verhandlungsrunde ein Tarifergebnis erreicht, das ihnen mehr Gehalt in zwei Stufen bringt, mindestens aber 100 Euro und zwei Einmalzahlungen obendrauf. Die ver.di-Mitglieder werden über die Annahme des Ergebnisses befragt.

    Streikende Beschäftigte der zur Deutschen Bank gehörenden Postbank AG demonstrieren für höhere Einkommen Kay Herschelmann Streikende Beschäftigte der zur Deutschen Bank gehörenden Postbank AG demonstrieren für höhere Einkommen


    „Das waren harte Verhandlungen in einem sehr schwierigen Umfeld. Durch die beiden Einmalzahlungen und den Mindestbetrag in Höhe von 100 Euro haben wir besonders für Beschäftigte in den unteren Gehaltsgruppen viel erreicht“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Jan Duscheck.

    Das Verhandlungsergebnis

    Laut Verhandlungsergebnis soll es für die 15.000 Postbank-Beschäftigten im Deutsche Bank-Konzern ab dem 1. Juni 2022 eine Gehaltserhöhung von 3,1 Prozent geben und in einem zweiten Schritt, ab dem 1. Februar 2023, eine Gehaltserhöhung von noch einmal 2,1 Prozent, mindestens aber 100 Euro. Darüber hinaus erhalten die Beschäftigten im Mai 2022 sowie im Januar 2023 eine Einmalzahlung von jeweils 750 Euro.

    Für die Auszubildenden sollen die Vergütungen in zwei Schritten um insgesamt 100 Euro steigen, zudem gibt es für sie im Mai 2022 und im Januar 2023 eine Einmalzahlung in Höhe von jeweils 200 Euro.

    ver.di einigte sich mit der Deutschen Bank zudem darauf, dass Auszubildende in 2022 und 2023 Anspruch auf Übernahme in ein unbefristetes Angestelltenverhältnis haben, sofern ihre Ausbildungsleistungen einem Notendurchschnitt von mindestens 2,6 entsprechen.

    Kündigungsschutz

    Der bis zum 30. Juni 2023 befristete Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen konnte bis zum 31. Januar 2024 verlängert werden.

    Das schaffe Sicherheit und zwinge die Bank, bei weiterem Personalabbau intelligente und sozialverträgliche Lösungen anzuwenden, so Jan Duscheck. „Niemand geht gegen ihren oder seinen Willen von Bord“, sagte der ver.di-Verhandlungsführer. Die Vereinbarung für eine verbindliche Übernahme der Auszubildenden und die Verlängerung des Kündigungsschutzes schafften bis Anfang 2024 Arbeitsplatzsicherheit. Das sei ein gutes Ergebnis für die Beschäftigten in extrem unsicheren Zeiten, so Jan Duscheck.

    Weitere Vereinbarungen

    • Eine Verlängerung der bisherigen Umwandlungsoption von Geld in Freizeit bis Mitte 2024.
    • Mobile Arbeit in einem Umfang von bis zu 60 Prozent möglich.
    • Beschäftigte, die das 56. Lebensjahr vollendet haben, können für die Dauer von neun Jahren eine Alterszeitregelung beanspruchen, die auch im Blockmodell möglich ist. Die Altersteilzeitvergütung wird dabei um 35 Prozent aufgestockt.

    Noch in der Nacht haben die Tarifkommissionen Postbank Klassik und Postbank Filialvertrieb dem Ergebnis zugestimmt. Dem Ergebnis müssen nun noch die ver.di-Mitglieder zustimmen. Dazu startet ver.di ab dem 28. März 2022 eine Mitgliederbefragung.

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