Tarifnews

    Verhandlungen über Gehälter und Honorare starten

    Tarifrunde im öffentlich-rechtlichen Rundfunk

    11.04.2022 – Morgen startet die Tarifrunde um Gehälter und Honorare für die über 45.000 Beschäftigten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Mit der Forderung nach Tariferhöhungen von 5,5 bis sechs Prozent, mindestens aber 250 Euro sowie wertgleiche Erhöhungen für Freie geht ver.di in die diesjährige Tarifrunde. Verhandelt wird für die Landesrundfunkanstalten der ARD, das ZDF und das Deutschlandradio. Zum Auftakt wird am morgigen Dienstag für den Norddeutschen Rundfunk (NDR) verhandelt. Später folgen der Bayerische Rundfunk (BR), der Südwestrundfunk (SWR) und das Deutschlandradio. Terminiert ist bereits der Auftakt für den Westdeutschen Rundfunk (WDR) am 20. Mai.

    Mit einer Mindesterhöhung möchte ver.di vor allem die unteren Gehaltsgruppen unterstützen, die von den Preissteigerungen besonders betroffen sind. „Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Situation ist es sinnvoll, wirksame Einkommenserhöhungen durch Mindestbeträge in Verbindung mit kurzen Laufzeiten der Tarifabschlüsse bis ins kommende Frühjahr zu erreichen“, erklärte Matthias von Fintel, ver.di-Tarifkoordinator im Bereich Medien, Journalismus und Film. „Darüber hinaus sind wir bereit, die Erhöhungen für die oberen Tarifgruppen bei 350 bis 400 Euro zu kappen.“ Für die Freien, die zahlenmäßig mehr als die Hälfte der Beschäftigten im Rundfunk stellen, will ver.di wertgleiche Abschlüsse erreichen. Dazu gehört auch die Einführung von Honorarersatzzahlungen für Krankheitstage.

    Nach der langen Laufzeit der letzten Tarifabschlüsse über gut drei Jahre will ver.di nun versuchen, die gestiegenen Lebenshaltungskosten durch zeitlich überschaubare Abschlüsse aufzufangen, so von Fintel. Zu berücksichtigen sei darüber hinaus die sinkende Stellenanzahl sowohl bei den Angestellten als auch im Bereich der Freien bei einer Zunahme der Aufgaben. Die Transformation des Rundfunks zum überall erreichbaren digitalen Medienangebot fordere die Rundfunkbeschäftigten zusätzlich zur Arbeit an den anspruchsvollen Programmen der Sender. 

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