Tarifnews

    Höchste Tariferhöhung seit Jahren

    DHL Home Delivery: 2.820 Euro mehr Gehalt bis Ende 2023

    Berlin, 25.07.2022 – Die Beschäftigten der Deutsche Post-Tochter „DHL Home Delivery“ wickeln vor allem für Geschäftskunden die gesamte Lagerung von Waren, ihren Versand und das Retourenmanagement ab. Rund 2.000 Mitarbeitende zählt das Unternehmen (Stand 2020), der Umsatz liegt im dreistelligen Millionenbereich. Am Geld konnte es also nicht liegen, dass der Tarifvertrag bisher unter dem Flächentarif für Logistik in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen lag. Doch das ändert sich jetzt: Die ver.di-Mitglieder und Aktiven bei der DHL Home Delivery haben sich einen deutlich besseren Tarifvertrag mit bis zu 8,6 Prozent höheren Löhnen erstritten.

    Beschäftigte von DHL Home Delivery am 02.06.2022 beim Streik in Staufenberg ver.di Der Streik zahlt sich jetzt auch für die Beschäftigten des Logistikzentrums in Staufenberg aus


    Mit der Gehaltszahlung im Monat August erhalten die Beschäftigten bei der DHL Home Delivery zunächst eine Einmalzahlung in Höhe von 500 Euro. Diese 500 Euro werden dann ab 2023 für die Entgeltgruppen 1-4 als Jahressonderzahlung jeweils im November des Jahres gezahlt. Für die Entgeltgruppen 5-6 wird die Richtgröße zur Ermittlung des variablen Entgeltes zum 1. Januar 2023 um diese 500 Euro erhöht. Darüber hinaus werden die Monatsentgelttabellen zum 1. Oktober 2022 zusätzlich für alle um 140 Euro erhöht.

    Durch die Tarifeinigung werden für Vollzeitbeschäftigte ab August 2022 die Einkommen aufs Jahr gerechnet um 920 Euro erhöht. Für das Jahr 2023 summiert sich das insgesamt auf 1.900 Euro (Teilzeitbeschäftigte anteilig). In der Entgeltgruppe 2 Stufe 2 steigen die Tarifentgelte somit insgesamt um 8,6 Prozent. Auch die Ausbildungsvergütung steigen: zum 1. Oktober 2022 im ersten Jahr auf 850 Euro, im zweiten Jahr auf 950 Euro, im dritten Jahr auf 1.050 Euro und im vierten Jahr auf 1.100 Euro.

    Streiks und neue ver.di-Mitglieder

    Das Ergebnis ist eine der höchsten Tariferhöhungen im Konzern Deutsche Post DHL seit Jahren und konnte nur durch die Streikbereitschaft der vielen ver.di-Mitglieder erreicht werden. So haben sie unter anderen am 2. Juni 2022 an den Standorten Staufenberg, Braunschweig und Greven-Reckenfeld die Arbeit niedergelegt, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen. Mehrere hundert Kolleg*innen waren dem Aufruf von ver.di gefolgt. Zudem haben sie viele neue Kolleg*innen für ver.di gewinnen können. Das alles hat die Verhandlungskommission gestärkt und zum guten Tarifergebnis beigetragen.

    Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 17 Monaten bis zum 31. Oktober 2023.