Tarifnews

    Erklärungsfrist endet am 4. April

    AOK: Tarifeinigung bringt 5,6 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten

    23. Februar 2018 | ver.di hat für die 55.000 Beschäftigten der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) ein bundesweites Tarifergebnis mit den Arbeitgebern erreicht. Die Vergütungen sollen demnach um 5,6 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten erhöht werden. Diese sind aufgeteilt für 2018 um 3,0 Prozent rückwirkend zum 1. Januar 2018 und für 2019 um weitere 2,6 Prozent. Ergänzend soll stufenweise bis 2019 das Weihnachtsgeld von 95 Prozent eines Monatsgehaltes auf 100 Prozent angehoben werden. Die Zeitzuschläge für Nacht- und Samstagsarbeit sollen ab sofort auf 20 Prozent je Stunde erhöht (bisher 1,28 Euro bzw. 0,64 Euro je Stunde) werden. Der bestehende jährliche Gesundheitszuschuss wird laut Verhandlungsergebnis um 25 Prozent auf 100 Euro jährlich erhöht. Bereits am kommenden Dienstag startet die Mitgliederbefragung zur Annahme des Tarifergebnisses. Die Erklärungsfrist endet am 4. April 2018.

    Geld ist genug da! Karmann/DPA 5,6 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten und weitere Verbesserungen, darüber können sich 55.000 Beschäftigte der AOK freuen

    „Dies ist ein Tarifabschluss, der sich sehen lassen kann. Damit konnte nicht nur eine Reallohn-Steigerung erreicht werden. Er ist auch der wirtschaftlichen Lage angemessen,“ sagte Gabriele Gröschl-Bahr, als ver.di-Bundesvorstandsmitglied zuständig für die Sozialversicherung. Eine besondere Anforderung der Auszubildenden war die Forderung von bisher 27 Tagen nach 30 Tagen Urlaub im Jahr. „Ab 2018 gibt es jetzt auch für Azubis 30 Urlaubstage sowie eine Regelung zur unbefristeten Übernahme nach der Ausbildung“, sagte Gröschl-Bahr. Im Hinblick auf die massiven Auswirkungen der Digitalisierung bei den Krankenkassen wurde im Rahmen der Entgeltverhandlungen die Aufnahme von gesonderten Tarifverhandlungen zu diesem Thema vereinbart.

    Nachdem die Arbeitgeber zunächst nur geringe Erhöhungen angeboten hatten, waren in der vergangenen Woche die Warnstreiks in einer ersten Welle im Süden der Bundesrepublik (Bayern und Baden-Württemberg) mit rund 2.000 Teilnehmer/innen gestartet worden. In der dritten Verhandlungsrunde konnte nun die Tarifeinigung erreicht werden.