Tariferhöhungen für Zeitschriften-Redaktionen

27.03.2023

In der sechsten Runde der Tarifverhandlungen für Zeitschriften-Redaktionen am 23. März 2023 in Hamburg haben sich Gewerkschaften und Arbeitgeber auf einen Abschluss verständigt. Demnach erhalten die Beschäftigten ab April 2023 rund acht Prozent mehr Geld. Die Entgelterhöhung für die rund 5.000 Redakteur*innen und Volontär*innen setzt sich zusammen aus einer Tariferhöhung um 4,4 Prozent ab April 2023 und einer Festbetragserhöhung von 125 Euro ab März 2024 (die Volontariatsvergütung steigt dann um 100 Euro) sowie monatlichen Zuschüssen als Inflationsausgleichsprämie von 125 Euro vom nächsten Monat an bis zum Ende der 25 Monate dauernden Laufzeit bis Ende September 2024. Verhandelt haben ver.di und der DJV mit dem Medienverband der Freien Presse (MVFP).

 

Das Tarifergebnis wirke sich mit 277 Euro oder acht Prozent mehr Geld auf der Gehaltsabrechnung besonders positiv für junge Redakteurinnen und Redakteure und mit 214 Euro bzw. 10,5 Prozent für Volontärinnen und Volontäre aus. „Dieser Schwerpunkt war uns wichtig“, erklärte ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel. Die zweite Erhöhung in einem Jahr falle mit einem einheitlichen Festbetrag von 125 Euro und 100 Euro für Volontär*innen nochmal mit stärkerer Wirkung für diese Berufsgruppen aus. Für alle Redakteur*innen würden dann im März 2024 zwischen 11,5 und 8,8 Prozent mehr Geld als derzeit ausgezahlt.

„Entscheidend für dieses Ergebnis waren gute Unterstützungsaktionen in den Verlagen Der Spiegel, Deutscher Fachverlag und Heise im direkten Vorfeld der sechsten Verhandlung. Das hat zu deutlichen Nachbesserungen zu den vorherigen Verleger-Angeboten geführt. Gemessen an unserer Ausgangsforderung von acht Prozent können die aktiven Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in den Redaktionen zufrieden auf das Ergebnis schauen“, betonte von Fintel.

„Auf die Tagesordnung einer sich unmittelbar anschließenden Verhandlung haben wir die Einbeziehung von Online-Redakteur*innen gesetzt, bis zum September 2024 wird es Ergebnisse geben“, so von Fintel. Damit ist gemeint, dass die Tarifparteien während der Laufzeit dieses Tarifvertrages über die Einbeziehung von Online-Redakteurinnen und -Redakteuren in den Geltungsbereich der Tarifverträge verhandeln.

Damit will ver.di die überfällige Einbeziehung der Journalistinnen und Journalisten in den digitalen Publikationszweigen der Verlage erreichen. „Auch für die Kolleginnen und Kollegen in den besonders kostengünstigen Verlags-Aktivitäten, die sich zunehmend über Digital-Abos rentieren, wollen wir Tarifschutz und Entgelterhöhungen erreichen. Dafür werden wir auf die Aktionsbereitschaft, die zur Tariferhöhung geführt hat, auch für diese Ziele setzen können“, so von Fintel weiter.

Vereinbart wurde mit dem Tarifergebnis auch die Fortschreibung eines Beschäftigungssicherungs-Tarifvertrages bis Ende 2024. Vereinbart wurde ebenso, dass auf die Gesamtsumme der Inflationsausgleichsprämie von 2.250 Euro bereits geleistete Zahlungen dieser Art angerechnet werden können, und dass die Zahlungen, die für 2024 monatlich vorgesehen sind, auch durch einen gleichwertigen Einmalbetrag vorzeitig gezahlt werden können.