Tarifnews

    Wieder kein Verhandlungsergebnis

    Bankbeschäftigte lassen sich nicht täuschen

    Berlin, 21.01.2022 – Bei den Tarifverhandlungen zwischen ver.di und dem Bundesverband öffentlicher Banken (VÖB) ist es erneut zu keiner Einigung gekommen. „Die von der Arbeitgeberseite angebotenen drei Prozent sehen nur auf den ersten Blick gut aus. Sie führen durch die lange Laufzeit von 36 Monaten zu einem deutlichen Kaufkraftverlust. Damit kann man Bankbeschäftigte nicht täuschen“, so ver.di-Verhandlungsführer Jan Duscheck nach Beratungen mit der Tarifkommission der Gewerkschaft. Weder die angebotene Einmalzahlung noch eine Stunde Arbeitszeitverkürzung, die auch erst in 2024 kommen würde, gleiche dies aus.

    „Tarifrunde Banken: Tarifbewegung 2021/2021„ steht auf dem Transparent, das die streikenden Beschäftigten vor sich hertragen – natürlich mit Mund-Nasen-Schutz wegen der Pandemie Foto: Kay Herschelmann Tarifrunde Banken 2021: Streikende mit Banner


    Tarifkommission ruft zu weiteren Warnstreiks auf

    Neben den unterschiedlichen Lohnvorstellungen konnten sich ver.di und Arbeitgeber auch nicht auf einen Tarifvertrag zum mobilen Arbeiten einigen. Auch hier kam es insbesondere bei den materiellen Punkten zu keiner Einigung. ver.di fordert unter anderem einen Zuschuss für eine Erstausstattung. Die ver.di-Tarifkommission hat das gesamte Angebot des Arbeitgebers daher einstimmig abgelehnt und ruft zu weiteren Arbeitskampfmaßnahmen auf. Die vorangegangenen Warnstreiks haben schon gewirkt: Die Arbeitgeber seien durch die Streikaktivitäten der Beschäftigten überhaupt zu ersten Schritten nach vorne bewegt worden, so Duscheck. Schon in der Vorrunde hatte ver.di mit bundesweiten Streiks Druck auf die Arbeitgeber aufgebaut und so Annäherungen erzielt, etwa bei der Vergütung von Nachwuchskräften. 

    Was fordert ver.di?

    ver.di fordert nach wie vor eine Erhöhung der Gehälter um 4,5 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten und einer sozialen Komponente von 150 Euro sowie einem Wahlrecht zwischen Gehalt und Freizeit und einer Regelung zur mobilen Arbeit. Bis zu 60 Prozent ihrer Arbeitszeit sollen Beschäftigte mobil arbeiten können. Für ihr Homeoffice sollen sie einen Anspruch auf eine Erstausstattungspauschale in Höhe von 1.500 Euro erhalten.

    Die Fortsetzung der Verhandlungen ist vereinbart, ein Termin dafür steht noch nicht fest. Mehr erfahren unter „Wir für Tarif“