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    Zuckerrohrschnaps und scharfe Worte

    Ecuador: Erster Internationaler Anti-Chevron-Tag

    Neben 12 anderen Ländern hat sich am gestrigen Mittwoch auch Ecuador am ersten Internationalen Anti-Chevron-Tag beteiligt.  Anlässlich der Eröffnung der Kulinarischen Woche Ecuador vom 22.-31. Mai in Berlin etwa ließ es sich der ecuadorianische Botschafter Jorge Jurado nicht nehmen, auf die massiven Umweltschäden hinzuweisen, die der Öl-Gigant Chevron auch in Ecuador angerichtet hat und nicht willens ist zu zahlen.  

    In den Jahren 1964-1992 waren 71 Millionen Liter Erdöl und 64 Millionen Liter Rohöl auf mehr als zwei Millionen Hektar im ecuadorianischen Amazonas-Regenwalds ausgelaufen. Chevron, damals noch Texaco, wurde dafür 2011 nach neunjährigen Verhandlungen von einem Gerichtshof Ecuadors zur Zahlung von 9,5 Milliarden Dollar verurteilt. Das Urteil wurde im vergangenen Jahr vom Obersten Gerichtshof Ecuadors bestätigt. Statt zu zahlen hat der Ölkonzern nun seinerseits das Land Ecuador vor dem Schiedsgerichtshof in Den Haag verklagt, um die Kosten der angerichteten Umweltzerstörung auf die Bevölkerung Ecuadors abzuwälzen.

    Der Ölkonzern verfügte bereits damals über eine patentierte Technologie, die die Umweltschäden bei der Ölförderung deutlich verringert, wendete diese aber nur bei der Förderung in den USA an, um die Profite  in Lateinamerika nicht zu gefährden.  In der Folge ist das Trinkwasser im betroffenen Amazonas-Gebiet so vergiftet, dass es das Leben der indigenen Bevölkerung akut bedroht.

    Botschafter Jurado bat um Solidarität im Kampf seines Landes gegen den westlichen Öligarchen und lud dazu ein, die Vielfalt und Qualität ecuadorianischer Produkte aus dieser Region bei der Kulinarischen Woche in Berlin kennen- und liebenzulernen.