Tarifrunde Handel: Hart erkämpfte Erfolge

Die Beschäftigten im Handel kämpfen seit über einem Jahr für nachhaltige tabellenwirksame Entgelterhöhungen und geben nicht auf. Nachdem im Hamburger Einzelhandel eine erste Einigung erzielt werden konnte, folgen nun immer mehr Bundesländer. Und auch im Groß- und Außenhandel hat es jetzt mit einem ersten Abschluss in Bayern einen Durchbruch gegeben

© Christian von Polentz
Der Handel streikt in Lübben
19.06.2024

INHALT

Nach über einem Jahr kräftezehrender Verhandlungen und Streiks ist es ver.di gelungen, nun in Bayern auch im Groß- und Außenhandel einen ersten Abschluss zu erzielen. Erste Einigungen im Einzelhandel hat es zuvor in Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, NiedersachsenNordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein gegeben. Dieser Erfolg gebührt den Kolleginnen und Kollegen, die monatelang dafür gekämpft haben.

 

Es ist ein Zeichen der Stärke und der Solidarität der Gewerkschaft und ihrer Mitglieder, dass wir gemeinsam für faire Arbeitsbedingungen kämpfen und diese am Ende auch durchsetzen können.

Sabine Gatz, ver.di-Verhandlungsführerin Niedersachen und Bremen

Erster Abschluss im Groß- und Außenhandel in Bayern

Nach über einem Jahr ausdauerndem Kampf und tausender Streikender gelang am 19. Juni 2024 der Durchbruch bei den Tarifverhandlungen für die rund 240.000 Beschäftigten im bayerischen Groß- und Außenhandel. Dabei wurde tarifpolitisches Neuland betreten durch Verhandlungsverpflichtungen zu den großen Herausforderungen. Im Kampf gegen Altersarmut wurde ein entscheidender Schritt unternommen und deutliche Einkommenserhöhungen vereinbart. Im Kampf gegen Altersarmut wurde eine tarifliche Altersvorsorge von zusätzlich 480 Euro zu den bereits vereinbarten 156 Euro beschlossen. Eine gemeinsame Pensionskasse für den Großhandel ist das Ziel der Tarifvertragsparteien. Die Löhne steigen in drei Stufen um mehr als 12 Prozent. Auch zur Gestaltung von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz wurden eine Qualifizierungsoffensive für die Beschäftigten, die Fachkräftebindung und -gewinnung sowie eine Alterssicherung der Beschäftigten vereinbart.

Tarifeinigung im Einzelhandel in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern

Nach über einem Jahr ausdauerndem Arbeitskampf mit über 6.000 Streikaktionen in mehr als 130 Streikbetrieben im bayerischen Einzelhandel stand am 11. Juni 2024 der Tarifabschluss im bayerischen Einzelhandel. 14 Prozent mehr Geld über die nächsten drei Jahre, das macht fast 400 Euro mehr im Monat für eine Verkäuferin in der höchsten Entgeltstufe. Zusätzlich gibt es 1.000 Euro netto als Sonderzahlung obendrauf. Der Stundenlohn erhöht sich für eine Verkäuferin über die Laufzeit so um insgesamt 2 Euro 38 Cent. 

Einen Tag später gelang auch in Mecklenburg-Vorpommern der Durchbruch. Ein Jahr lang haben die Beschäftigten im Einzelhandel dort für ein Tarifergebnis gekämpft. Durchgesetzt wurde eine Erhöhung in drei Stufen: 5,3 Prozent rückwirkend zum Oktober 2023, 4,7 Prozent zum 1. Juli 2024 sowie weitere 40 Euro Festbetrag plus 1,8 Prozent ab 1. September 2025. Ab 2025 erhalten Beschäftigte jährlich zusätzlich 120 Euro tarifliche Altersvorsorge. Zusätzlich zahlen die Arbeitgeber eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 1.000 Euro (Teilzeitbeschäftigte anteilig und Azubis 500 Euro). Sie ist nicht anrechenbar. Darüber hinaus werden die Auszubildendenvergütungen überproportional erhöht. Hier konnte zudem ein früherer Erhöhungszeitpunkt durchgesetzt werden. Mit den insgesamt vereinbarten Entgeltanhebungen hat eine Verkäuferin dann zum September 2025 brutto knapp 400 Euro mehr im Monat zur Verfügung.

Arbeitgeber blockierten sieben Monate in Hessen 

„Nach 7 Monaten Verhandlungsblockade durch die Arbeitgeber konnte der wie bereits in anderen Bundesländern erzielte Tarifabschluss auch für die Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel des Landes Hessen erreicht werden. Die Arbeitgeber hätten mehr geben können und sollen, denn für die Beschäftigten der Branche sind deutlich hohe Steigerungen nötig, um die enorm gewachsenen und weiterhin steigenden Lebenshaltungskosten wenigstens einigermaßen bewältigen zu können“, erklärte Marcel Schäuble, ver.di-Landesfachbereichsleiter Handel und Verhandlungsführer in Hessen: „Wir haben um jeden Euro mehr gekämpft. Am Ende sind erst durch den Abschluss die bisher durch die Arbeitgeber getätigten Vorweganhebungen rechtssicher und Entgeltsteigerungen von 13,7 Prozent über 36 Monate vereinbart worden. Mit einer Inflationsausgleichsprämie ist ein weiteres Plus für die angespannten Haushalte der Beschäftigten ausgehandelt und auf lange Sicht noch die tarifvertragliche soziale Sicherheit durch einen höheren Beitrag der Unternehmen für die Altersvorsorge verbessert.“

In badenwürttembergischen Sindelfingen einigten sich am 6. Juni die Verhandlungskommissionen von ver.di und den Arbeitgebern in der sechsten Verhandlungsrunde auf eine Tarifvereinbarung zu neuen Gehältern, Löhnen und Ausbildungsvergütungen für die rund 490.000 Beschäftigten des baden-württembergischen Einzel- und Versandhandels. Die erzielte Einigung sieht Erhöhungen der Entgelte in drei Stufen vor. Ab dem 1. September 2023 erfolgt eine Anhebung um 5,3 Prozent, gefolgt von einer weiteren Erhöhung um 4,7 Prozent ab dem 1. April 2024. Schließlich wird es ab dem 1. April 2025 eine Anhebung um einen Festbetrag von 40 Euro für reguläre Beschäftigte und 20 Euro für Auszubildende geben, zusätzlich zu einer weiteren prozentualen Erhöhung um 1,8 Prozent. Im August oder September 2024 wird eine einmalige, steuer- und abgabenfreie Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 1.000 Euro gezahlt. Teilzeitkräfte erhalten diese Zahlung anteilig, und Auszubildende bekommen 500 Euro. Ab Januar 2025 wird der jährlich einmalig zustehende tarifliche Altersvorsorgebetrag um 120 Euro erhöht, was bisher 300 Euro betrug. Für Auszubildende steigt dieser Betrag um 60 Euro. Die Laufzeit der Tarifvereinbarung beträgt 36 Monate, beginnend am 1. April 2023 und endend am 31. März 2026. Es wurde eine Widerrufsfrist bis zum 20. Juni 2024 vereinbart. Die ver.di-Verhandlungskommission stimmte dem Tarifergebnis mit großer Mehrheit zu.

Zu den weiteren Ergebnissen und Verhandlungszwischenständen siehe unten unter den einzelnen Bundesländern.

 

Erste Tarifeinigung im Hamburger Einzelhandel

Mit zuletzt drei Aktionswochen und erneuten Warnstreiks hatten ver.di und die Beschäftigten im Handel die Arbeitgeber zur Rückkehr an den Verhandlungstisch und zum Abschluss eines Tarifvertrags aufgerufen. So ist in die Tarifrunde im Handel schließlich Bewegung in die richtige Richtung gekommen. Im Hamburger Einzelhandel konnten sich die Beschäftigten zusammen mit ver.di und die Arbeitgeber am 17. Mai 2024 auf einen Tarifabschluss einigen. ver.di begrüßte diese Tarifeinigung: „Das war lange überfällig. Die Kolleginnen und Kollegen haben ein Jahr hart gekämpft“, so Silke Zimmer, im ver.di-Bundesvorstand zuständig für den Handel. Die Einigung in Hamburg war aus ver.di-Sicht ein großartiger Erfolg, tausende Beschäftigte in Hamburg stehen nun wieder unter dem Schutz eines rechtsverbindlichen Tarifvertrages.

 

„Eine Verkäuferin in Vollzeit hat inklusive der tariflichen Altersvorsorge am Ende der Laufzeit jeden Monat rund 400 Euro mehr im Portemonnaie. Wir hoffen, dass die Arbeitgeber jetzt auch in den anderen Tarifgebieten ihre Blockadehaltung endlich aufgeben.“

Silke Zimmer, ver.di-Bundesvorstand

FAQ zum Tarifabschluss Einzelhandel in Hamburg

Was genau beinhaltet der Hamburger Abschluss?

Ab Oktober 2023 bekommen die Kolleg*innen 5,3 Prozent mehr Geld monatlich, ab Mai 2024 kommen noch einmal 4,7 Prozent dazu, und ab Mai 2025 sind es weitere 40 Euro mehr für Vollzeitkräfte, Teilzeitkräfte anteilig, und noch einmal 1,8 Prozent mehr für alle. Eine Inflationsausgleichsprämie von 1.000 Euro und eine Erhöhung der tariflichen Altersvorsorge um 120 Euro – ein Plus von 40 Prozent – pro Jahr ab 1. Januar 2025, jeweils anteilig für Teilzeitkräfte, kommen noch obendrauf.

Was bringt der Abschluss für die Auszubildenden?

Die Ausbildungsvergütungen werden überproportional erhöht, ebenfalls in drei Schritten über die gesamte Laufzeit. Die Inflationssausgleichsprämie beträgt 500 Euro. Dazu kommt die Anhebung der tariflichen Altersvorsorge um 60 Euro im Jahr.

Gibt es das Inflationsausgleichsgeld auch für diejenigen, die schon eine Prämie erhalten haben?

Ja. Die Inflationsausgleichsprämie wird in Hamburg nicht mit früheren Zahlungen zum Inflationsausgleich verrechnet und voll ausgezahlt.

Warum kriegen Teilzeitkräfte die Inflationsausgleichsprämie nur anteilig?

An der Stelle waren die Arbeitgeber komplett unbeweglich. ver.di hatte für alle die gleiche Inflationsausgleichsprämie gefordert. Erreicht werden konnte, dass die Prämie in Hamburg nicht auf bisherige Zahlungen angerechnet wird und höher ausfällt als von den Arbeitgebern anfangs angeboten.

Die Laufzeit ist mit 36 Monaten sehr lang. Musste das sein?

Leider ja. Die Tarifkommission in Hamburg wollte eine deutlich kürzere Laufzeit – wie auch die Tarifkommissionen in den anderen Tarifgebieten. Aber für die Arbeitgeber war die lange Laufzeit ein zentrales Thema. An der Stelle haben sie sich komplett verweigert und haben damit gedroht, die Verhandlungen abzubrechen. Um nicht wieder ohne Tarifergebnis auseinanderzugehen, musste diese Kröte geschluckt werden.

Warum gibt es nicht rückwirkend bis 2023 mehr Geld?

Es gibt rückwirkend ab Oktober 2023 mehr Geld – nach fünf Nullmonaten. Die Arbeitgeber wollten die erste tabellenwirksame Erhöhung ab dem 1. Januar 2024 zahlen – also acht Nullmonate. Durch die Hartnäckigkeit der Kolleg*innen in der Tarifkommission und der Streikenden ist der Stichtag jetzt der 1. Oktober 2023.

Wie hoch ist die Gesamtlohnsteigerung in Prozent?

Für eine*n Kolleg*in in der im Tarifvertrag festgelegten Ecklohngruppe in Hamburg (G2a, ab dem sechsten Berufsjahr) bedeutet der Abschluss 13,67 Prozent mehr. Unterhalb des Ecklohns sind es wegen der 40 Euro ab Mai 2025 noch ein paar Prozente mehr.

Der Abschluss vom 8. Mai gilt für das Tarifgebiet Hamburg. Wie geht es in den anderen Tarifgebieten weiter?

In den anderen Tarifgebieten sind neue Verhandlungstermine bis Ende Juni vereinbart (siehe unten bei den Ländern).

Ist das insgesamt ein guter Abschluss?

Was zählt ist: In Hamburg stehen rund 90.000 Kolleg*innen nach einer der härtesten Tarifrunden im Einzelhandel wieder unter dem Schutz eines rechtsverbindlichen Tarifvertrags. Wie jedes Verhandlungsergebnis ist der Abschluss, der in Hamburg erzielt wurde, ein Kompromiss. Der Tarifabschluss ist nachhaltig, denn jedes Prozent, dass auf die Tabelle kommt, bedeutet Geld, das den Beschäftigten in Zukunft nicht mehr weggenommen werden kann und das sich durchs gesamte Erwerbsleben und durch die gesamte Rente hindurch für die Kolleg*innen rechnet.


Im Mittelpunkt der letzten Aktionswochen standen IKEA, die Metro AG, Edeka, Rewe, Kaufland und Lidl, die Supermarktketten der Schwarz-Gruppe: „Die Schwarz-Gruppe ist mit Kaufland und Lidl der drittgrößte Lebensmittelhändler in Deutschland. Sie hat damit erheblichen Einfluss in den Tarifkommissionen und im tarifpolitischen Ausschuss des Arbeitgeberverbandes HDE, den sie aber nicht nutzt. Stattdessen unterstützen sie wie alle anderen großen Handelskonzerne die Verweigerungshaltung der Arbeitgeberverbände, die seit Wochen jegliche Gespräche und Lösungsansätze mit der Arbeitnehmerseite verweigern“, sagte Silke Zimmer noch vor der Einigung in Hamburg.

In Berlin und Brandenburg wird noch verhandelt

 

 

Mit geballter Frauenpower am Weltfrauentag

Einen Höhepunkt in der langen Tarifrunde markierten zentrale Streikkundgebungen am Weltfrauentag. „Seit über zehn Monaten kämpfen die Beschäftigten im Handel mit ungeheurem Mut und mit Ausdauer gegen die Ignoranz der Konzerne an. Dabei kämpfen sie nicht nur für sich und ihre Familien, sondern auch für einen nachhaltigen Handel, in dem Beschäftigte von ihrem Gehalt leben können und nicht auf staatliche Transferleistungen angewiesen sind. Gerade im Einzelhandel arbeiten überwiegend Frauen. Sie sind sowohl jetzt als auch im Alter armutsgefährdet, da in der Branche überdurchschnittlich viele Frauen in Teilzeitarbeitsverhältnissen oder Minijobs arbeiten. Deshalb streikt am Weltfrauentag die geballte Frauenpower im Handel“, so Silke Zimmer.

Hintergrund für die Streiks ist, dass die Arbeitgeber völlig überraschend in der ersten Novemberwoche des letzten Jahres bundesweit die Tarifverhandlungen im Einzelhandel abgesagt und bis auf im Tarifgebiet Hamburg keine neuen Verhandlungstermine benannt haben. Auch im Groß- und Außenhandel ist nach dem letzten Verhandlungstermin am 24. Januar in Nordrhein-Westfalen lediglich ein Termin im Tarifgebiet Nord (Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein) für Ende April 2024 in Aussicht gestellt worden. ver.di will aber die Verhandlungen zügig in allen Tarifgebieten zu einem Abschluss bringen.

Strukturelle Benachteiligung weiblicher Beschäftigter

Und hier kommen die großen Handelskonzerne wie Edeka und REWE ins Spiel. „REWE trägt Verantwortung für den Verlauf der Tarifverhandlungen. Wir fordern die REWE Group deshalb auf, ihre Blockadehaltung insgesamt zu beenden und gemeinsam mit den anderen Arbeitgebern in allen Tarifgebieten wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um mit unseren Tarifkommissionen ein Tarifergebnis zu verhandeln, das die Reallohnverluste mindestens ausgleicht und zum Abbau der strukturellen Benachteiligung weiblicher Beschäftigter beiträgt“, fordert Zimmer.

Sich Verhandlungen zu entziehen, „ist pure Provokation und völlig respektlos“, so der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke. ver.di fordert die Arbeitgeber auf, endlich ihrer sozialen Verantwortung gerecht zu werden. Die Beschäftigten im Handel, die ohnehin nicht zu den Spitzenverdienern gehören, litten am meisten unter den Preissteigerungen und kämen seit Monaten mit ihren Gehältern kaum mehr bis zum Monatsende aus. Tatsächlich liegt die Kaufkraft der Beschäftigten im Handel aktuell nur wenig höher als im Jahr 2010, sagte Silke Zimmer bei einer Online-Gesprächsrunde am 16. April mit hunderten Teilnehmer*inne.

Die Beschäftigten hätten daher keine andere Wahl als weiter Druck zu machen, damit die Arbeitgeber wieder an den Verhandlungstisch zurückkehrten. Aus ver.di-Sicht ist es absolut skandalös, dass die Arbeitgeber nach wie vor die Lebenssituation der Beschäftigten ignorieren. Die Realität sieht so aus:

  • 90 Prozent der Beschäftigten im Einzelhandel sind akut von Altersarmut bedroht.
  • 41 Prozent der Beschäftigten beziehen einen Niedriglohn.
  • Sie machen 16,8 Prozent aller Niedriglohnverdiener*innen in Deutschland aus.

Deshalb sind nachhaltige, tabellenwirksame Entgelterhöhungen existenziell. Die Arbeitgeber-Angebote bedeuten nach den massiven Preissteigerungsraten deshalb massive Reallohnverluste. Denn gerade Beschäftigte mit niedrigen und mittleren Einkommen sind am stärksten von den gestiegenen Preisen betroffen. Allein die Lebensmittelpreise sind im Durchschnitt in 2022 und 2023 um über 12 Prozent gestiegen. Lohnsteigerungen von 6 Prozent, wie sie die Arbeitgeber anbieten, reichen da vorne und hinten nicht.

Auch die über 5 Millionen Handelbeschäftigten bescheren dem Handel hohe Gewinne

Die Arbeitgeber argumentieren seit Monaten mit der schlechten Konsumstimmung im Land und sehen in ihren Beschäftigten nur Kostenfaktoren. Dabei übersehen sie, dass die über 5 Millionen Handelsbeschäftigten und deren Familien auch Konsumenten sind und den Handel mit ihrer Nachfrage teils hohe Gewinne bescheren. Silke Zimmer bringt das so auf den Punkt:

 

„Im Handel gibt es auf der einen Seite unverschämten Reichtum und auf der anderen Seite verschämte Armut.“

Silke Zimmer, ver.di-Bundesvorstand

Die Gewerkschafterin betont, dass führende Handelsunternehmen wie Edeka, Rewe, Kaufland/Lidl, IKEA und die Otto Group die Tarifpolitik bestimmen. Diese großen Konzerne lassen sich ihre Gewinne durch die Gesellschaft subventionieren, wenn Löhne und Renten mit Sozialleistungen aufgestockt werden müssen.

Teils wird seit April verhandelt

Die Tarifverhandlungen für die rund 5 Millionen Beschäftigten im Handel werden regional geführt. Je nach Region wird an verschiedenen Terminen verhandelt. Bereits seit über einem Jahr kämpfen die Beschäftigten zusammen mit ver.di für nachhaltige tabellenwirksame Entgelterhöhungen – in einigen Tarifgebieten haben die Verhandlungen bereits im April 2023 begonnen. Die ver.di-Mitglieder im Handel wollen an den steigenden Gewinnen der Händler beteiligt werden – sie fordern ihren Anteil und einen Inflationsausgleich.

 

Was bedeutet die Allgemeinverbindlichkeitserklärung?

Die Allgemeinverbindlichkeitserklärung sorgt dafür, dass Tarifverträge für alle Arbeitgeber und Arbeitnehmer der gesamten Branche gelten. Jeder und jede kann sich auf diesen Tarifvertrag berufen, und zwar auch dann, wenn er oder sie nicht ver.di-Mitglied ist. Wird beispielsweise ein Tarifvertrag, der für den Handel gilt, für allgemeinverbindlich erklärt, müssen auch alle Arbeitgeber in der Branche, die nicht Mitglieder der tarifschließenden Parteien sind, die Regelungen des Tarifvertrags befolgen, z. B. Vergütung, Arbeitszeiten oder Urlaubsansprüche.

Unsere Forderungen

Einzel- und Versandhandel

Der Einzel- und Versandhandel ist zunächst mit einer Forderung von 2,50 Euro mehr Stundenlohn eingestiegen. Im Groß- und Außenhandel fordert ver.di 13 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 400 Euro im Monat. Ziel der Tarifrunde ist es, mit einer deutlichen Einkommenssteigerung einen Beitrag zur Bekämpfung von drohender Armut und Altersarmut im Handel zu leisten, vor allem von Frauenaltersarmut – der Anteil von Frauen im Einzelhandel liegt bei etwa 66 Prozent. Kaum eine Branche ist so von prekärer Beschäftigung geprägt: Die weite Verbreitung von (unfreiwilliger) Teilzeitarbeit oder geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen führt dazu, dass bei vielen Beschäftigten das Einkommen nicht zum Leben reicht.

Der weit überwiegende Teil der im Einzelhandel beschäftigten Menschen ist in den beiden unteren Entgeltgruppen eingruppiert, das bedeutet, je nach Region, ein Stundenlohn von zwischen 12 und 17,44 Euro brutto. Im Außenhandel sind etwa 76 Prozent in den Gehaltsgruppen 2 und 3 eingruppiert – sie verdienen somit brutto etwa 2.200 Euro. Damit sind sie in besonderem Maße von der hohen Inflation betroffen und brauchen dringend Entlastungen.

 

Einige gute Gründe für ver.di im Überblick

Als Mitglied genießen Sie alle Vorteile unserer großen Organisation und die Solidarität von mehr als zwei Millionen Kolleginnen und Kollegen.

  • Starke Gemeinschaft

    Gut organisiert

    ver.di ist eine starke Organisation aus knapp 2 Mio. Menschen, die sich zusammengefunden haben, um ihre Interessen durchzusetzen. ver.di finden Sie vor Ort und in Betrieben. Wir machen uns stark für Arbeitnehmerrechte, verhandeln Tarifverträge und setzen die Interessen unserer Mitglieder politisch durch.

  • Solidarität

    Hilfe zur Selbsthilfe

    ver.di sein heißt, sich gegenseitig helfen und unterstützen. Aus diesem Engagement der einzelnen Mitglieder zieht ver.di seine Stärke. Und dieses Netzwerk der Vielen bietet für jeden Einzelnen ganz praktische große und kleine Vorteile: im Job und darüber hinaus.

  • Schutz

    Rechtsberatung und Vertretung

    Wir unterstützen Arbeitnehmer/innen dabei, ihre Interessen und Rechte durchzusetzen. Und sollten Sie sich einmal nicht mehr selbst helfen können, vertreten wir Sie gerne ... im Zweifel durch alle Instanzen.

  • Spezielle Beratungs- und Leistungsangebote

    Gewerkschaft ganz individuell

    In ver.di organisieren sich Menschen aus über 1000 Berufen, die in unterschiedlichen Lebenssituationen stecken. Sie alle finden in ver.di einen kompetenten Ansprechpartner. Genauso vielfältig ist unser Service. Spezielle Angebote gibt es z.B. für Seniorinnen und Senioren, Selbstständige oder Beamte und Beamtinnen.

  • Weiterbilden

    Die beste Zukunftsinvestition

    Wir bieten exklusiv für Mitglieder eine Vielzahl kostenloser Seminare zu Themen wie Arbeitsrecht, Gesundheitspolitik, soziale Kompetenz, Jugendvertretungen, Gleichberechtigung, Betriebsratsarbeit und vieles mehr.

  • Vorteile bei Einkauf, Versichern, Vorsorge & Co.

    Gut gespart

    Versicherungen zu Vorteilskonditionen, Sparen bei Reisen und Einkaufen und weitere Angebote bietet die Mitgliederservice GmbH allen ver.di Mitgliedern.

  • „Meine ver.di“

    Die Online-Plattform für alle ver.di-Mitglieder

    Auf „meine ver.di“ lassen sich Mitgliedsdaten bearbeiten, die Beitragsquittung und die Mitgliederbescheinigung runter laden und direkt ausdrucken, die Gruppenplattformen zur gemeinsamen Diskussion und zur Arbeit an Dokumenten erreichen und alle Informations-Abos verwalten.

Ja, ich will ver.di

Entgelterhöhungen für Beschäftigte im Groß- und Außenhandel

Der Groß- und Außenhandel in Deutschland besteht aus rund 138.000 Unternehmen mit etwa 1,9 Millionen Beschäftigten und 1,35 Billionen Euro Jahresumsatz in 2020. Eine mächtige Branche und auch eine, die sich stark verändert. Elektronische Systeme rücken an die Stelle von Beschäftigten, ganze Fuhrparks werden an Speditionen verschoben, große Unternehmen werden durch Fusionen noch größer. Das alles wirkt sich auf die Arbeit aus: Stellen fallen weg, Arbeitgeber verlangen mehr Flexibilität, der Druck auf die Löhne steigt.

Aufgrund der hohen Preissteigerungen in den letzten Jahren erleben die Beschäftigten sowohl im Einzel- als auch im Groß- und Außenhandel einschneidende Reallohnverluste. Deswegen sind Entgelterhöhungen dringend notwendig, um die enorm gestiegenen Kosten für Lebensmittel, Strom, Gas und Benzin bezahlen zu können. Die Beschäftigten haben eine hohe Erwartungshaltung, weil der Lohn nicht mehr reicht und die Belastungsgrenze erreicht ist. Eine kräftige Entgelterhöhung muss her und die Beschäftigten sind bereit, dafür zu kämpfen. Ihre Forderungen lauten:

  • 13 Prozent Lohn- und Gehaltserhöhung, mindestens 400 Euro je Monat
  • 250 Euro mehr für Auszubildende
  • Laufzeit soll 12 Monate
  • Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge

Die Kolleg*innen haben in einer vorangegangenen Beschäftigtenbefragung von dramatischen und existenzbedrohenden Situationen in ihrem Leben berichtet. Für viele von ihnen ist am „Geldende“ noch reichlich Monat übrig.

 

 

 

 

Aktuelle Verhandlungen nach Bundesländern


  • Baden-Württemberg

    Aufklappen und mehr erfahren über die Verhandlungen in Baden-Württemberg

    Einzelhandel

    In der sechsten Verhandlungsrunde  am 6. Juni 2024 wurde eine Tarifvereinbarung zu neuen Gehältern, Löhnen und Ausbildungsvergütungen für die rund 490.000 Beschäftigten des baden-württembergischen Einzel- und Versandhandels erzielt. Die Einigung sieht Erhöhungen der Entgelte in drei Stufen vor. Ab dem 1. September 2023 erfolgt eine Anhebung um 5,3 Prozent, gefolgt von einer weiteren Erhöhung um 4,7 Prozent ab dem 1. April 2024. Schließlich wird es ab dem 1. April 2025 eine Anhebung um einen Festbetrag von 40 Euro für reguläre Beschäftigte und 20 Euro für Auszubildende geben, zusätzlich zu einer weiteren prozentualen Erhöhung um 1,8 Prozent. Im August oder September 2024 wird eine einmalige, steuer- und abgabenfreie Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 1.000 Euro gezahlt. Teilzeitkräfte erhalten diese Zahlung anteilig, und Auszubildende bekommen 500 Euro. Ab Januar 2025 wird der jährlich einmalig zustehende tarifliche Altersvorsorgebetrag um 120 Euro erhöht, was bisher 300 Euro betrug. Für Auszubildende steigt dieser Betrag um 60 Euro.

    Die Laufzeit der Tarifvereinbarung beträgt 36 Monate, beginnend am 1. April 2023 und endend am 31. März 2026.

    Groß- und Außenhandel

    Im Groß- und Außenhandel fordert ver.di eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 13 Prozent, eine Erhöhung der Vergütungen für Auszubildende um 175 Euro, die neu abzuschließenden Tarifverträge sollen für eine Laufzeit von 12 Monaten vereinbart und für sie gemeinsam die Allgemeinverbindlichkeit beantragt werden. In der ersten Tarifverhandlung am 4. Mai wiesen die Arbeitgeber die Forderung von 13 Prozent mehr Geld als „nicht leistbar und nicht nachvollziehbar“ zurück

    Inzwischen bieten die Arbeitgeber tabellenwirksame Erhöhungen in zwei Stufen um 5,1 Prozent ab 1. September 2023 sowie weitere 2,9 Prozent ab 1. August 2024 an, sowie die Zahlung einer (steuer- und abgabenfreien) Inflationsausgleichsprämie in zwei Teilbeträgen, 700 € für 2023 und weitere 700 € im Jahr 2024 für Vollzeitbeschäftigte.

    Die letzte Verhandlungsrunde im Groß- und Außenhandel fand am 24. April 2024 statt und verlief ohne Ergebnis.

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  • Bayern

    Aufklappen und mehr erfahren über die Verhandlungen in Bayern

    Einzelhandel

    Nach über einem Jahr ausdauerndem Arbeitskampf mit über 6.000 Streikaktionen in mehr als 130 Streikbetrieben im bayerischen Einzelhandel wurde am 11. Juni 2024 ein Tarifabschluss erreicht. „Seit 13 Monaten kämpften unsere Kolleginnen und Kollegen mutig und ausdauernd für rechtssichere Entgelterhöhungen, die die Menschen bei gestiegenen Lebenshaltungskosten entlasten, die einen wichtigen Schritt im Kampf gegen die Altersarmut darstellen und ein Zeichen für Respekt und Wertschätzung für die Beschäftigten sind. Mit diesem Tarifabschluss sind wir unseren Zielen einen großen Schritt nähergekommen“, so Hubert Thiermeyer, ver.di Verhandlungsführer in Bayern.

    Konkret wurden vereinbart:

    • 5,3 % mehr Geld rückwirkend ab Oktober 2023,
    • 4,7 % mehr Geld ab Mai 2024,
    • 40 Euro* plus 1,8 % ab Mai 2025,
    • Erhöhung der tariflichen Altersvorsorge um 120 Euro*(60 Euro für Azubis) ab Januar 2025,
    • einmalige Inflationsausgleichsprämie von 1000 Euro* (500 Euro für Azubis), eine Anrechnung auf bereits gezahlte Inflationsausgleichsprämien ist ausgeschlossen.
    • Erstmalig wurde eine Möglichkeit zur Entgeltumwandlung für ein Dienstfahrrad vereinbart.
    • Der Tarifvertrag läuft bis April 2026.

    Groß- und Außenhandel

    Im Groß- und Außenhandel hat ver.di in Bayern am 19. Juni 2024 bundesweit den ersten Abschluss machen können. Im Kampf gegen Altersarmut wurde eine tarifliche Altersvorsorge von zusätzlich 480 € zu den bereits vereinbarten 156 € beschlossen. Eine gemeinsame Pensionskasse für den Großhandel ist das Ziel der Tarifvertragsparteien.

    Zur Erhöhung der Einkommen wurde konkret vereinbart:

    • ab 1. Oktober 2023 erhalten die Beschäftigten 5,1 % mehr
    • ab 1.Mai 2024 erhalten die Beschäftigten 5 % mehr
    • ab 1. Mai 2025 erhalten die Beschäftigten 2 % mehr
    • Spätestens am 30.09.2024 erhalten die Beschäftigten eine nicht anrechenbare Inflationsausgleichsprämie von 1.000 Euro. Teilzeitbeschäftigte anteilig und Auszubildenden 500 Euro
    • Die Auszubildendenvergütung erhöht sich in jedem Jahr und Ausbildungsjahr um 60 €
    • ab 1. Mai 2025 erhalten alle Beschäftigten 480 € für die betriebliche Altersvorsorge
    • Laufzeit bis 30. April 2026 

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  • Berlin

    Aufklappen und mehr erfahren über die Verhandlungen in Berlin

    Einzelhandel

    ver.di fordert 2,50 Euro pro Stunde mehr Gehalt und Lohn, 250 Euro mehr Ausbildungsvergütung pro Monat, Mindesteinkommen: 13,50 Euro pro Stunde, die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit (AVE) der Tarifverträge im Einzelhandel und eine Laufzeit der Tarifverträge vonl 12 Monaten. Nachdem die ersten beiden Verhandlungsrunden am 28. Juni und 10. Juli ergebnislos verliefen, verlief auch die Verhandlungsrunde am 18. August ergebnislos. Weiterverhandelt wurde abermals ergebnislos am 20.10.2023. Weiterverhandelt wird am 26. Juni 2024.

    Groß- und Außenhandel

    Im Groß- und Außenhandel fordert ver.di in Berlin eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 13 Prozent, mindestens aber 400 Euro, überproportionale Auszubildendenvergütungen und eine Laufzeit der Tarifverträge von 12 Monaten. In der ersten Verhandlungsrunde am 11. Mai 2023 haben die Arbeitgeber folgendes Angebot vorgelegt: Laufzeit: 24 Monate, 4 Prozent Lohnsteigerung ab Dezember 2023, weitere 2,1 Prozent ab Dezember 2024; 700 Euro Inflationsausgleichsprämie in 2023 bei Abschluss im Folgemonat (Auszubildende 50%; Teilzeit-Beschäftigte anteilig) und 700 Euro Inflationsausgleichsprämie in 2024 (Zeitpunkt offen). Bereits gezahlte Inflationsausgleichsprämien können verrechnet werden. Zuletzt wurde am 15. Juni ergebnislos verhandelt, ver.di weitet seitdem die Streiks aus. Ende Mai bereits kam es zum Warnstreik in vier Pharma-Unternehmen. Der pharmazeutische Großhandel hat seinen Umsatz 2022 um 5,3 Prozent steigern können. Die Beschäftigten will er aber trotz der hohen derzeitigen Inflation mit vier Prozent abspeisen. Die letzte Verhandlungsrunde im Großhandel verlief ergebnislos.

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  • Brandenburg

    Aufklappen und mehr erfahren über die Verhandlungen in Brandenburg

    Einzelhandel

    ver.di fordert 2,50 Euro pro Stunde mehr Gehalt und Lohn, 250 Euro mehr Ausbildungsvergütung pro Monat, Mindesteinkommen: 13,50 Euro pro Stunde, die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit (AVE) der Tarifverträge im Einzelhandel und eine Laufzeit der Tarifverträge vonl 12 Monaten. Leider brachte auch die dritte Verhandlungsrunde keine Fortschritte, da die Unternehmen ihr als "verhandlungsunwürdig" bezeichnetes Angebot beibehielten. Die Differenzen sind groß, und die Tarifkommissionen von ver.di fordern 2,50 €/Std., während die Unternehmen lediglich 0,90 €/Std. in 2023 anbieten. Der letzte Verhandlungstermin am 20.10.2023 verlief ohne Ergebnis. Weiterverhandelt wird am 26. Juni 2024.

    Groß- und Außenhandel

    Im Groß- und Außenhandel fordert ver.di in Brandenburg eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 13 Prozent, mindestens aber 400 Euro, überproportionale Auszubildendenvergütungen und eine Laufzeit der Tarifverträge von 12 Monaten. In der ersten Verhandlungsrunde am 11. Mai 2023 haben die Arbeitgeber folgendes Angebot vorgelegt: Laufzeit: 24 Monate, 4 Prozent Lohnsteigerung ab Dezember 2023, weitere 2,1 Prozent ab Dezember 2024; 700 Euro Inflationsausgleichsprämie in 2023 bei Abschluss im Folgemonat (Auszubildende 50%; Teilzeit-Beschäftigte anteilig) und 700 Euro Inflationsausgleichsprämie in 2024 (Zeitpunkt offen). Bereits gezahlte Inflationsausgleichsprämien können verrechnet werden. Zuletzt wurde am 15. Juni ergebnislos verhandelt, ver.di weitet seitdem die Streiks aus. Die letzte Verhandlungsrunde im Großhandel verlief ergebnislos.

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  • Hamburg

    Aufklappen und mehr erfahren über die Verhandlungen in Hamburg

    Einzelhandel

    Am 8. Mai 2024 stand die Einigung: Die Löhne der Beschäftigten erhöhen sich in drei Stufen: rückwirkend zum 1. Oktober 2023 um 5,3 Prozent und zum 1. Mai 2024 um 4,7 Prozent. Ab 1. Mai 2025 werden die Löhne um weitere 40 Euro und weitere 1,8 Prozent erhöht. Die Auszubildendenvergütungen steigen überproportional. Die Laufzeit beträgt 36 Monate. Zusätzlich zahlen die Arbeitgeber eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 1.000 Euro zum 1. Juni 2024 (Teilzeitbeschäftigte erhalten die Prämie entsprechend anteilig). Und: Ab 1. Januar 2025 erhalten Beschäftigte 120 Euro tarifliche Altersvorsorge jährlich.

    Groß- und Außenhandel

    Die ver.di-Tarifkommission für den Groß- und Außenhandel in Hamburg hat auf ihrer Sitzung am 23. März folgende Forderungen beschlossen: 13 Prozent mehr Lohn und Gehalt – mindestens 400 EUR – ab dem 1. Mai, 250 EUR mehr Ausbildungsvergütung pro Monat, die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit (AVE) für die Tarifverträge im Groß- und Außenhandel sowie eine Laufzeit von 12 Monaten.

    Eine Einigung steht bisher nicht.

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  • Hessen

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    Einzelhandel

    Im hessischen Einzelhandel wurde am 7. Juni eine Einigung erzielt. Im Einzelnen enthält das heutige Tarifergebnis folgende Verbesserungen für die etwa 235.000 Beschäftigten im hessischen Einzel- und Versandhandel:

    • Mehr Entgelt: 5,3 Prozent ab 1. September 2023, 4,7 Prozent ab 1. April 2024
    • sowie 40 Euro plus 1,8 Prozent ab 1. April 2025.
    • Erhöhte Ausbildungsvergütung: Schrittweise Anhebung der Ausbildungsvergütung bis zum 1. April 2025 auf 1.100 Euro im ersten, 1.220 Euro im zweiten und 1.360 Euro im dritten Ausbildungsjahr.
    • Sofort Bares: 1.000 Euro brutto für netto als nicht auf bisherige Zahlungen anrechenbare Inflationsausgleichprämie bis spätestens August 2024.
    • Umfangreichere Alterssicherung: Erhöhung des Arbeitgeber*innenbeitrags in die tarifliche Altersvorsorge von jährlich 300 auf 420 Euro ab 2025.

    Groß- und Außenhandel

    Im Groß- und Außenhandel fordert ver.di in Hessen eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 13 Prozent, mindestens aber 400 Euro. Die Auszubildendenvergütungen sollen um 250 Euro steigen, die Laufzeit der Tarifverträge soll 12 Monate betragen. Die Arbeitgeber hatten in der dritten Verhandlungsrunde am 18. Juli ihr Angebot verbessert, allerdings bezeichnete ver.di-Verhandlungsführer Marcel Schäuble die offerierte Lohnerhöhung von 5,1 Prozent bei einer durchschnittlichen Inflation von über 6 Prozent als „eine Größenordnung, die für uns völlig inakzeptebel ist. 

    Da helfe auch keine Inflationsausgleichprämie, mit der immer wieder ‚gelockt‘ werde. „Ihre Zahlung brutto für netto ist für die Haushalte der Beschäftigten ein ‚Strohfeuer‘, das nicht dauerhaft ‚wärmt‘. Wir brauchen echte Lohnsteigerungen deutlich über der Inflationsrate", so Schäuble. Und da liege offensichtlich das Problem: Schon ein Ausgleich der Preissteigerung bleibe für die Arbeitgeber tabu. „Deshalb müssen die Verhandlungen an dieser Stelle immer wieder ohne Chance auf Einigung bleiben. Wir werden also weiterhin auf Streiks und Aktionen setzen, bis die Arbeitgeber einen sozialpolitischen Weg einschlagen, der den Tarifkonflikt auch wirklich lösen kann“, sagte der ver.di-Verhandlungsführer.

    Eine Einigung wurde bisher nicht erzielt.

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  • Mecklenburg-Vorpommern

    Aufklappen und mehr erfahren über die Verhandlungen in Mecklenburg-Vorpommern

    Einzelhandel

    Die ver.di-Tarifkommission für die Beschäftigten des Einzel- und Versandhandels in Mecklenburg-Vorpommern fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,50 € in der Stunde, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 250 € im Monat, eine Erhöhung der unteren Beschäftigtengruppen und Löhne auf 13,50 € in der Stunde, die Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit sowie eine Laufzeit des Tarifvertrages von 12 Monaten.

    Die Arbeitgeber haben zum Verhandlungsauftakt am 17. Mai Lohn- und Gehaltssteigerungen in Höhe von 3 Prozent in 2023 (ab Abschlussmonat) und 2 Prozent im Mai 2024 sowie weitere 2,5 Prozent im Februar 2025 angeboten. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll 24 Monate betragen. Eine Inflationsausgleichsprämie in zwei Schritten soll mit 750 Euro in 2023 und 250 Euro in 2024 an die Beschäftigten in Vollzeit ausgezahlt werden (Teilzeitbeschäftigte entsprechend anteilig). Die Inflationsausgleichsprämie soll zudem mit bereits gezahlten entsprechenden Leistungen verrechnet werden. Für Unternehmen in wirtschaftlicher Notlage soll zudem eine Notfallklausel für Arbeitgeber vereinbart werden. 

    Der Durchbruch gelang fast ein Jahr nach dem Beginn der Verhandlungen im Juni 2024 in der 5. Runde. Die Einigung sieht für die rund 50.000 Beschäftigten im Einzelhandel in Mecklenburg-Vorpommern eine Erhöhung der Entgelte in drei Stufen vor: rückwirkend zum 1. Oktober 2023 um 5,3 Prozent, weitere 4,7 Prozent zum 1. Juli 2024 sowie ein Festbetrag von 40 Euro plus 1,8 Prozent ab 1. September 2025. Ab dem 1. Januar 2025 erhalten Beschäftigte jährlich zusätzlich 120 Euro tarifliche Altersvorsorge. Zusätzlich zahlen die Arbeitgeber eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 1.000 Euro (Teilzeitbeschäftigte anteilig und Azubis 500 Euro). Diese Inflationsausgleichsprämie ist nicht auf bisher geleitete Zahlungen anrechenbar. Darüber hinaus werden die Auszubildendenvergütungen überproportional erhöht. Hier konnte zudem ein früherer Erhöhungszeitpunkt durchgesetzt werden. 

    Mit den insgesamt vereinbarten Entgeltanhebungen hat eine Verkäuferin dann zum September 2025 brutto knapp 400 Euro mehr im Monat zur Verfügung. Das entspricht einer Steigerung von 13,7 Prozent. Für die erste Gehaltsgruppe liegt die Entgeltsteigerung deutlich höher, da hier ab dem 1. Juli 2024 ein Mindestlohn von 13 Euro durchgesetzt werden konnte. Ab September 2025 wird dann der geforderte Mindeststundenlohn von 13,50 Euro quasi erreicht.

    Groß- und Außenhandel

    Die ver.di-Tarifkommission für den Groß- und Außenhandel in Mecklenburg-Vorpommern fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 13 Prozent, mindestens 400 Euro, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 250 € im Monat, die Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit und eine Laufzeit des Tarifvertrages von 12 Monaten. 

    Aber auch die dritte Runde der Tarifverhandlungen über Gehälter und Löhne für die Beschäftigten im Groß- und Außenhandel im Norden endete am 10. Juli 2023 in Bad Segeberg ohne Ergebnis. Nach zahlreichen Streiks in verschiedenen Betrieben im Großhandel im Norden legte der Arbeitgeberverband AGA immerhin ein neues Angebot vor. Das neue Angebot würde weiter zu einem herben Reallohnverlust führen und wurde vor diesem Hintergrund von der ver.di-Tarifkommission als unzureichend abgelehnt. „Uns wurde im Norden dasselbe Angebot unterbreitet, das die Kolleginnen und Kollegen in Baden-Württemberg, Bayern und NRW bereits abgelehnt hatten – wie kann man erwarten, dass wir hier zustimmen würden“; kritisierte ver.di-Verhandlungsführer Bert Stach die Taktik der Arbeitgeberseite. 

    Das neue Angebot der Arbeitgeber sieht für eine Laufzeit von 24 Monaten folgende Bestandteile vor:

    • Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen ab 1. September 2023 um 5,1 Prozent
    • Zahlung einer steuer- und abgabenfreien Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 700 Euro im Monat nach dem Abschluss (Azubis: 50 Prozent, Teilzeitkräfte: anteilig)
    • Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,9 Prozent ab 1. August 2024 (Azubis entsprechend)
    • Zahlung einer Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 700 Euro im Januar 2024 (Azubis: 50 Prozent, Teilzeitkräfte: anteilig). 

    Die ver.di-Tarifkommission bekräftigte ihre Forderung nach einer zwölfmonatigen Laufzeit und forderte die Arbeitgeber auf, das Angebot deutlich nachzubessern. „Nachdem sogar Arbeitgeber das erste Angebot als ‚unangemessen niedrig‘ bezeichnet hatten und die Arbeitgeber durch zahlreiche Streiks auch im Norden unter Druck geraten waren, gibt es nun zwar ein neues Angebot – es reicht nur noch nicht! Um zu einem Ergebnis zu kommen, muss sich die Arbeitgeberseite noch deutlich bewegen.“, sagte Bert Stach nach den kurzen Verhandlungen weiter.

    Über 70.000 Beschäftigte sind in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern im Groß- und Außenhandel beschäftigt. Das häufigste Entgelt liegt bei 2251 Euro für Mecklenburg-Vorpommern und 2303 Euro für Schleswig-Holstein. Die letzte Lohn- und Gehaltserhöhung im April 2022 betrug 1,7 Prozent. Die Tarifrunde im Handel im Norden hat am 4. Mai 2023 in Bad Segeberg mit gemeinsamen Verhandlungen im Groß- und Außenhandel für Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein begonnen.

    Im schleswig-holsteinischen Groß- und Außenhandel arbeiten in rund 5.000 Unternehmen etwa 57.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte und 1.500 Auszubildende. In Mecklenburg-Vorpommern sind es circa 1.500 Unternehmen mit 15.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und rund 400 Auszubildenden.

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  • Niedersachsen-Bremen

    Aufklappen und mehr erfahren über die Verhandlungen in NIedersachsen und Bremen

    Einzelhandel

    Die erzielte Einigung in Niedersachsen und Bremen sieht für die Beschäftigten eine Erhöhung der Löhne in drei Stufen vor: zum 1. Oktober 2023 um 5,3 Prozent und zum 1. Mai 2024 um 4,7 Prozent. Ab 1. Mai 2025 weitere 40 Euro plus 1,8 Prozent. Die Auszubildendenvergütungen werden überproportional erhöht. Zusätzlich zahlen die Arbeitgeber eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 1.000 Euro zum 1. Juni 2024 (Teilzeitbeschäftigte anteilig). Ab 1. Januar 2025 erhalten Beschäftigte jährlich zusätzlich 120 Euro tarifliche Altersvorsorge. Die Laufzeit des Tarifvertrags wurde auf 36 Monate festgelegt.

    In der Branche sind rund 330.000 Beschäftigte in Niedersachsen und rund 28.000 Beschäftigte in Bremen tätig. Ab dem 21. Mai 2024 wird weiter verhandelt.

    Groß- und Außenhandel

    Im Groß- und Außenhandel fordert ver.di eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 13 Prozent, mindestens 400 Euro, die Erhöhung der Auszubildendenvergütungen um 250 Euro, die Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge sowie eine Laufzeit der Tarifverträge von 12 Monaten. In der ersten Verhandlungsrunde am 8. Mai 2023 haben die Arbeitgeber folgendes Angebot vorgelegt: Laufzeit: 24 Monate, 4 Prozent Lohnsteigerung ab Dezember 2023, weitere 2,1 Prozent ab Dezember 2024; 700 Euro Inflationsausgleichsprämie in 2023 bei Abschluss im Folgemonat (Auszubildende 50%; Teilzeit-Beschäftigte anteilig) und 700 Euro Inflationsausgleichsprämie in 2024 (Zeitpunkt offen). Bereits gezahlte Inflationsausgleichsprämien können verrechnet werden. Eine Einigung gibt es bisher nicht.

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  • Nordrhein-Westfalen

    Aufklappen und mehr erfahren über die Verhandlungen in NRW

    Einzelhandel

    Die erzielte Einigung in Nordrhein-Westfalen sieht für die Beschäftigten eine Erhöhung der Löhne in drei Stufen vor: zum 1. Oktober 2023 um 5,3 Prozent und zum 1. Mai 2024 um 4,7 Prozent. Ab 1. Mai 2025 weitere 40 Euro plus 1,8 Prozent. Die Auszubildendenvergütungen werden überproportional erhöht. Zusätzlich zahlen die Arbeitgeber eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 1.000 Euro zum 1. Juni 2024 (Teilzeitbeschäftigte anteilig). Ab 1. Januar 2025 erhalten Beschäftigte jährlich zusätzlich 120 Euro tarifliche Altersvorsorge. Die Laufzeit des Tarifvertrags wurde auf 36 Monate festgelegt.

    Henrike Eickholt, ver.di-Verhandlungsführerin NRW, ist mit dem Ergebnis für die rund 517.000 sozialversicherungspflichtig und 197.000 geringfügig Beschäftigten im nordrhein-westfälischen Einzelhandel zufrieden. „Nach zwölf Monaten harter und intensiver Streikaktionen können wir mit Fug und Recht behaupten, dass wir um jeden Euro gekämpft haben. Für eine Verkäuferin bedeutet das Ergebnis, dass sie zum 1. Mai 2025 brutto knapp 400 Euro mehr im Monat zur Verfügung hat. Jeder Euro davon ist ein Ergebnis der gemeinsamen Streikbewegung“, so Henrike Eickholt.

    Groß- und Außenhandel

    Im Groß- und Außenhandel fordert ver.di in Nordrhein-Westfalen eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 13 Prozent, mindestens aber 400 Euro. Die Auszubildendenvergütungen sollen um 250 Euro steigen, die Laufzeit der Tarifverträge soll 12 Monate betragen. In der ersten Verhandlungsrunde am 26. April 2023 haben die Arbeitgeber folgendes Angebot vorgelegt: Laufzeit: 24 Monate, 4 Prozent Lohnsteigerung ab Dezember 2023, weitere 2,1 Prozent ab Dezember 2024; 700 Euro Inflationsausgleichsprämie in 2023 bei Abschluss im Folgemonat (Auszubildende 50%; Teilzeit-Beschäftigte anteilig) und 700 Euro Inflationsausgleichsprämie in 2024 (Zeitpunkt offen). Bereits gezahlte Inflationsausgleichsprämien können verrechnet werden.

    Die Tarifverhandlungen für die rund 306.000 sozialversicherungspflichtigen und 54.000 geringfügig Beschäftigten des Groß- und Außenhandels NRW sind auch in der vierten Verhandlungsrunde ergebnislos beendet worden. Trotz zahlreicher Streikmaßnahmen im Vorfeld haben die Arbeitgeber kein wirklich besseres Angebot unterbreitet. „Die Arbeitgeber setzen die Taktik des Mauerns auch über den Sommer hinaus fort. Sie deuten eine Tarifsteigerung im hohen einstelligen Bereich für 24 Monate an, verweigern aber ein konkret verbessertes Angebot. Damit bleibt es beim Status Quo. Für die Beschäftigten bedeutet das, mit dem zu haushalten, was die Arbeitgeber ihnen anbieten“, so Silke Zimmer, ver.di-Verhandlungsführerin. „Die Beschäftigten können sich keine weiteren Reallohnverluste leisten. Deshalb werden die Streiks in den nächsten Wochen unermüdlich fortgesetzt.“

    Die 9. Verhandlungsrunde am 24. Januar blieb ergebnislos, einen weiteren Verhandlungstermin gibt es bisher nicht.

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  • Rheinland-Pfalz/Saarland

    Aufklappen und mehr erfahren über die Verhandlungen in Rheinland-Pfalz und im Saarland

    Einzelhandel

    ver.di fordert in Rheinland-Pfalz und im Saarland für die rund 150.000 Beschäftigten des Einzel- und Versandhandels dort eine Erhöhung aller Entgelte um je 2,50 € je Arbeitsstunde, eine Erhöhung der Auszubildendenvergütung um 250 € je Ausbildungsjahr. Die Laufzeit der Tarifverträge soll 12 Monate betragen. Die letzte Verhandlungsrunde am 30. August ging ergebnislos zuende. Was eine schnelle Tarifrunde werden sollte, könnte sich zu einem heißen Streik im Herbst/Winter 2023 ausweiten. „Solange unsere Kolleg*innen in den Betrieben bereit sind für einen guten Tarifabschluss zu kämpfen, solange werden wir sie dabei unterstützen“, sagt Petra Kusenberg, ver.di-Verhandlungsführerin.

    Die am 17. Mai 2024 bereits nach dem Vorbild Hamburg erzielte Einigung wurde wieder zurückgenommen seitens der Arbeitgeber.

    Groß- und Außenhandel

    im Groß- und Außenhandel fordert ver.di eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 425 € ab 1.Juni 2023, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 250 € pro Ausbildungsjahr, eine Laufzeit der Tarofverträge von 12 Monate sowie die gemeinsame Beantragung ihrer Allgemeinverbindlichkeit. Die Verhandlungen haben am 25. Mai 2023 bzw. in der Region Pfalz am 31. Mai 2023 begonnen. Die Arbeitgeber legten folgendes Angebot vor: 4 Prozent Lohnsteigerung ab Dezember 2023, weiter 2 Prozent ab Dezember 2024, eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 700 Euro im Jahr 2023, die evtentuell monatlich ausgezahlt werden soll. Auszubildende sollen ensprechende Erhöhungen bekommen, Teilzeitbeschäftigte anteilig. Bereits gezahlte Ausgleichsprämien sind anrechenbar. Die Laufzeit soll 24 Monate von Mai 23 bis April 25 betragen. Weiterverhandelt wurde ergebnislos am 7. und 27. September 2023, fortgesetzt wurden die Verhandlungen am 3. November – ergebnislos. Für den 13. und 14. Dezember waren weitere Verhandlungstermine vereinbart. Ein neuer Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

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  • Sachsen

    Aufklappen und mehr erfahren über die Verhandlungen in Sachsen

    Einzelhandel

    Die Große Tarifkommission von ver.di für den Einzel- und Versandhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fordert für die Beschäftigten eine Erhöhung aller Entgelte um je 2,50 € je Arbeitsstunde, eine Erhöhung der Auszubildendenvergütung um 250 € je Ausbildungsjahr. Die Laufzeit der Tarifverträge soll 12 Monate betragen.

    Am 1. Juni 2023 endete die erste Verhandlungsrunde in der Tarifauseinanderset­zung des Einzel- und Versandhandels Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen er­gebnislos. Die Arbeitgeber bieten lediglich Erhöhungen im Um­fang von 7,5 Prozent an – allerdings gestreckt auf zwei Jahre. „Die Einzelhandelsunternehmen haben in den vergangenen Jahren einen Re­kordumsatz nach dem anderen eingefahren und bieten ihren Beschäftigten dafür weitere Jahre des Reallohnverlustes an. Gewinne kassieren und die eigenen Beschäf­tigten im Regen stehen lassen – das ist unverschämt!“, so Adorf weiter. ver.di hat zu zahlreichen Warnstreiks aufgerufen. Ergebnislos weiterverhandelt wurde am 4. Oktober 2023. Weiterverhandelt wird am 28. Juni 2024.

    Groß- und Außenhandel

    Im Groß- und Außenhandel fordert die ver.di-Tarifkommission für Sachsen eine Voraberhöhung der Gehaltsgruppen G I bis III sowie der Lohngruppen 1 bis 5 um einen Sachsenzuschlag in Höhe von 27 Cent je Arbeitsstunden. Anschließend sollen die Löhne und Gehälter von ver.di-Mitgliedern um 13 Prozent erhöht werden. Bei einer Laufzeit von 12 Monaten sollen ver.di-Mitglieder in der Branche 150 Euro zusätzlich für jeden Nullmonat bekommen. Die Verhandlungen haben am 31. Mai 2023 begonnen, Die Arbeitgeber legten folgendes Angebot vor: 4 Prozent mehr Geld ab Dezember 2023, weitere 2,1 Prozent ab Dezember 2024, 700 Euro Inflationsausgleichsprämie in 2023 bei Abschluss, zusätzliche 700 Euro Inflationsausgleichsprämie in 2024 (Zeitpunkt offen), Laufzeit 24 Monate.

    Am 22. Juni 2023 hat die zweite Verhandlungsrunde für den Groß- und Außenhandel in Sachsen stattgefunden. Die Arbeitgeber legten kein neues Angebot vor, trotz Son­dierung in kleiner Runde konnte keine Annäherung erzielt werden. „Die Arbeitgeber haben den Ernst der Lage für die Beschäftigten in der Branche nicht realisiert“, so ver.di-Verhandlungsführerin Sylke Hustan. Für viele Beschäftigte ist die Lage existenzbedrohend, am Monatsende ist das Geld alle. Die Tendenz geht zu einem Zweitjob.

    Die Tarifverhandlungen wurden zuletzt am 24. Oktober 2023 in Gera ergebnislos fortgeführt. „Wenn es sein muss, streiken wir auch während des Weihnachtsgeschäfts“, kündigte Hustan an. Die Streiks machten sich bereits bemerkbar. Mitstreikende hätten ihr von leeren Regalen in Netto- und Rewe-Märkten berichtet.

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  • Sachsen-Anhalt

    Aufklappen und mehr erfahren über die Verhandlungen in Sachsen-Anhalt

    Einzelhandel

    Die Große Tarifkommission von ver.di für den Einzel- und Versandhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fordert für die Beschäftigten eine Erhöhung aller Entgelte um je 2,50 € je Arbeitsstunde, eine Erhöhung der Auszubildendenvergütung um 250 € je Ausbildungsjahr. Die Laufzeit der Tarifverträge soll 12 Monate betragen.

    Am 1. Juni 2023 endete die erste Verhandlungsrunde in der Tarifauseinanderset­zung des Einzel- und Versandhandels Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen er­gebnislos. Die Arbeitgeber bieten lediglich Erhöhungen im Um­fang von 7,5 Prozent an – allerdings gestreckt auf zwei Jahre. „Die Einzelhandelsunternehmen haben in den vergangenen Jahren einen Re­kordumsatz nach dem anderen eingefahren und bieten ihren Beschäftigten dafür weitere Jahre des Reallohnverlustes an. Gewinne kassieren und die eigenen Beschäf­tigten im Regen stehen lassen – das ist unverschämt!“, so Adorf weiter. ver.di hat zu zahlreichen Warnstreiks aufgerufen. Weiterverhandelt wurde zuletzt und ergebnislos am 4. Oktober 2023. Weiterverhandelt wird am 28. Juni 2024.

    Groß- und Außenhandel

    In der ersten Verhandlungsrunde am 19. Mai 2023 haben die Arbeitgeber folgendes Angebot vorgelegt: Laufzeit: 24 Monate, 4 Prozent Lohnsteigerung ab Dezember 2023, weitere 2,1 Prozent ab Dezember 2024; 700 Euro Inflationsausgleichsprämie in 2023 bei Abschluss im Folgemonat (Auszubildende 50%; Teilzeit-Beschäftigte anteilig) und 700 Euro Inflationsausgleichsprämie in 2024 (Zeitpunkt offen). Bereits gezahlte Inflationsausgleichsprämien können verrechnet werden. Weiterverhandelt wurde zuletzt am 20. Oktober 2023 – ergebnislos. Für den 12. Dezember war ein weiterer Verhandlungstermin vereinbart. Ein neuer Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

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  • Schleswig-Holstein

    Aufklappen und mehr erfahren über die Verhandlungen in Schleswig-Holstein

    Einzelhandel

    ver.di Schleswig-Holstein fordert für die Beschäftigten des Einzel- und Versandhandels eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,50 € in der Stunde, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 250 € im Monat, eine Erhöhung der unteren Beschäftigtengruppen und Löhne auf 13,50 € in der Stunde, die Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit sowie eine Laufzeit des Tarifvertrages von 12 Monaten. Im schleswig-holsteinischen Einzelhandel sind mehr als 125 000 Menschen beschäftigt. 

    Die Arbeitgeber haben zum Verhandlungsauftakt am 17. Mai 2023 Lohn- und Gehaltssteigerungen in Höhe von 3 Prozent in 2023 (ab Abschlussmonat) und 2 Prozent im Mai 2024 sowie weitere 2,5 Prozent im Februar 2025 angeboten. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll 24 Monate betragen. Eine Inflationsausgleichsprämie in zwei Schritten soll mit 750 Euro in 2023 und 250 Euro in 2024 an die Beschäftigten in Vollzeit ausgezahlt werden (Teilzeitbeschäftigte entsprechend anteilig). Die Inflationsausgleichsprämie soll zudem mit bereits gezahlten entsprechenden Leistungen verrechnet werden. Für Unternehmen in wirtschaftlicher Notlage soll zudem eine Notfallklausel für Arbeitgeber vereinbart werden. Am 25. Juli legten die Arbeitgeber ein etwas erweitertes Angebot vor. Demnach sollten die Entgelte in zwei Stufen im Verlauf von zwei Jahren um 150 Euro und 3,1 Prozent angehoben werden.

    Auch die vierte Runde am 8. August hat kein Ergebnis gebracht. Die Arbeitgeber hatten ihr bisheriges Angebot von 8,5 Prozent mehr Geld zuzüglich Inflationsausgleichsprämien bei einer Laufzeit von 24 Monaten wiederholt. Identische Angebote waren bereits in anderen ver.di-Landesbezirken von den jeweiligen Tarifkommissionen als unzureichend abgelehnt worden. Auch die Tarifkommission für den Einzelhandel in Schleswig-Holstein lehnte das Angebot ab. Wann weiterverhandelt wird, ist unklar.

    Erst die sechste Verhandlungsrunde brachte Ende Mai 2024 den Durchbruch. ver.di-Verhandlungsführer Bert Stach sprach von „einer der härtesten Tarifrunden in der Geschichte des Handels im Norden. Wir mussten um jeden Euro kämpfen."

    Die Einigung sieht für die die rund 120.000 Beschäftigten im Einzelhandel in Schleswig-Holstein eine Erhöhung der Entgelte in drei Stufen vor:

    • rückwirkend zum 1. Oktober 2023 um 5,3 Prozent
    • zum 1. Mai 2024 um 4,7 Prozent
    • ab 1. Mai 2025 weitere 40 Euro und 1,8 Prozent

    Darüber hinaus werden die Auszubildendenvergütungen überproportional erhöht. Zusätzlich zahlen die Arbeitgeber eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 1.000 Euro (Teilzeitbeschäftigte anteilig und Azubis 500 Euro). Diese Inflationsausgleichsprämie ist nicht anrechenbar. Ab dem 1. Januar 2025 erhalten Beschäftigte jährlich zusätzlich 120 Euro tarifliche Altersvorsorge. Die Laufzeit des Tarifvertrags wurde auf 36 Monate festgelegt.

    Mit den insgesamt vereinbarten Entgeltanhebungen hat eine Verkäuferin dann zum 1. Mai 2025 brutto knapp 400 Euro mehr im Monat zur Verfügung. Das entspricht einer Steigerung von 13,6 Prozent. Für die erste Gehaltsgruppe liegt die Entgeltsteigerung deutlich höher.

    Groß- und Außenhandel

    Die ver.di-Tarifkommission für den Groß- und Außenhandel in Schleswig-Holstein fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 13 Prozent, mindestens 400 Euro, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 250 € im Monat, die Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit und eine Laufzeit des Tarifvertrages von zwölf Monaten. 

    Aber auch die dritte Runde der Tarifverhandlungen über Gehälter und Löhne für die Beschäftigten im Groß- und Außenhandel im Norden endete am 10. Juli 2023 in Bad Segeberg ohne Ergebnis. Nach zahlreichen Streiks in verschiedenen Betrieben im Großhandel im Norden legte der Arbeitgeberverband AGA immerhin ein neues Angebot vor. Das neue Angebot würde weiter zu einem herben Reallohnverlust führen und wurde vor diesem Hintergrund von der ver.di-Tarifkommission als unzureichend abgelehnt. „Uns wurde im Norden dasselbe Angebot unterbreitet, das die Kolleginnen und Kollegen in Baden-Württemberg, Bayern und NRW bereits abgelehnt hatten – wie kann man erwarten, dass wir hier zustimmen würden“; kritisierte ver.di-Verhandlungsführer Bert Stach die Taktik der Arbeitgeberseite. 

    Das neue Angebot der Arbeitgeber sieht für eine Laufzeit von 24 Monaten folgende Bestandteile vor:

    • Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen ab 1. September 2023 um 5,1 Prozent
    • Zahlung einer steuer- und abgabenfreien Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 700 Euro im Monat nach dem Abschluss (Azubis: 50 Prozent, Teilzeitkräfte: anteilig)
    • Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,9 Prozent ab 1. August 2024 (Azubis entsprechend)
    • Zahlung einer Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 700 Euro im Januar 2024 (Azubis: 50 Prozent, Teilzeitkräfte: anteilig). 

    Die ver.di-Tarifkommission bekräftigte ihre Forderung nach einer zwölfmonatigen Laufzeit und forderte die Arbeitgeber auf, das Angebot deutlich nachzubessern. „Nachdem sogar Arbeitgeber das erste Angebot als ‚unangemessen niedrig‘ bezeichnet hatten und die Arbeitgeber durch zahlreiche Streiks auch im Norden unter Druck geraten waren, gibt es nun zwar ein neues Angebot – es reicht nur noch nicht! Um zu einem Ergebnis zu kommen, muss sich die Arbeitgeberseite noch deutlich bewegen.“, sagte Bert Stach nach den kurzen Verhandlungen weiter. 

    Der letzte Verhandlungstermin für den 4. Oktober wurde abgesagt, zuletzt wurde am 7. November ergebnilos weiterverhandelt.

    Über 70.000 Beschäftigte sind in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern im Groß- und Außenhandel beschäftigt. Das häufigste Entgelt liegt bei 2251 Euro für Mecklenburg-Vorpommern und 2303 Euro für Schleswig-Holstein. Die letzte Lohn- und Gehaltserhöhung im April 2022 betrug 1,7 Prozent. Die Tarifrunde im Handel im Norden hat am 4. Mai 2023 in Bad Segeberg mit gemeinsamen Verhandlungen im Groß- und Außenhandel für Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein begonnen.

    Im schleswig-holsteinischen Groß- und Außenhandel arbeiten in rund 5.000 Unternehmen etwa 57.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte und 1.500 Auszubildende. In Mecklenburg-Vorpommern sind es circa 1.500 Unternehmen mit 15.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und rund 400 Auszubildenden.

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  • Thüringen

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    Einzelhandel

    Die Große Tarifkommission von ver.di für den Einzel- und Versandhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fordert für die Beschäftigten eine Erhöhung aller Entgelte um je 2,50 € je Arbeitsstunde, eine Erhöhung der Auszubildendenvergütung um 250 € je Ausbildungsjahr. Die Laufzeit der Tarifverträge soll 12 Monate betragen.

    Am 1. Juni 2023 endete die erste Verhandlungsrunde in der Tarifauseinanderset­zung des Einzel- und Versandhandels Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen er­gebnislos. Die Arbeitgeber bieten lediglich Erhöhungen im Um­fang von 7,5 Prozent an – allerdings gestreckt auf zwei Jahre. „Die Einzelhandelsunternehmen haben in den vergangenen Jahren einen Re­kordumsatz nach dem anderen eingefahren und bieten ihren Beschäftigten dafür weitere Jahre des Reallohnverlustes an. Gewinne kassieren und die eigenen Beschäf­tigten im Regen stehen lassen – das ist unverschämt!“, so Adorf weiter. ver.di hat zu zahlreichen Warnstreiks aufgerufen. Weiterverhandelt wurde zuletzt und ergebnislos am 4. Oktober 2023. Weiterverhandelt wird am 28. Juni 2024.

    Groß- und Außenhandel und genossenschaftlicher Großhandel

    Für die Beschäftigten im Groß- und Außenhandel in Thüringen fordert ver.di eine Erhöhung der Gehälter und Löhne um 13 Prozent, mindestens aber 400 Euro für Gewerkschaftsmitglieder. Die Azubivergütungen sollen ebenfalls um 13 Prozent steigen. Für jeden Nullmonat sollen Gewerkschaftsmitglieder 150 Euro erhalten. Laufzeit 12 Monate. Auf der 3. Tarifverhandlung am 24. August 2023 wurde trotz Sondierung kein akzeptables Angebot vorgelegt:

    • 5,1 % mehr Entgelt ab September 2023
    • 2,9 % mehr Entgelt ab August 2024
    • 700 Euro Inflationsausgleichsprämie in 2023 bei Abschluss im Folgemonat, Teilzeitbeschäftigte anteilig
    • 700 Euro Inflationsausgleichsprämie im Januar 2024, Teilzeitbeschäftigte anteilig
    • Laufzeit 24 Monate (01.05.2023-30.04.2025)

    „Die Kolleginnen und Kollegen im Großhandel haben eine hohe Erwartungshaltung an die diesjährige Tarifrunde und sind sehr verärgert über das immer noch nicht zufriedenstellende Angebot der Arbeitgeber, in der dritten Verhandlungsrunde am gestrigen Tag. Zwischen Angebot und Forderungen klaffen noch Lichtjahre, deshalb müssen wir streiken. Die Beschäftigten benötigen eine kräftige, tabellenwirksame Entgelterhöhung um die enorm gestiegenen Lebenshaltungskosten zu stemmen“, erklärt Sylke Hustan, ver.di Verhandlungsführerin im Großhandel in Thüringen. Die letzte Tarifverhandlung fand am 24. Oktober 2023 in Erfurt statt.

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